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FRK: Kabelnetzbetreiber warnen vor Trenching

Nach Ablauf der Gewährleistungsfrist können Reparaturen unterhalb der Glasfaser schnell sehr teuer werden. Trenching sei keine alternative Verlegemethode, lautet die Kritik.
/ Achim Sawall
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Trenching der Deutschen Telekom im Einsatz (Bild: Deutsche Telekom)
Trenching der Deutschen Telekom im Einsatz Bild: Deutsche Telekom

Wenn an darunter liegender Versorgungsinfrastruktur gearbeitet wird, kann die Haftung für Schäden an getrenchter Glasfaser für die Kommunen sehr teuer werden. "In der Realität laufen die Kommunen ohne entsprechende Garantien oder Versicherungen der Netzbetreiber bei Trenching nach Ablauf der im Markt üblichen fünfjährigen Gewährleistungsfrist Gefahr, mit beachtlichen Folgekosten für ihre Haushalte konfrontiert zu werden. Diese können je nach Anlagengröße mittel- bis langfristig durchaus in die Millionen gehen" , sagte der Vorsitzende des Fachverbands Rundfunk- und Breitbandkommunikation (FRK), Heinz-Peter Labonte, am 12. August 2021(öffnet im neuen Fenster) .

Nach Beispielrechnungen könne die Haftung für Schäden an den bei Trenching meist nur in 20 bis 40 Zentimeter verlegten Glasfaserleitungen voll zulasten der Kommunen gehen. Die Folgekosten für Kommunen bei der "von einigen Breitbandberatern und Anbietern verharmlosend als alternative Methode zur Glasfaserverlegung propagierten Bauverfahren" seien nicht zu unterschätzen.

Deshalb betrachte er den Einsatz von Trenching ohne ausreichende Garantien durch den Netzbetreiber als "ein finanzielles russisches Roulettespiel mit sechs Patronen in der Trommel" .

Mittelstand baut weiter lieber sehr tief aus

Besonders die Deutsche Telekom und Vodafone setzen beim Bau neuer Glasfaserstrecken auf Trenching und bauen nicht aus, wenn die Kommunen dem nicht zustimmen. Für die mittelständischen, meist lokal oder regional verwurzelten FRK-Mitglieder, gelte die übliche Faustformel: "60 Zentimeter unter dem Bürgersteig, 80 Zentimeter unter der Straße und 120 Zentimeter unter Kreis-, Landes- und Bundesstraßen" , sagte Labonte.

Der Fachverband Rundfunk- und Breitbandkommunikation vertritt nach eigenen Angaben rund 160 über das Bundesgebiet verteilte mittelständische Kabelnetzbetreiber sowie Antennengemeinschaften. Versorgt werden von den Mitgliedern demnach rund 3 bis 3,5 Millionen Haushalte mit Kabelfernsehen, Internet und Telefonie. Zu den Mitgliedern gehören unter anderen RFT Kabel Brandenburg, AEP Plückhahn, Rundfunk-Fernseh-Dienst, Info-Kabel Bischofswerda, RFD Wimmelburg und die Lausitzer Mediengruppe.


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