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FRMCS: Bahnstrecke Hamburg-Berlin erhält Gigabit im Zug

Während der Sanierung der vielbefahrenen Bahnstrecke will man die Mobilfunk -Versorgung im Zug deutlich verbessern. Erprobt wird Gigabit-Versorgung mit gleisnahen Masten.
/ Achim Sawall
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Bahnfahren könnte so schön sein, es ist aber eine Katsatrophe. (Bild: Vodafone Deutschland)
Bahnfahren könnte so schön sein, es ist aber eine Katsatrophe. Bild: Vodafone Deutschland

Die Bahnstrecke Hamburg-Berlin soll Gigabit-Datenraten im Zug erhalten. Eine Absichtserklärung für 5G am Gleis werden Deutsche Bahn (DB), die Mobilfunkunternehmen 1&1, Deutsche Telekom, O2 Telefónica und Vodafone sowie der Bund am 21. Oktober 2024 beim Digital-Gipfel der Bundesregierung in Frankfurt/Main unterzeichnen(öffnet im neuen Fenster) . Während der Generalsanierung der Strecke Hamburg-Berlin zwischen August 2025 und April 2026 nutzt die DB die Sperrpause, um Funkmasten für den künftigen Bahnfunk FRMCS (Future Rail Mobile Communication System) aufzubauen, der GSM-R ersetzen soll.

Die Netzbetreiber wollen dafür offenbar eine hohe staatliche Subventionierung: "Jetzt geht es darum, die technische Machbarkeit zu erproben und die effektivsten Ansätze zu identifizieren, um Gigabit in den Zug zu bringen. Gleichzeitig brauchen wir ein tragfähiges Finanzierungskonzept, um das komplexe Projekt zukunftsfähig zu gestalten" , sagte Valentina Daiber, Vorständin für Legal und Corporate Affairs bei O2 Telefónica.

"Täglich sind hier bis zu 230 Züge unterwegs"

Die 278 Kilometer lange Eisenbahnverbindung zwischen Hamburg und Berlin ist eine der meistbefahrenen Strecken Deutschlands. Täglich seien hier bis zu 230 Züge und bis zu 30.000 Fahrgäste unterwegs, erklärte die Bahn.

Die Masten und Versorgungscontainer sowie die Strom- und Datenleitungen stelle die Bahn den Mobilfunkbetreibern bereit. Wie eine Gigabit-Versorgung mit gleisnahen Masten möglich ist, ist Teil der anstehenden Tests.

Die veraltete Technik, die die Bahn bisher in den Zügen mit dem Intrain-Mobilfunk-Repeater-System und Router einsetzt, kann 5G-Signale nicht verarbeiten. Doch die Bahn lässt die Technik im Zug nicht austauschen und setzt stattdessen auf das Lasern der Fenster. Der Wärme- und Sonnenschutz der Züge reflektiert auch alle sonstigen elektromagnetischen Wellen. Der Waggon wirkt so wie ein Faraday'scher Käfig. Dazu kommt das hohe Tempo der Züge, was ein ständiges Handover zwischen den Mobilfunkzellen erfordert. Entlang von Linien in einer speziellen Struktur wird mittels Laser die metallische Beschichtung der Scheibe verdampft. Dadurch können Funksignale ungehindert passieren.

Bei dem Gint-Projekt der Bahn auf einer Teststrecke in Mecklenburg-Vorpommern sollen bereits 5G-Datenraten von 5 GBit/s im Zug erreicht werden. Hier wird FRMCS (Future Rail Mobile Communication System) getestet. Der Zug fährt bislang nur 140 km/h, bis zu rund 300 km/h sind jedoch erreichbar.


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