Fritzbox 6860 5G: Hersteller nennt minderwertige SIM-Karten als Grund für Fritzbox-Ausfälle
Der Hersteller der Fritzbox 6860 5G hat die Qualität der SIM-Karten für Betriebsabbrüche des Routers verantwortlich gemacht. Das sagte Fritz-Sprecherin Andrea Lippki Golem auf Anfrage. "Wir sehen seit einiger Zeit, dass neue SIM-Karten teilweise die Dicke auf den minimal zulässigen Wert verringern und dabei auch minderwertigen Kunststoff verwenden. Dies kann auch bei vom Standard zugelassenen Temperaturen zum Verbiegen und damit zum Funktionsausfall führen", erklärte Lippki.
Dass Fritz bei dem Fehler nun offiziell auf minderwertigen Kunststoff und minimale Materialstärken bei neueren SIM-Karten verweist, ist die erste konkrete Stellungnahme zur Ursache. Der Mobilfunk-Router Fritzbox 6860 5G hat ein Problem mit Betriebsabbrüchen. Im laufenden Betrieb wird die SIM-Karte nicht erkannt. Manche Geräte verbinden sich nach einer Weile von selbst wieder, meist hilft aber nur ein Neustart oder das Aus- und Wiedereinstecken der SIM‑Karte. Teilweise tauchen auch Meldungen über ungültige PIN‑/PUK‑Eingaben auf, selbst wenn die PIN-Abfrage deaktiviert ist.
Leider sei der Berliner Hersteller Fritz, ehemals AVM, "wie andere Hersteller auch, aktuell mit minderwertigen SIM-Karten konfrontiert", so Lippki weiter. Dies führe "in Einzelfällen" zu Problemen bei der Kartenerkennung.
5G-Router werden sehr warm
Mit SIM-Karten, die eine erwartungskonforme thermische Robustheit aufwiesen, trete das Problem auch mit aktueller Hardware nicht auf. Lippki sagte: "Wie andere Hersteller auch versuchen wir, die SIM-Kartenanbieter auf das Problem aufmerksam zu machen. Parallel arbeiten wir in der laufenden Fertigung an der Optimierung unserer Produkte, um auch bei minderwertigen SIM-Karten eine bestmögliche Zuverlässigkeit zu gewährleisten."
Die Fritzbox 6860 5G ist ein Kombi-Router für den Innen- und Außenbereich. Bei Mobilfunk-Routern entstehen im laufenden Betrieb insbesondere unter 5G-Last oder bei Außenmontage an der Sonnenseite höhere Gehäusetemperaturen. Wenn Anbieter bei der Herstellung sparen, führt dünneres Trägermaterial zu geringerer thermischer Formbeständigkeit, und das Plastik im Micro- oder Nano-SIM-Slot kann sich leicht verziehen. Die Folge sind fehlerhafte Kontaktierungen an den Federkontakten des Routers.
Dass minderwertige oder sehr dünne SIM-Karten in Routern und IoT-Modulen Probleme verursachen, ist in der Industrie kein neues Phänomen und betrifft im Consumer-Bereich meist spezialisierte Outdoor- oder 5G-Hardware. In der Fahrzeug- und Industrie-Infrastruktur werden deshalb häufig Industrial-SIMs mit erweitertem Temperaturbereich und robusterem Trägermaterial oder eSIMs verbaut.
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