Freunde sehen zu viel: Neues Plex-Feature enthüllt Filmvorlieben der Nutzer
Einige Nutzer des weitverbreiteten Medienservers Plex werden derzeit offenbar unerwartet mit den potenziell unangenehmen Folgen einer neuen Funktion namens Discover Together konfrontiert. Denn diese kann wohl dazu führen, dass Freunde und Familienmitglieder einen Einblick in die abgespielten Medien eines Anwenders erhalten – einschließlich pornografischer Inhalte.
Ziel der neuen Funktion ist es, die sozialen Aspekte von Plex zu erweitern. Laut der am 1. November 2023 veröffentlichten Ankündigung(öffnet im neuen Fenster) des Features sehen Anwender durch Discover Together, welche Inhalte ihre Freunde sich anschauen, ihrer Watchlist hinzufügen, bewerten und wie sie darüber diskutieren. Einem Bericht von 404 Media(öffnet im neuen Fenster) zufolge erhalten die Nutzer außerdem regelmäßig einen Wochenrückblick per E-Mail, in dem die Aktivitäten zusammengefasst werden.
Discover Together legt Plex-Aktivitäten für Freunde offen
Für einige Plex-Nutzer kam die neue Funktion wohl überraschend. Sowohl im Plex-Forum(öffnet im neuen Fenster) als auch auf Reddit(öffnet im neuen Fenster) sind Beschwerden von Anwendern zu finden, denen das Feature zu weit geht. Grund dafür ist wohl die Tatsache, dass Discover Together einen massiven Eingriff in die Privatsphäre der Nutzer nach sich zieht und der Anbieter die Privatsphäreneinstellungen standardmäßig so konfiguriert hat, dass die Nutzeraktivitäten automatisch mit Freunden geteilt werden. Wer das nicht will, muss manuell eingreifen(öffnet im neuen Fenster) .
"Das ist ein dystopischer Albtraum von einer Funktion, und ich kann ehrlich gesagt nicht glauben, dass sie als Opt-out angeboten wird" , beschwert sich ein Nutzer im Plex-Forum(öffnet im neuen Fenster) . Ihm sei vor Entsetzen regelrecht "die Kinnlade heruntergefallen" , als er in seinem ersten Wochenrückblick von seinen Freunden konsumierte Inhalte gesehen habe.
"Ich kann ehrlich gesagt nicht glauben, dass Wiedergabeinformationen, die nicht einmal direkt von meinem Server stammen, so leichtfertig verbreitet werden" , erklärt er weiter. Unter anderem habe er der E-Mail entnehmen können, dass einer seiner Freunde anscheinend "eine Menge billiger Softpornos" konsumiert. "Und ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass er sich schämen würde, wenn er wüsste, dass ich das weiß."
Plex sieht den Fehler offenbar bei den Anwendern
Ein Plex-Sprecher erklärte gegenüber 404 Media, der Anbieter habe für Discover Together "einen vollständigen Onboarding-Prozess für jeden Nutzer durchgeführt" und das Feature sowohl per E-Mail als auch innerhalb der Plex-App angekündigt. Er gehe davon aus, dass jene Anwender, die nun über die Weitergabe ihrer Aktivitäten an ihre Freunde und Familie verwundert seien, während des Onboardings einfach Einstellungen angeklickt hätten, ohne sich diese genau durchzulesen.
Ferner habe der Sprecher betont, dass Plex keine Community-Aktivitäten für bekannte Erwachsenen-Titel generiere. Sofern solche Aktivitäten geteilt werden, liegt das angeblich daran, dass die zugehörigen Medien nicht korrekt als "nicht jugendfrei" gekennzeichnet sind.
- Anzeige Hier geht es zu Hacking & Security: Das umfassende Handbuch bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



