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Ohne App blinkt nichts

Während die Box auflädt, installieren wir die zugehörige Smartphone-App, es gibt sie für Android und iOS. Der Download geht überraschend schnell. Das macht uns zuerst misstrauisch. Sollten die Lerninhalte so wenig sein?

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Schließlich sind wir so weit. Wir packen die Box wieder auf die Gitarre und schalten das Fret Zealot an. Und staunen erst mal nicht schlecht. Die LED-Leiste blinkt auf und zeigt uns eine kurze, bunte Demosequenz. Die Mini-LEDs sind für ihre Größe bemerkenswert hell. Sollten wir irgendwann die Lust am Üben verlieren, taugt unsere Gitarre immer noch als blinkende, fernsteuerbare Partydekoration.

Beim Start der App werden wir gebeten, uns zu registrieren. Wir können aber auch als Gast weitermachen. Dann müssen wir angeben, ob wir mit der linken oder rechten Hand die Saiten greifen. Schließlich verbindet sich die App automatisch per Bluetooth mit dem Fret Zealot und wir landen im überschaubaren Hauptmenü. Wir werden auf Englisch begrüßt. Das irritiert uns, denn die App unterstützt auch Deutsch. Das müssen wir aber erst explizit in den Einstellungen auswählen.

  • Fret-Zealot-Set (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die LEDs sind sehr dünn. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Ohne Umsicht droht hier Kabelbruch. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das gilt auch für die Befestigung der Elektronik. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die LEDs geben die Darstellung in der App wieder. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Hauptmenü der App (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Jedem Finger ist eine Farbe zugeordnet.(Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Das Griffbild wird in der App angezeigt.(Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Einführungslektionen befinden sich in den Untiefen des Menüs. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Die Liste an Bands und ihren Liedern zum Nachspielen ist lang. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Parallel zur Darstellung in der App sehen wir auch die entsprechenden LEDs aufleuchten. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Wer genug hat vom Üben, startet die Lichtershow. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
Hauptmenü der App (Bild: Alexander Merz/Golem.de)

Zurück im Hauptmenü können wir wählen zwischen Spielen, Lernen und Spaß. Wir wollen natürlich zuerst mit dem Lernen loslegen. Wir können gezielt Akkorde, Noten und Tonleitern üben. Eine pädagogische Einführung, was wir davon warum und wann lernen sollen, gibt es in der App nicht.

Unser Finger folgt dem Licht

Unser erster Versuch, einen Akkord zu üben, zeigt uns die Funktionsweise der LEDs und der App. Jedem Finger der Greifhand ist fest eine Farbe zugeordnet, zum Beispiel Blau für den Zeigefinger. Parallel zur Darstellung des farbigen Griffbildes für einen Akkord in der App leuchten auch die korrespondierenden LEDs farbig auf der Gitarre. Gedämpfte beziehungsweise offene Saiten werden ebenfalls markiert. Das klingt in der Anwendung trivial, und die LEDs sind durch die Tabulatoransicht eigentlich überflüssig. Doch schnell merken wir beim Herumspielen mit den Akkorden, dass wir eben kaum noch auf die App schauen. Kurz den Akkord in der App ausgewählt und unser Blick geht sofort wieder auf die Gitarre.

Üben können wir also, doch wie lernen wir eigentlich? Hierfür bietet die App Lektionen an. Dabei werden wir aber vorgewarnt, dass sie noch unvollständig sind. Hier hat der Hersteller wohl noch einiges vor, denn wir hangeln uns durch drei Untermenüs, bevor wir tatsächlich die Einsteigerlektion starten können. Dabei müssen wir kurz warten, die App lädt zuerst etwas herunter. Das wird später auch bei vielen weitere Inhalte passieren, uns wird klar, warum die App relativ schlank ist.

Augmented Reality mal anders

Wir warten gespannt und sind zuerst enttäuscht. Ein englischsprachiges Video der populären Gitarrenlernseite Justinguitar.com startet - also doch keine Interaktion, denken wir. Aus den Augenwinkeln nehmen wir dann aber wahr, wie die LEDs auf unserer Gitarre blinken. Tatsächlich hat der Hersteller die Lehrvideos quasi synchronisiert. Wird im Video eine Saite oder ein ganzer Akkord gespielt, leuchten die zugehörigen LEDs.

Wir finden das genial. Wir schauen und konzentrieren uns auf die Gitarre und unsere Finger, das Video hören wir vor allem. Dadurch entfallen auch zwei weitere Mankos, die beim videobasierten Lernen auftreten. Die Displaygröße und -qualität spielen beim Schauen kaum noch eine Rolle, wir müssen nicht exakt im Video sehen, wo ein Finger genau aufliegt. Auch das Bedürfnis, ständig das Video zu pausieren, um die eigene Griffstellung mit der Darstellung im Video zu vergleichen, verspüren wir nicht.

