Freies Office: Rob Weir wirft Libreoffice Statistiktäuschungen vor
Angeregt durch einen Vortrag sah sich Openoffice-Entwickler Rob Weir mehrere Statistiken von Libreoffice näher an und verglich die Zahlen mit jenen von Openoffice. Ausschlaggebend für seine Recherchen waren die vermeintlich 60 Millionen Nutzer von Libreoffice. Weir hält diese und weitere Zahlen von Libreoffice für sehr beschönigend oder aus der Luft gegriffen.
Downloadstatistiken
Zunächst vergleicht Weir die Downloadzahlen(öffnet im neuen Fenster) , die natürlich nicht der Nutzerzahl entsprechen können. Beim Download der Software und eines nachfolgenden Updates wird ein Nutzer zum Beispiel doppelt gezählt. 18 Millionen Downloads zählte Libreoffice seit Januar 2011, Openoffice in etwa genauso viele, jedoch seit Mai 2012.
Die Downloadrate von Openoffice übersteige jene von Libreoffice also um ein Vielfaches. Auch seien die Downloads von Openoffice über externe Webseiten viel größer als jene von Libreoffice. Hinzu komme, dass Libreoffice von geschätzten 30 Millionen Nutzern unter Linux ausgehe, die Libreoffice über ihre Distribution beziehen. Weir kritisiert, nicht ganz zu Unrecht, diese Schätzung entbehre jeder Grundlage.
Community-Größe
Auch die Zahl der 3.000-Community-Mitglieder von Libreoffice hält Weir für weit übertrieben(öffnet im neuen Fenster) , da auch hier keine verifizierbaren Quellen angegeben werden. Weir befasst sich deshalb – nur zum Vergleich – mit der Wiki-Statistik des Projekts, die 3.500 registrierte Nutzer aufweist.
Von denen haben aber Hunderte höchstens ein oder zwei Beiträge hinzugefügt. Die gleiche Statistik für Openoffice zeigt fast 80.000 registrierte Wiki-Nutzer. Angesichts dieser Zahlen sei davon auszugehen, dass Libreoffice die Zahl aktiv Beitragender um den Faktor 10 zu hoch angibt, so Weir.
Entwicklerzahl
Weir listet zudem nicht nur auf(öffnet im neuen Fenster) , dass die Zahl der Programmierer, die an Libreoffice arbeiten, widersprüchlich sei. Auch die Berechnung der Zahl sei alles andere als plausibel. Zum einen würden jetzt inaktive Entwickler gezählt, die für Sun oder Oracle Code zu Openoffice.org beitrugen. Zum anderen zähle Libreoffice auch jene IBM-Entwickler, deren Code aus Openoffice in Libreoffice übernommen worden sei.
Diese Zahl zu nutzen, um eine Community-Größe anzugeben, sei schlicht "irreführend" . Aufgrund dieser Zählweise sei auch klar, warum die Entwicklerbasis von Libreoffice ständig anwachse, schreibt Weir. Das sei einfache Mathematik.
Zwar ist Weirs Kritik gerechtfertigt, die Art und Weise jedoch, wie er sie in seinem Blog darstellt, wirkt eher kleinlich und der angeschlagene Ton erinnert an einen schlechten Verlierer.
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