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FRMCS: Bund plant staatlichen Mastbau entlang der Schiene für Gigabit im Zug

Der neuen Bahnfunk braucht viele neue Funkmasten. Das Verkehrsministerium will die Masten bezahlen, wenn Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 die Schiene mit 5G ausstatten.
/ Achim Sawall
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Reisender mit Smartphone im ICE 3neo mit mobilfunkdurchlässigen Scheiben (Bild: Deutsche Bahn / Oliver Lang)
Reisender mit Smartphone im ICE 3neo mit mobilfunkdurchlässigen Scheiben Bild: Deutsche Bahn / Oliver Lang

Bis zum Jahr 2035 muss die Deutsche Bahn und die Eisenbahnbranche europaweit das bestehende Bahnfunknetz GSM-R durch den 5G-Standard Future Railway Mobile Communication System (FRMCS) ersetzen. Das Bundesverkehrsministerium will dies nutzen, um zugleich durch eine gemeinsame passive Infrastruktur die Internetversorgung in Zügen auf 5G-Datenraten zu verbessern, wie aus einem Referentenentwurf hervorgeht, der Tagesspiegel Background (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) vorliegt.

Für die FRMCS-Versorgung müssen rund 20.000 Funkmasten neu errichtet werden. Der Staat will demnach die Kosten für Masten und Stromleitungen entlang der Gleise übernehmen, wenn die vier Mobilfunkbetreiber diese mit neuer Mobilfunktechnik ausstatten. Die sollten sich "ebenfalls angemessen an den weiteren Kosten beteiligen", heißt es laut Bericht in dem Entwurf.

Über die Höhe der Kosten für die passive Infrastruktur macht der Entwurf des Bundesverkehrsministeriums keine Angaben.

Staatlich finanzierte passive Infrastruktur

Technisch handelt es sich bei FRMCS und dem öffentlichen 5G-Netz um zwei getrennte Funknetze, die jedoch die gleiche physische Infrastruktur wie Masten, Energieversorgung und Glasfaser-Backhaul nutzen sollen. Statt dass die Bahn Masten für FRMCS aufstellt und die Mobilfunkbetreiber Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 parallel eigene Masten für das Konsumenten-5G errichten, könnten beide auf eine staatlich finanzierte passive Infrastruktur setzen. Die Bahn hat entlang des Schienennetzes ein eigenes Glasfasernetz.

Pläne in dem Bereich sind nicht neu: Bereits im Juni 2025 gaben die Mobilfunkbetreiber und die Bahn bekannt, mit Funkmasten direkt am Gleis und 5G künftig Gigabit-Internet im Zug anbieten zu wollen. Im Projekt GINT XT sollte erprobt werden, wie sich Basisstationen, Software und RAN durch alle vier Mobilfunknetzbetreiber gemeinsam nutzen lassen.

Während der Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin zwischen August 2025 und April 2026 nutzte die DB die Sperrpause, um Funkmasten aufzubauen. Die Bahn kümmerte sich um Masten, Fundamente, Strom- und Glasfaserkabel entlang der Trasse. Die aktive Sendetechnik fehlt bislang, weil die Telekom und andere Netzbetreiber sich aus kapitalistischer Konkurrenz querstellen.

Die Bahn möchte ein System, bei dem sich alle vier Betreiber eine Antenne teilen. Diese wehren sich laut eines Berichts von Inside Digital vom Juni 2026(öffnet im neuen Fenster) dagegen, weil sie lieber eigene Antennen und Frequenzblöcke nutzen wollen, um die Kontrolle nicht abgeben zu müssen.


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