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Hohe Downloadrate nachts um halb eins

Das LAN innerhalb der Wohnung sollte zumindest ein Gigabit zwischen Router und Endgeräten garantieren. Erste Speedtests über Seiten wie Speedtest.computerbild.de und Deutsche-glasfaser.de verlaufen eher ernüchternd. Die Download-Werte schwanken zwischen 140 und 370 MBit pro Sekunde. Sehr weit von einem Gigabit entfernt.

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Besser sind die Werte beim Netflix-Angebot Fast.com. Dort wird nachts um halb eins immerhin ein Download von 930 MBit/s erreicht. Das ist schon sehr nahe dran am Gigabit. Möglicherweise wird in den Nachtstunden sogar der Maximalwert erreicht. Bekanntlich sinkt die Übertragungsrate im Kabelnetz vor allem in den Abendstunden, da es sich um ein Shared Medium handelt.

Automatisierte Abfrage mit Speed-CLI

Um nachts nicht für eine Bandbreitenmessung aufstehen zu müssen, suchen wir nach einer automatisierten Lösung. Solche Messungen nachts und tagsüber sind zudem unbeeinflusst von anderen Down- und Uploads der im Haushalt genutzten Endgeräte. Dazu gibt es unter anderem die Möglichkeit, über eine Kommandozeilenschnittstelle (CLI) die Seite von Speedtest.net aufzurufen. Speedtest.net wird von Ookla betrieben, dem weltweit größten kommerziellen Anbieter für Geschwindigkeitstests im Internet. Nach Ansicht von Providern liefert auch Speedtest nicht immer perfekte Ergebnisse, was insbesondere bei Bandbreiten von mehr als 500 oder 1.000 MBit der Fall sein soll. Für gute Messungen sei auch iPerf geeignet.

Die Ergebnisse unseres Tests mit Speedtest-Cli lassen sich jedoch praktischerweise in eine MySQL-Datenbank (jetzt MariaDB) eintragen. Dazu gibt es eine gute Anleitung auf dem Blog Byte-style.de mit dem erforderlichen Python-Skript. Dieses lässt sich dann per Cronjob in beliebigen Zeitabständen aufrufen. Mit einem Kommandozeilenbefehl wie "mariadb --user=username --password=password Datenbankname -B -e "select * from Tabellenname;" | sed "s/'/\'/;s/\t/\",\"/g;s/^/\"/;s/$/\"/;s/\n//g" > dateiname.csv" lässt sich die Tabelle in eine csv-Datei exportieren, die man dann mit Programmen wie Excel auswerten kann.

Im Zeitraum vom 14. bis 27. September 2019 zeichnete ein Raspberry Pi 4 mit Hilfe der Skripte 1.163 Messungen auf (PDF). Diese ergaben eine maximale Übertragungsrate von 891 MBit/s bei einem Durchschnittswert aller Messungen von 761 MBit/s. Allerdings gab es auch 83 Messungen unter der garantierten Mindestübertragungsrate von 600 MBit/s. Der niedrigste Wert wurde nachts um 4.30 Uhr mit 322 MBit/s gemessen. Speedtest routete dabei in 140 Fällen über den Provider Syseleven, einmal über DNS:Net und in den restlichen Fällen über die Strato-Tochter Cronon.

Kaum Schwankungen im Tagesverlauf

Am oberen Limit lag hingegen der Upstream-Mittelwert mit 50,23 MBit, wobei es nur wenige Messwerte unter 40 MBit/s gab. Der Durchschnittswert beim Ping lag bei 18,8 Millisekunden und schwankte zwischen 15,3 und 23,7 Millisekunden. Damit entsprachen die Messungen den Erfahrungen, die Golem.de-Nutzer im vergangenen Mai in einer kleinen Umfrage geschildert hatten. Allerdings registrierten die meisten Golem.de-Nutzer kürzere Ping-Zeiten.

Erstaunlicherweise lagen bei allen Messungen, die wir später im Oktober durchführten, die Upstream-Werte nie über 23 MBit/s und erreichten teilweise nicht einmal die versprochene Mindestrate von 15 MBit/s. Pünktlich in der Nacht zum 1. November sprangen die Werte dann wieder auf 50 MBit/s.

  • Die Fritzbox 6591 Cable bietet die Standardanschlüsse für LAN, Telefon und USB, sogar 3.0. (Foto: AVM)
  • Die Box ist deutlich größer als die 6490 Cable. (Foto: AVM)
  • Das sieht enttäuschend aus für einen Gigabit-Anschluss: Speedtest bei Computerbild. (Screenshot: Golem.de)
  • Der Speedtest bei Deutsche Glasfaser ist nicht viel besser. (Screenshot: Golem.de)
  • Das sieht schon gut aus: Fast.com wird von Netflix angeboten. (Screenshot: Golem.de)
  • Docis 3.1 nutzt nur einen Kanal, und das nur in Empfangsrichtung. (Screenshot: Golem.de)
  • Docsis 3.1 kann aber bei Bedarf auf die Kanäle von Docsis 3.0 zurückgreifen. (Screenshot: Golem.de)
  • Im Tagesverlauf war die Downstream-Rate ziemlich konstant, auch zur Primetime am Abend. (Screenshot: Golem.de)
  • Die 83,5 GByte von GTA V brauchen trotz Gigabitanschluss fast eine Stunde. (Screenshot: Golem.de)
Im Tagesverlauf war die Downstream-Rate ziemlich konstant, auch zur Primetime am Abend. (Screenshot: Golem.de)

Anders als erwartet gab es kaum Schwankungen im Tagesverlauf. Der höchste Stundenmittelwert wurde nachts zwischen 3 und 4 Uhr mit 789 MBit/s gemessen, der niedrigste zwischen 6 und 7 Uhr mit 714 MBit. Zur Primetime zwischen 20 und 21 Uhr lag die Downstreamrate mit 772 MBit/s immer noch recht hoch. Laut Vodafone ist Docsis 3.1 leistungsfähiger als Docsis 3.0, wenn viele Nutzer gleichzeitig Daten herunterladen. So nutze Docsis 3.1 zusammenhängende Frequenzblöcke und nicht mehr einzelne Kanäle sowie ein um 30 Prozent effizienteres Kodierungsverfahren. Durch eine andere Fehlerkorrektur sei der Standard stabiler in der Übertragung. Auch könne Docsis 3.1 mehr Frequenzen als der Vorgängerstandard nutzen.

Doch wie erklärt Vodafone die vielen Messungen unterhalb der garantierten Mindestgeschwindigkeit?

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 Fritzbox mit Docsis 3.1 in der Praxis: Hurra, wir haben Gigabit!Fehlerquelle schwer zu identifizieren 
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treysis 12. Nov 2019

Im Labor, u.U. mit Kabel, aber schon. Gut, Edge-Case. Aber auch sonst wären 50 MBit ja...

rv112 12. Nov 2019

Wer sein Limit bei 100 Euro setzt, braucht auch solch eine Leistung nicht. Man muss halt...

anybody 12. Nov 2019

Genau deshalb ist es völlig egal ob die Fritz!Box USB 2.0 oder 3.0 hat. Eine Festplatte...

Dieder87 11. Nov 2019

Mit welcher Firmware wurde eigentlich der Test durch geführt?

treysis 08. Nov 2019

Jo, machen sie ja auch. Aber es ging ja um die ursprüngliche Frage/Behauptung, dass sie...


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