Frequenzregulierung: SpaceX warnt vor Beschränkung des Satellitenspektrums
SpaceX kritisiert laut einem Bericht der FT(öffnet im neuen Fenster) die Pläne der Europäischen Kommission zur Regulierung des Satellitenspektrums. Das US-Unternehmen warnt demnach davor, dass dieser Schritt die Konnektivität in der Ukraine verschlechtern könnte, wo der Starlink-Dienst seit Beginn der russischen Invasion eine kritische Rolle für die Kommunikation einnimmt. In einem Dokument, das europäischen Beamten vorliegt, erklärt SpaceX, der Vorschlag berge eine erhebliche Wahrscheinlichkeit, dass Europäer ohne direkte Satellitendienste für Smartphones daständen. Zudem könnten neue europäische Operationen globale Funkstörungen verursachen, die auch Rettungsdienste in der Ukraine betreffen würden.
Die Europäische Kommission schlug im Mai vor(öffnet im neuen Fenster), einen Teil des Frequenzbandes, das die direkte Verbindung zwischen Smartphones und Satelliten ermöglicht, für europäische Akteure zu reservieren. Dadurch würden die Frequenzen für Unternehmen aus den USA und China limitiert. Derzeit nutzen die US-Konzerne Viasat und Echostar dieses sogenannte 2-GHz-Frequenzband. SpaceX argumentiert, der EU-Plan priorisiere das Gründungsland eines Betreibers über wirtschaftliche, technische und regulatorische Realitäten.
USA drohen mit Gegenmaßnahmen
Henna Virkkunen, EU-Exekutiv-Vizepräsidentin für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie, verteidigte die Bevorzugung europäischer Firmen damit, dass die EU die eigenen Kapazitäten in diesem Sektor stärken wolle. In anderen Teilen des Spektrums bleibe die Region offen für internationale Akteure. Laut Personen, die an den Verhandlungen beteiligt sind, wollen einige EU-Beamte mit dem Plan gezielt die Starlink-Plattform von Elon Musk einschränken.
Der Vorschlag folgt auf eine Warnung der US-Fernmeldebehörde FCC vom März. Der FCC-Vorsitzende Brendan Carr äußerte sich besorgt über die Diskussionen um eine europäische Satellitensouveränität und deutete an, dass die USA zu reziproken Maßnahmen gezwungen sein könnten, falls die EU heimische Betreiber bevorzugt.
Verhandlungen stehen noch aus
Der Entwurf der Europäischen Kommission ist allerdings noch nicht final. Das Papier muss zunächst mit den EU-Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament verhandelt werden. Eine Person aus dem Umfeld von SpaceX betonte, dass das Unternehmen weiterhin auf eine Kursänderung hoffe. Grund dafür seien die Bedenken, die sowohl von Firmen als auch von mehreren europäischen Regierungen geäußert wurden.
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