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Fremdenfeindliche Ausdrucke: "Hackerangriff" auf Universitätsdrucker

Hackerangriff oder doch nur eine falsche Druckerkonfiguration: In verschiedenen Universitäten in Deutschland sind in den Druckern Dokumente mit fremdenfeindlichem Hintergrund gefunden worden.
/ Hauke Gierow
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Auf netzwerkfähigen Druckern und Kopierern in Universitäten wurden Ausdrucke mit fremdenfeindlichem Inhalt entdeckt. (Bild: www.druckerchannel.de)
Auf netzwerkfähigen Druckern und Kopierern in Universitäten wurden Ausdrucke mit fremdenfeindlichem Inhalt entdeckt. Bild: www.druckerchannel.de

Mitarbeiter und Studierende verschiedener Universitäten haben in Netzwerkdruckern der Institute gestern fremdenfeindliche Dokumente gefunden. Darüber hatte zuerst das Hamburger Abendblatt berichtet(öffnet im neuen Fenster) – und von Hackerangriffen gesprochen.

Wir haben bei den Universitäten nachgefragt, was genau passiert ist. Susanne Langer, Pressesprecherin der betroffenen Universität Erlangen-Nürnberg, sagte, dass die Druckaufträge von "außerhalb der Universität, von einer ausländischen IP-Adresse" ausgelöst worden seien. Ursache seien "fehlerhaft konfigurierte Drucker gewesen", die mit einer öffentlichen IP-Adresse vom Internet aus erreichbar gewesen seien. Die IT-Abteilung sei informiert worden.

Die ebenfalls betroffene Universität Hamburg teilte mit: "Insgesamt waren 10 Systeme betroffen, es wurde jeweils eine Seite ausgedruckt. Die betroffenen Systeme sind mit entsprechenden Sicherheitseinstellungen versehen worden. Die Universität Hamburg hat Strafanzeige gestellt."

Ausländerfeindliche Motive

Die Ausdrucke enthielten verschiedene Hetzschriften mit ausländerfeindlichen Inhalten sowie Hakenkreuze. Außerdem wurden Links zu Neonazi-Seiten abgedruckt. Kopien der Dokumente geben die Universitäten, offenbar auf anwaltlichen Rat, nicht heraus, um sich nicht der Verbreitung ausländerfeindlicher Inhalte strafbar zu machen.

Bereits im März waren an Universitäten in den USA ähnliche Schreiben aufgetaucht, wie die Washington Post(öffnet im neuen Fenster) berichtete. Auch dort sollen die Ausdrucke von außerhalb der Universität ausgelöst worden sein.

Offenbar haben die Angreifer die im Netz verfügbaren Drucker über einen Netzwerkscan ermittelt. Immer wieder gibt es Berichte über fehlerhafte konfigurierte Drucker, auf denen unter anderem auch Malware gehostet wurde. Neben den Universitäten in Hamburg und Erlangen-Nürnberg sollen auch in Tübingen und an weiteren namentlich nicht bekannten Universitäten entsprechende Dokumente aufgetaucht sein.

Das Datum der Attacken ist vermutlich kein Zufall. In Neonazi-Kreisen wird am 20. April der Geburtstag von Adolf Hitler gefeiert.

Neben den Universitäten in Hamburg und Erlangen-Nürnberg sollen auch in Tübingen, Bonn und Münster und an weiteren, namentlich nicht bekannten Universitäten entsprechende Dokumente aufgetaucht sein.


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