Fritzbox mit Docsis 3.1 in der Praxis: Hurra, wir haben Gigabit!

Die Fritzbox 6591 Cable für den Einsatz in Gigabit-Kabelnetzen ist seit Mai im Handel erhältlich. Wir haben getestet, wie schnell Vodafone mit Docsis 3.1 tatsächlich Daten überträgt und ob sich der Umstieg auf einen schnellen Router lohnt.

Ein Praxistest von veröffentlicht am
Die Fritzbox 6591 Cable ermöglicht Gigabit-Geschwindigkeiten im Kabelnetz.
Die Fritzbox 6591 Cable ermöglicht Gigabit-Geschwindigkeiten im Kabelnetz. (Bild: AVM)

Wie wird es sich künftig in einer Gigabit-Gesellschaft leben? Union und SPD haben in ihrem Koalitionsvertrag "einen flächendeckenden Ausbau mit Gigabit-Netzen bis 2025" versprochen. Schon jetzt bieten Netzbetreiber wie Vodafone einen Kabelanschluss mit Download-Raten von bis zu 1 Gigabit pro Sekunde. Wir haben bei einem Anschluss mit Docsis 3.1 in Berlin getestet, was diese Übertragungsgeschwindigkeit bringt und ob Vodafone seine Versprechen halten kann.

Inhalt:
  1. Fritzbox mit Docsis 3.1 in der Praxis: Hurra, wir haben Gigabit!
  2. Hohe Downloadrate nachts um halb eins
  3. Fehlerquelle schwer zu identifizieren

Für den Test haben wir einen Fritzbox-Kabelrouter verwendet, der seit Mai 2019 im Handel frei erhältlich ist. Die Fritzbox 6591 Cable soll nach Angaben des Herstellers AVM im Download "mehrfache Gigabit-Geschwindigkeiten" erreichen. Von der Ausstattung her unterscheidet sie sich wenig von der Fritzbox 6590, die Golem.de ausführlich getestet hat. Beide Router verfügen über vier Gigabit-LAN-Anschlüsse, Multi-User-MIMO, WLAN-Mesh und unterstützen WLAN ac bis 1.733 MBit/s, 5 GHz und WLAN n bis 800 MBit/s, 2,4 GHz. Allerdings hat die Fritzbox 6591 Cable zwei schnelle USB-3.0-Anschlüsse.

Unkomplizierter Umstieg

Nach Angaben von Vodafone ist Docsis 3.1 seit April 2019 in ganz Berlin verfügbar. Vermarktet wird der Tarif Red Internet & Phone 1000 Cable mit "bis zu" 1.000 MBit/s maximal im Download und "bis zu" 50 MBit/s maximal im Upload. In den entsprechenden AGB (PDF) garantiert Vodafone einen minimalen Downstream von 600 MBit/s und einen "normalen" Downstream von 800 MBit/s. Beim Upstream liegt die Mindestrate bei 15 Mbit/s und die "normale" Rate bei 35 Mbit/s.

Verhältnismäßig unkompliziert gestaltet sich der Software-Umstieg von der Fritzbox 6490 Cable zu dem neuen Topmodell. Zahlreiche Einstellungen lassen sich exportieren und in den neuen Router importieren. Dazu zählen die Einstellungen für die Heimnetzgeräte, Fritzbox-Nutzer, Telefonie und WLAN. Bei einem Wechsel von Geräten des gleichen Modells würden normalerweise alle Einstellungen übernommen, sagt AVM, allerdings nicht bei Kabelroutern. In diesem Fall müssen unter anderem noch die Internetzugangsdaten eingetragen werden. Die Anmeldung des neuen Routers bei Vodafone stellt ebenfalls kein Problem dar.

Fritzbox passt nicht mehr in Multimediaschrank

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Nicht übernommen werden bei unserem Wechsel VPN-Einstellungen oder die Zugangsdaten von MyFritz. Was jedoch etwas ärgerlich ist: Die neue Fritzbox ist mit 85 mm deutlich höher als die 6490 mit 59 mm. Daher passt sie nicht mehr in den bisher genutzten Multimediaschrank mit dem darin befindlichen Patchfeld. Eine bessere WLAN-Durchdringung der Wohnung, vor allem im 5-Gigahertz-Bereich, ist trotz der Auslagerung aus dem Schrank nicht zu registrieren. Zwar findet sich ein Platz für die Box im Regal, doch die Patchkabel müssen nun aus dem Schrank durch die Wand gezogen werden.

  • Die Fritzbox 6591 Cable bietet die Standardanschlüsse für LAN, Telefon und USB, sogar 3.0. (Foto: AVM)
  • Die Box ist deutlich größer als die 6490 Cable. (Foto: AVM)
  • Das sieht enttäuschend aus für einen Gigabit-Anschluss: Speedtest bei Computerbild. (Screenshot: Golem.de)
  • Der Speedtest bei Deutsche Glasfaser ist nicht viel besser. (Screenshot: Golem.de)
  • Das sieht schon gut aus: Fast.com wird von Netflix angeboten. (Screenshot: Golem.de)
  • Docis 3.1 nutzt nur einen Kanal, und das nur in Empfangsrichtung. (Screenshot: Golem.de)
  • Docsis 3.1 kann aber bei Bedarf auf die Kanäle von Docsis 3.0 zurückgreifen. (Screenshot: Golem.de)
  • Im Tagesverlauf war die Downstream-Rate ziemlich konstant, auch zur Primetime am Abend. (Screenshot: Golem.de)
  • Die 83,5 GByte von GTA V brauchen trotz Gigabitanschluss fast eine Stunde. (Screenshot: Golem.de)
Die Fritzbox 6591 Cable bietet die Standardanschlüsse für LAN, Telefon und USB, sogar 3.0. (Foto: AVM)

Die 6591 beherrscht selbstredend den Vorgängerstandard Docsis 3.0. Dieser ist ohnehin noch für den Upstream erforderlich, denn der Anschluss unterstützt in Senderichtung kein Docsis 3.1. Full Duplex als Ergänzung zu Docsis 3.1, auch als Docsis 4.0 bezeichnet, kommt erst in einigen Jahren. Die Fritzbox ist dafür ebenfalls noch nicht ausgelegt. Die Frequenzspektren beider Standards sind unabhängig voneinander, so dass eine starke Auslastung von Docsis 3.0 sich nicht auf Docsis 3.1 auswirkt. Andererseits kann Doscis 3.1 die Frequenzen von Docsis 3.0 nutzen, wenn die Bandbreite einmal nicht ausreichen sollte.

Die entscheidende Frage beim Internetzugang lautet, wie viel von der versprochenen Übertragungsrate tatsächlich beim Nutzer ankommt.

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Hohe Downloadrate nachts um halb eins 
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Jarvis 19. Nov 2020

Hallo, Ich benötige auch einen Filter der Docsis 3.1 sperrt und meine Fritzbox dann nur 3...

treysis 12. Nov 2019

Im Labor, u.U. mit Kabel, aber schon. Gut, Edge-Case. Aber auch sonst wären 50 MBit ja...

rv112 12. Nov 2019

Wer sein Limit bei 100 Euro setzt, braucht auch solch eine Leistung nicht. Man muss halt...

anybody 12. Nov 2019

Genau deshalb ist es völlig egal ob die Fritz!Box USB 2.0 oder 3.0 hat. Eine Festplatte...

Dieder87 11. Nov 2019

Mit welcher Firmware wurde eigentlich der Test durch geführt?



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