Fritzbox-Hersteller: AVM soll verkauft werden
Laut Berichten des Handelsblatts(öffnet im neuen Fenster) hat die Investmentbank Lincoln einen Auktionsprozess zum Verkauf des Elektronikherstellers AVM(öffnet im neuen Fenster) vorbereitet. In Deutschland ist die Firma vor allem durch die Fritzbox-Router bekannt, bietet seit einigen Jahren aber auch dazu passende Smart-Home-Geräte an.
Das Interesse an dem Unternehmen ist offenbar groß. Zahlreiche Private-Equity-Investoren sollen sich laut Handelsblatt mit dem Angebot beschäftigen, das bis zum Abschluss aber noch einige Monate dauern dürfte. Im vergangenen Jahr konnte AVM den Umsatz um neun Prozent auf 620 Millionen Euro steigern und dabei laut Schätzungen 80 bis 90 Millionen Euro Gewinn erwirtschaften.
Dem Handelsblatt gegenüber erklärte AVM: "Inzwischen gehen die Gründer und geschäftsführenden Gesellschafter von AVM bereits auf die 70 zu. Ihnen ist wichtig, dass der Erfolg von AVM weitergeht, auch wenn sie eines Tages nicht mehr im Unternehmen sind. Diesen Übergang planen sie seit geraumer Zeit aktiv und diskutieren ohne Zeitdruck verschiedene Möglichkeiten." Direkt bestätigt hat AVM die Spekulationen um den Verkauf allerdings nicht.
Anfänge mit BTX-Systemen in West-Berlin
Gegründet wurde das Unternehmen AVM (Audiovisuelles Marketing) von Johannes Nill, Peter Faxel und Ulrich Müller-Albring im Jahr 1986 in West-Berlin. Sie wollten Dienstleistungen für Bildschirmtext (BTX) anbieten, wobei die Datenübertragung über die Telefonleitung erfolgte. Als Vorläufer der Modems wurde dazu ein Akustikkoppler verwendet, in den der Telefonhörer eingelegt wurde.
Mit der Entstehung des heutigen Internets kamen Modems mit zunehmend höheren Übertragungsraten hinzu, Standards wie ISDN und später DSL etablierten sich. In Deutschland war AVM dabei und lieferte die notwendigen Geräte dazu. Erst an Unternehmen wie die Bundespost und Datev, später auch an Privatanwender.
Erfolg mit DSL und der FritzBox
2004 stellt AVM auf der Cebit die Fritzbox vor, die heute der wohl bekannteste Router in Deutschland ist. Als einziger Hersteller konnte sich AVM damit auf dem deutschen Markt gegen Konkurrenzprodukte aus anderen Ländern durchsetzen. Die Benutzeroberfläche und Funktionen wie eingebaute Switches und eine Telefonanlage sorgten für wachsende Kundschaft.
Bis heute ist die AVM Computersysteme Vertriebs GmbH dabei in den Händen der drei Gründer. Ein Verkauf, während das Unternehmen finanziell erfolgreich ist und alle Gründer noch aktiv an der Unternehmensführung beteiligt sind, ist das Ziel.
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