Frequenzen: Vodafone zieht 2G-Abschaltung um zwei Jahre vor

Vodafone Deutschland hat seine Pläne für die 2G-Abschaltung konkretisiert und deaktiviert für Privat- und Geschäftskunden schon im September 2028 den Mobilfunkdienst. Das gab das Unternehmen am 22. September 2025 bekannt. Der Anbieter plante bisher, 2G in Deutschland schrittweise bis Ende 2030 abzuschalten.
Für bestimmte "kritische IoT-Anwendungen" bleibe das 2G-Netz von Vodafone jedoch bis Ende 2030 geöffnet, hieß es. Tanja Richter, Technik-Chefin von Vodafone Deutschland, sagte: "Dadurch gewinnen wir zusätzliche Kapazitäten" für das LTE- und 5G-Netz vor allem für die Menschen auf dem Land. Durch das Abschalten von 2G erhöht sich für LTE und 5G im Low Band der Frequenzbereich. Daraus resultiert ein Kapazitätsgewinn von rund zehn Prozent.
Die Deutsche Telekom nannte als erster Mobilfunkbetreiber in Deutschland einen Termin für die geplante Abschaltung ihres 2G-Netzes zum 30. Juni 2028.
Noch kein 2G-Abschaltdatum von Telefónica Deutschland
Telefónica hatte der Telekom und Vodafone angeboten , ein gemeinsames 2G-Netz zu betreiben, um die Frequenzen besser zu nutzen. Doch dazu kam es nicht.
Der deutsche Markt brauche nicht mehrere 2G-Netze. Das sagte Mallik Rao, Chief Technology & Information Officer von O2 Telefónica, am 14. Juni 2023.
1&1 setzt bei seinem neuen Open-RAN-Netz nur auf 4G und 5G, und nicht auf 2G. Der Mobilfunkbetreiber hat noch kein 2G-Abschaltdatum genannt .
Dem GSM-Mobilfunkstandard sind in Deutschland die Frequenzbereiche von 890 bis 915 MHz und von 935 bis 960 MHz (GSM 900) sowie von 1.710 bis 1.785 und von 1.805 bis 1.880 MHz (GSM 1800) zugeordnet. Der 2G- oder GSM-Mobilfunkstandard wurde 1991 in Deutschland eingeführt und dient bis heute noch hauptsächlich zur Telefonie.
Durch ein Abschalten von 2G-Netzen in Deutschland sind viele Dienste nicht mehr nutzbar . Dies betrifft eCalls (Emergency Calls) im automatischen Notrufsystem für Kraftfahrzeuge, die über 2G-Netze – oder das in Deutschland inzwischen abgeschaltete 3G-Netz – realisiert werden.
Betroffen sind auch ältere Alarmanlagen oder Einbruchmeldeanlagen. Wie viele ausschließlich 2G-fähige Endgeräte derzeit in Deutschland im Einsatz sind, ist nicht bekannt. Damit nach einer Abschaltung von 2G keine Einschränkungen auftreten – insbesondere bei den Notrufanwendungen -, müssten die Netzbetreiber Voice over LTE unterstützen und mit allen Roaming-Partnern integrieren.
Viel Roaming über 2G
Zugleich läuft wegen des Altbestandes an Geräten noch viel Roaming über 2G. Zudem ist ein Hauptteil von M2M generell Roaming-Verkehr, weil damit für alle Länder immer die Summe aller Netze als Coverage Layer dient.
Telefonierende Reisende aus dem Ausland sind in Deutschland vermutlich eher weniger vom Ende von 2G betroffen. So viel Voice Traffic finde dort nicht mehr statt, erklärte ein Insider Golem vor knapp zwei Jahren. "Aber es ist natürlich ein Resilienz-Layer. Wenn gar nichts geht, dann wenigstens noch 2G."
Ein weiterer Grund, warum noch so viel 2G genutzt wird, ist die EU-Emergency-Call-Verordnung (eCall) vom März 2018, die den Einbau des eNotrufs in Autos(öffnet im neuen Fenster) verlangte. Der automatische Notruf funktioniert in den meisten Fällen nur über 2G oder das ehemalige 3G (UMTS). Hier müssen die Autos bis zum Ende ihrer Lebenszeit unterstützt werden. Das gilt auch für viele ältere IoT-Geräte, sogar im Metering-Bereich.