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Frequenzen: Starlink-Konkurrent Iris² wird kein Direct-to-Device beherrschen

Eutelsat hatte groß angekündigt, dass Iris² mit dem 5G-Standard für Non-Terrestrial Networks arbeiten wird. Doch das ist eher aus der Not geboren.
/ Achim Sawall
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Grafik von Eutelsat und Partnern zu Iris² aus dem Jahr 2023 (Bild: Eutelsat)
Grafik von Eutelsat und Partnern zu Iris² aus dem Jahr 2023 Bild: Eutelsat

Die Entscheidung für den Standard 5G NTN (Non-Terrestrial Networks) im europäischen Satellitennetz Iris² durch Eutelsat ist keine Überraschung, sondern ein pragmatischer Schritt weg von proprietären Insellösungen hin zu einer standardisierten Lieferkette. Christian von der Ropp, Berater für Satellitenkommunikation, sagte Golem: "Dass man nun 5G NTN verwenden möchte, ist nichts Besonderes, denn sowohl Starlinks als auch Onewebs Funkprotokoll basieren bereits auf dem Vorläufer von 5G, dem LTE-Standard."

Der Standard 5G NTN beherrscht Direct-to-Device (D2D), aber nicht in den Frequenzen, die Iris² nutzt: "5G NTN ist nicht gleichzusetzen mit Direct-to-Device, also der Möglichkeit den Dienst per Smartphone zu nutzen", erklärte von der Ropp: "5G NTN ist ein Funkprotokoll, das auf verschiedensten Frequenzen eingesetzt werden kann und im Fall von IRIS² sind es das Ku- und Ka-Band. In diesen Frequenzen benötigen Endnutzer zwingend eine Flachantenne mindestens von der Größe, wie man sie von Starlink kennt."

Proprietäre Abwandlungen des LTE-Standards

Heute verwendeten Starlink und Oneweb proprietäre Abwandlungen des LTE-Standards, was für Eutelsat ein großes Problem darstelle, da sie mit Hughes von einem einzigen Zulieferer, der diese Abwandlung entwickelte, abhängig sind. "Das führt nicht nur zu hohen Preisen, sondern hat sich jüngst als enormes Problem herausgestellt, denn Eutelsats Lieferant für die Oneweb-Funktechnik ist insolvent", sagte von der Ropp. Dass man für IRIS² nun einen offenen Standard einsetze und damit von einem diversen Ökosystem von Zulieferern profitieren kann, sei begrüßenswert. Allerdings hatte die Europäische Kommission dies als zentrale Anforderung vorgegeben.

Die Satellitenkonstellation IRIS² (Infrastructure for Resilience, Interconnectivity and Security by Satellite) richtet sich primär an staatliche, militärische und sicherheitsrelevante Akteure, deckt im Rahmen ihrer öffentlich-privaten Partnerschaft (PPP) aber auch kommerzielle und zivile Märkte ab.

Der Berater von der Ropp hatte zuvor kritisiert, dass Iris² von Anfang an als "Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die französische Raumfahrtindustrie gedacht" war und diese massiv bevorteilt habe.


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