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Frontaufklärung: Ukraine bestellt 105 Drohnen von deutschem Start-up

Das deutsche Start-up Quantum Systems hat einen Millionenauftrag aus der Ukraine erhalten, 105 Drohnen zu liefern, um die Front zu überwachen.
/ Michael Linden
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Quantum Systems Vector (Bild: Quantum Systems)
Quantum Systems Vector Bild: Quantum Systems

Die Ukraine hat einen Auftrag an das Münchener Drohnen-Start-up Quantum Systems vergeben. Das Unternehmen soll 105 weitere Vector-Drohnen(öffnet im neuen Fenster) liefern. Sie sehen aus wie kleine Flugzeuge und haben eine Reichweite von bis zu 30 Kilometern, wie das Handelsblatt berichtet(öffnet im neuen Fenster) .

Die Drohnen sind mit unterschiedlichen Sensorkonfigurationen ausgerüstet, tragen aber keine Waffen. Sie können dank Kipprotoren auch senkrecht landen und starten. Die Spannweite liegt bei 2,80 Metern, die Rumpflänge bei 1,63 Metern. Die Drohnen können zerlegt und von einer Person in einem Rucksackbehälter transportiert werden.

Mit der neuen Lieferung kann die Ukraine ein Lagebild über die gesamte Frontlinie erstellen. Ein ehemaliger General des Heeres der Bundeswehr betonte die Bedeutung von Drohnen im Krieg in der Ukraine. Drohnen brächten bei der Aufklärung kein Menschenleben in Gefahr und ermöglichten es, "über Hügel, hinter Häuser, um die Ecke" zu schauen und damit ein viel besseres Lagebild zu erstellen als je zuvor, heißt es beim Handelsblatt.

Der Hersteller schreibt: "Die Fähigkeit, in schwierigstem Gelände zu operieren (VTOL), kombiniert mit einer extrem niedrigen Geräuschemission (Motor aus im Silent-Modus), macht den Vector zur Drohne für ein breites Spektrum an nicht-invasiven Einsätzen aus der Luft. Eine verschlüsselte Mesh-IP-Verbindung sendet Videostreams bis zu einer Reichweite von 15 km. Die Drohne bietet eine Flugzeit von bis zu 120 Minuten." Sektorantennen könnten die Reichweite auf 25 km erhöhen. Hier decken sich die Reichweitenangaben nicht ganz mit denen des Handelsblatt-Artikels.

Flugzeug oder Multicopter - die Vector-Drohnen können beides

Durch Entfernen der Flügel und Anbringen eines separaten Satzes von Rotorauslegern entstehe ein Multicopter, teilte der Hersteller zudem mit.

Im Flug bleiben die Drohnen fast unsichtbar, da sie schwer aufklärbar sind und kaum vom gegnerischen Radar erfasst werden können. Quantum Systems rüstete jedoch erst nach den ersten Erfahrungen unter Kriegsbedingungen nach, da die Drohnen auch ohne GPS-Signal zurechtkommen mussten.

Das Unternehmen arbeitet an einem Nachfolgemodell der Vector-Drohne, das den Drohnenpiloten mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz vorschlagen soll, welche Objekte genauer oder länger beobachtet werden sollten.


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