Fresenius Medical Care: Cyberangriff trifft großen Dialysekonzern
Der im bayerischen Hof (Saale) ansässige Dialysekonzern Fresenius Medical Care ist Opfer eines Cyberangriffs geworden, bei dem mutmaßlich interne Daten abgeflossen sind. Die berüchtigte Hackergruppe Shinyhunters bekannte sich im Darknet bereits zu dem Angriff und droht mit einer Datenveröffentlichung. Auch von Fresenius liegt eine offizielle Bestätigung(öffnet im neuen Fenster) zu dem Vorfall vor.
Der Stellungnahme des Konzerns zufolge hat es einen "unbefugten Zugriff auf eine begrenzte Anzahl interner Systeme" gegeben. Wie genau die Angreifer diesen Zugriff erlangt haben, erklärte Fresenius nicht. Auf die Medizinprodukte, die Patientenversorgung, die Produktion sowie den laufenden Geschäftsbetrieb soll der Vorfall allerdings keine Auswirkungen gehabt haben.
Laut Fresenius Medical Care wurden nach Bekanntwerden des Angriffs umgehend Maßnahmen zur Eindämmung eingeleitet. Zudem habe der Konzern zur Untersuchung des Vorfalls führende Cybersicherheitsexperten hinzugezogen und die zuständigen Strafverfolgungsbehörden informiert.
Angreifer drohen mit Leak
Angaben zu den Angreifern oder einer möglichen Erpressung machte Fresenius in seiner Meldung nicht. Wie einem Mastodon-Beitrag von Dark Web Informer(öffnet im neuen Fenster) zu entnehmen ist, scheint jedoch die zuletzt durch Angriffe auf Clop und das FBI aufgefallene Hackergruppe Shinyhunters dahinterzustecken. Diese räumte dem Dialysekonzern zwei Tage Zeit ein, um Kontakt aufzunehmen – vermutlich um über eine Lösegeldzahlung zu verhandeln.
Sofern Fresenius dieser Forderung nicht nachkomme, will Shinyhunters am 25. September alle erbeuteten Daten veröffentlichen. Darunter sollen sich auch "vertrauliche Informationen" befinden. Nähere Details nannte die Gruppe jedoch bisher nicht. Und auch Fresenius machte in seinem Statement keine Angaben dazu, welche Art von Daten den Angreifern auf den infiltrierten Systemen zugänglich waren.
Fresenius Medical Care bietet laut eigener Website(öffnet im neuen Fenster) Produkte und Dienstleistungen für Dialysepatienten an, beschäftigt rund 110.000 Mitarbeiter und betreibt 3.600 eigene Dialysezentren in etwa 40 verschiedenen Ländern. Hinzu kommen 35 Produktionsstandorte in rund 20 Ländern. Allein im Jahr 2025 soll Fresenius mehr als 44 Millionen Dialysebehandlungen abgewickelt haben.
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