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Fritzbox: AVM von Investmentfirma gekauft

Nach zehn Monaten Suche hat AVM einen Käufer gefunden. Die Gründer behalten einen Minderheitsanteil.
/ Achim Sawall
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AVM-Hauptsitz in Berlin (Bild: AVM)
AVM-Hauptsitz in Berlin Bild: AVM

Die Gründer von AVM haben die Mehrheit an dem Unternehmen an den Investor Imker Capital Partners verkauft. Das gab der Fritzbox-Hersteller am 10. Juli 2024 bekannt(öffnet im neuen Fenster). Angaben zum finanziellen Volumen der Übernahme wurden nicht gemacht. Die Gründer von AVM behalten einen Minderheitsanteil.

Firmenchef Johannes Nill sagte, dass man mit dem Investor die Vorstellungen zur Firmenzukunft teile. Die Ziele seien Wachstum durch neue Produkte und eine verstärkte Internationalisierung.

Imker Capital Partners hat seinen Hauptsitz in London und besteht aus nur zehn Beschäftigten.(öffnet im neuen Fenster)

Im Jahr 2023 erzielte der Berliner Kommunikationsspezialist AVM mit 890 Beschäftigten einen Umsatz von 580 Millionen Euro. Im Jahr 2022 lag der Gewinn dabei laut Schätzungen 80 bis 90 Millionen. Konkurrenten im Bereich Router sind Netgear und Ubiquiti aus den USA, Huawei und TP-Link aus China oder Asus aus Taiwan.

Kauf über ein Geflecht aus Unterfirmen

Zuvor wurde bei der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde bereits am 8. Juli 2024 der Zusammenschluss angemeldet(öffnet im neuen Fenster). Hier ging es um die Rucio Investment, eine von Imker kontrollierte Gesellschaft, die wiederum über Spree 24 Beteiligung aus Deutschland den Erwerb sämtlicher Anteile an AVM angekündigt hatte.

Das Unternehmen steht seit September 2023 zum Verkauf, weil die Gründer um die 70 Jahre alt sind.

Gegründet wurde das Unternehmen AVM (Audiovisuelles Marketing) von Johannes Nill, Peter Faxel und Ulrich Müller-Albring im Jahr 1986 in West-Berlin. Sie wollten Dienstleistungen für Bildschirmtext (BTX) anbieten. Als Vorläufer der Modems wurde dazu ein Akustikkoppler verwendet, in den der Telefonhörer eingelegt wurde.

Mit der Entstehung des heutigen Internets kamen Modems mit zunehmend höheren Übertragungsraten hinzu, Standards wie ISDN und später DSL etablierten sich. In Deutschland war AVM dabei und lieferte die notwendigen Geräte dazu. Erst an Unternehmen wie die Bundespost und Datev, später auch an Privatanwender.

2004 stellte AVM auf der Cebit die Fritzbox vor, die heute der wohl bekannteste Router in Deutschland ist. Bis zum Verkauf war AVM Computersysteme noch in den Händen der drei Gründer. Mit einem Marktanteil von über 70 Prozent kontrolliert AVM den deutschen Markt für Modem-Router.

Nachtrag vom 10. Juli 2024, 14:46 Uhr

AVM-Sprecherin Doris Haar sagte Golem.de, "dass die Verträge unterschrieben sind und der Übergang zum 1. September geplant ist." Über den Kaufpreis sei nichts bekannt.


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