Musikauswahl lässt keine Wünsche offen

Nachdem wir uns für die ersten Griffe fit fühlen, wollen wir spielen. Damit ist tatsächlich Gitarrespielen gemeint, Gamefication-Elemente fehlen in der App vollständig. Hinter diesem Punkt im Hauptmenü steckt eine lange Liste an Musiktiteln, die wir nachspielen können. Die Musikauswahl dürfte Fans egal welcher Stilrichtung befriedigen. Ob Rock, ob Metal, ob 50er Jahre oder halbwegs aktuelle Indie-Songs, hier steht Elvis Presley gleichberechtigt neben Rammstein und Ed Sheeran. Ein Blick in die FAQ verrät die Herkunft der unerwartet großen Menge an Liedern: Der Hersteller verwendet kein eigenes Spezialformat, sondern unterstützt das Midi-Format. Daraus ergibt sich aber auch ein Nachteil: Spezielle Anschlags- und Spieltechniken werden darüber nicht transportiert.

Nachdem wir ein Lied ausgewählt haben, wird uns eine Timeline mit den zu spielenden Griffen angezeigt und auch die zugehörigen LEDs leuchten. Für das eigentliche Spiel haben wir zwei Optionen. Im normalen Playback laufen die Griffe selbstständig und im Originaltempo durch. Im AI-Modus hingegen wartet die App bei jedem Griff, bis wir den richtigen Ton getroffen haben. Das funktioniert bei uns mit wechselhaftem Erfolg, die App hört mit dem Mikrofon des Smartphones. Es empfiehlt sich, vorab den eingebauten Gitarrenstimmer zu nutzen und Fremdgeräusche möglichst auszuschließen, sei es die Waschmaschine oder Straßenlärm. Die Lautstärke der Gitarre spielt eine untergeordnete Rolle, bei E-Gitarren kann es sich lohnen, den Verstärker eher herunterzudrehen, um die Erkennung zu verbessern.

Da sich die Musiksammlung aus unterschiedlichsten Quellen speist, schwankt die Qualität der Lieder. In der App ist zwar eine Bewertungsfunktion enthalten, diese wird aber noch nicht sehr rege genutzt. Außerdem vermissen wir gerade als Anfänger eine Schwierigkeitsanzeige - oder überhaupt eine Art der Kuratierung oder Hilfestellung bei der Musikauswahl.

Kein Bock mehr und trotzdem kein Müll

Unter dem Punkt Spaß im Hauptmenü gibt es schließlich keine Musik mehr, sondern jetzt kommen allein die LEDs zur Geltung. Hier können wir Leuchtmuster auswählen, welche die LED-Leiste ohne unser Zutun abspielt. Das gibt eine tolle Partybeleuchtung und ist auch praktisch für einen Akkutest. Der Akku von Fret Zealot hielt dabei mehr als eine Stunde durch, bevor wir abbrachen. Die vom Hersteller angegebene Laufzeit von zwölf Stunden im normalen Betrieb, wenn nicht ständig alle LEDs leuchten, halten wir für realistisch.

Wer schließlich an den Punkt kommt, an dem er nicht mehr üben oder keine LEDs mehr auf seiner Gitarre haben will, kann das Fret Zealot auch einer Zweitverwertung zuführen. Laut Hersteller kann der LED-Streifen ohne Rückstände entfernt werden. Ihn auf eine andere Gitarre zu kleben, funktioniert ohne weitere Hilfsmittel allerdings nicht mehr. Trotzdem muss die Leiste dann nicht in den Müll. Edge Tech Labs hat auf Github ein SDK für das Fret Zealot für eigene LED-Experimente veröffentlicht.

 Fret Zealot im Test: Lernen mit LichteffektenVerfügbarkeit und Fazit 
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wupme 30. Aug 2018

Quatsch mit Soße, und schon im Mittelalter haben die Leute meist von anderen gelernt...

wupme 30. Aug 2018

Doch genau das lernt man, am Anfang starrt jeder erst mal auf das Griffbrett. Hier wird...

wupme 30. Aug 2018

https://fretlight.com/ Sehr interessantes Konzept, für Anfänger oder Fortgeschritten fürs...

Targi 30. Aug 2018

Hier wird leider vieles durcheinander geworfen. Komponieren, Improvisieren...

Targi 30. Aug 2018

EIne Gitarre ist, wie jedes andere Instrument, auch für Anfänger geeignet. Nur, wer den...


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