Abo
  • Services:

Freifunker zur Störerhaftung: Bundesweites WLAN-Passwort ist keine Lösung

Die Freifunkinitiativen stören sich sehr an der geplanten Verschlüsselungspflicht für freies WLAN. Anstatt die Vorschrift auszuhebeln, wollen sie lieber wie bisher eine Störerhaftung vermeiden.

Artikel veröffentlicht am ,
Mit einem solch einfachen bundesweiten Passwort ließe sich die Verschlüsselungspflicht erfüllen.
Mit einem solch einfachen bundesweiten Passwort ließe sich die Verschlüsselungspflicht erfüllen. (Bild: Golem.de)

Der Förderverein Freie Netzwerke will die geplante Verschlüsselungspflicht für öffentliche Hotspots nicht mit einem bundesweit einheitlichen Sicherheitsschlüssel erfüllen. "Wir wären gar nicht in der Lage, als Förderverein alle Freifunkinitiativen in Deutschland dazu zu bringen, diesen Schlüssel zu nutzen", sagte Vorstandsmitglied Christian Heise auf Anfrage von Golem.de. Das würde zu "riesigen Debatten" führen. Zudem könne der Gesetzgeber kein Interesse an einer Lösung haben, die sich so leicht aushebeln lasse, sagte Heise und fügte hinzu: "Freie Netze und Verschlüsselung passen einfach nicht zusammen."

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Reutlingen
  2. Robert Bosch GmbH, Abstatt

Die Bundesregierung hat vor einem Monat einen Gesetzentwurf präsentiert, mit dem WLAN-Anbieter Rechtssicherheit vor der sogenannten Störerhaftung erhalten sollen. Der Entwurf war zuletzt vor allem deswegen kritisiert worden, weil er von den Anbietern "angemessene Sicherungsmaßnahmen durch anerkannte Verschlüsselungsverfahren oder vergleichbare Maßnahmen" gegen unberechtigten Zugriff fordert. Vor allem die Freifunkinitiativen sehen darin eine überflüssige Hürde und starke Einschränkung ihrer Angebote, weil dadurch die Nutzer zunächst ausgeschlossen würden. Für Heise wäre dies auch der Fall, wenn es ein einheitliches Passwort gäbe. So könnte es für bestimmte Nutzergruppen wie Touristen schwierig sein, zunächst das Passwort zu erfahren.

EU-Kommission könnte Gesetz blockieren

Bislang nutzen Freifunker zwei Wege, um die Störerhaftung zu umgehen. Einzelne Vereine sind als Serviceprovider angemeldet und damit von der Störerhaftung ohnehin befreit. Andere Initiativen leiten den Traffic über ein lokales Gateway zu VPN-Anbietern in Schweden oder den Niederlanden. An diesen Methoden sollten nach Ansicht Heises die Initiativen festhalten, wenn das Gesetz tatsächlich in dieser Form vom Bundestag verabschiedet würde.

Allerdings hofft sein Verein darauf, dass die EU-Kommission dem einen Riegel vorschiebt. So halten sowohl der IT-Branchenverband eco als auch der Verbraucherzentrale Bundesverband den Entwurf nicht mit der E-Commerce-Richtlinie der EU für vereinbar. Zudem hatte sich die EU-Kommission bereits im August 2013 hinter eine Studie gestellt, die automatische Einwahlverfahren für WLAN-Netzwerke forderte. Die kurze Studie bezeichnete "die bisherige Komplexität des Verbindungs- und Authentifizierungsprozesses" als "wesentliches Hindernis" für die stärke Nutzung von WLAN-Angeboten durch Mobilfunkgeräte.

Der Entwurf muss nach Abschluss des Konsultationsverfahrens mit Ländern und Verbänden gegenüber der Europäischen Kommission notifiziert werden. Dabei muss die EU-Kommission die Vereinbarkeit der Pläne mit europäischem Recht prüfen.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de

JensM 16. Apr 2015

Nein, es war ernst gemeint: Ich verstehe den Artikel so, dass das neue Gesetz...

ioxio 16. Apr 2015

Wenn der Freifunk so wie von Heise umgesetzt werden soll, dann geht das nur mit...

tsp 15. Apr 2015

Naja da das Internet an sich sowieso per se ein unsicheres Netz ist - egal ob der...

JensM 15. Apr 2015

Soll das heißen, wenn ich ein WPA2-Schlüssel für mein Netzwerk öffentlich verfügbar...


Folgen Sie uns
       


Huawei Mate 20 Pro - Hands on

Huaweis neues Mate 20 Pro hat eine neue Dreifachkamera, die zusätzlich zum Weitwinkel- und Teleobjektiv jetzt noch ein Ultraweitwinkelobjektiv bietet. In einem ersten Kurztest macht das neue Smartphone einen guten Eindruck.

Huawei Mate 20 Pro - Hands on Video aufrufen
Augmented Reality: Das AR-Fabrikgelände aus dem Smartphone
Augmented Reality
Das AR-Fabrikgelände aus dem Smartphone

Derzeit ist viel von einer Augmented Reality Cloud die Rede. Golem.de hat mit dem Berliner Startup Visualix über den Stand der Technik und künftige Projekte für Unternehmenskunden gesprochen - und darüber, was die Neuerungen für Pokémon Go bedeuten könnten.
Ein Interview von Achim Fehrenbach

  1. Jarvish Motorradhelm bringt Alexa in den Kopf
  2. Patentantrag Apple plant Augmented-Reality in der Windschutzscheibe
  3. Magic Leap Lumin OS Erste Bilder des Betriebssystems für Augmented Reality

Neuer Echo Dot im Test: Amazon kann doch gute Mini-Lautsprecher bauen
Neuer Echo Dot im Test
Amazon kann doch gute Mini-Lautsprecher bauen

Echo Dot steht bisher für muffigen, schlechten Klang. Mit dem neuen Modell zeigt Amazon, dass es doch gute smarte Mini-Lautsprecher mit dem Alexa-Sprachassistenten bauen kann, die sogar gegen die Konkurrenz von Google ankommen.
Ein Test von Ingo Pakalski


    Künstliche Intelligenz: Wie Computer lernen
    Künstliche Intelligenz
    Wie Computer lernen

    Künstliche Intelligenz, Machine Learning und neuronale Netze zählen zu den wichtigen Buzzwords dieses Jahres. Oft wird der Eindruck vermittelt, dass Computer bald wie Menschen denken können. Allerdings wird bei dem Thema viel durcheinandergeworfen. Wir sortieren.
    Von Miroslav Stimac

    1. Informationsfreiheitsbeauftragte Algorithmen für Behörden müssen diskriminierungsfrei sein
    2. Innotrans KI-System identifiziert Schwarzfahrer
    3. USA Pentagon fordert KI-Strategie fürs Militär

      •  /