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ReactOS ist nach mehrjähriger Entwicklungszeit immer noch nicht nutzbar.
ReactOS ist nach mehrjähriger Entwicklungszeit immer noch nicht nutzbar. (Bild: ReactOS/Screenshot: Golem.de)

Freier Windows-Nachbau: ReactOS ist kein Windows-XP-Ersatz

ReactOS ist nach mehrjähriger Entwicklungszeit immer noch nicht nutzbar.
ReactOS ist nach mehrjähriger Entwicklungszeit immer noch nicht nutzbar. (Bild: ReactOS/Screenshot: Golem.de)

Trotz des idealen Zeitpunkts für ReactOS ist es zum Ende des Supports von Windows XP auffallend still um den freien Windows-Nachbau. Einst als möglicher Ersatz für Windows XP gefeiert, dümpelt das Projekt vor sich hin und sucht stattdessen nach Sponsoren.

Es wäre eine ideale Lösung: Statt Windows XP ohne Support könnten Anwender auf eine freie Version von Windows als Ersatz zugreifen. ReactOS sollte eigentlich schon als Alternative für Windows 2000 zum Einsatz kommen. Stattdessen zieht sich die Entwicklung von ReactOS hin. Sich selbst bezeichnet das Projekt als Alpha. Zum einen erweist sich der Nachbau eines kompletten Windows-Betriebssystems als äußerst schwierig, zum anderen musste das Projekt in der Vergangenheit immer wieder Rückschläge hinnehmen und wäre mehrfach auch fast aufgegeben worden.

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  • Der Desktop von ReactOS (Screenshot: Golem.de)
  • ReactOS ist ein freier Nachbau von Windows.
  • Die Systemsteuerung von ReactOS
  • Der Dateimanager ähnelt dem Windows Explorer.
  • Zahlreiche Open-Source-Anwendungen laufen bereits unter ReactOS,...
  • ...etwa Büroanwendungen,...
  • ...Spiele,...
  • ...oder einige Grafikanwendungen,...
  • ...darunter der Webbrowser Firefox oder...
  • ...die Bürosoftware Openoffice.org.
Der Desktop von ReactOS (Screenshot: Golem.de)

Erfolgreiche Projekte wie FreeDOS sind ein Indiz dafür, dass alte Betriebssysteme immer noch eine Fan-Gemeinde haben und auch noch benötigt werden, etwa für alte Kassensysteme, die nur unter DOS laufen. FreeDOS füllt diese Lücke, indem es die Kompatibilität zur alten Software herstellt und auch auf aktuellen Rechnern läuft.

Das ReactOS-Projekt hatte diesen Anspruch ursprünglich gar nicht. Es wollte einfach eine Open-Source-Variante von Windows 95 sein. Immer wieder lief der kleinen Entwicklergemeinde aber die Zeit davon. Noch bevor der Windows-95-Nachbau kam, änderte das Projekt sein Ziel in einen Nachbau von Windows 2000.

Komplett nachgebaut

Da das gesamte Betriebssystem auf eigens geschriebenem Quellcode basiert, muss zunächst der Kernel geschrieben werden - ein nicht unerhebliches Unterfangen. Dazu kommen noch Treiber und ein API beziehungsweise Schnittstelle für Anwendungen aus der Windows-Welt, für dessen Verwendung ReactOS eigentlich gedacht ist. Hier hat sich das Projekt bei dem Wine-Projekt bedient, das eine Win32-API für Linux bereitstellt.

So bekam ReactOS auch eine grafische Oberfläche samt einem Explorer-ähnlichen Dateimanager. Windows-Anwendungen laufen aber nur bedingt unter ReactOS. Zumindest gibt es eine recht ansehnliche Liste freier Software, die sich unter ReactOS installieren und nutzen lässt, darunter der Browser Firefox und das E-Mail-Programm Thunderbird sowie die Bürosoftware Openoffice.org. Libreoffice ließ sich in unserer Testversion nicht installieren, obwohl es in der Liste im Anwendungsmanager enthalten war.

Kaum auf Hardware nutzbar

Die Installation von ReactOS auf einem Rechner ist gegenwärtig nicht zu empfehlen. Es fehlen noch zu viele Treiber, um den Windows-Nachbau sinnvoll zu nutzen. Das Projekt stellt immerhin Installationen für die Virtualisierungsprogramme Virtualbox, VMware oder für Qemu bereit. Dort lässt sich das freie Betriebssystem ausprobieren und auch die diverse Software installieren. Außerdem gibt es eine Live-CD.

Genügend Entwickler für das umfangreiche Projekt zu finden, war schon immer eine der großen Schwierigkeiten. Immerhin konnte sich ReactOS mehrfach beim Google Summer of Code anmelden und so einige Projekte realisieren. Die mangelnde Finanzierung spielte dabei eine wesentliche Rolle.

Gescheiterte Finanzierung

Aktuell leitet Aleksey Bragin als Koordinator das Projekt. Unter seiner Ägide versuchte ReactOS in Russland eine Finanzierung des Projekts, allerdings mit mäßigem Erfolg. Eine im Mai 2012 gestartete Spendenkampagne brachte mit etwa 14.400 Euro noch nicht einmal die Hälfte der erwünschten Summe ein. Eine im Juni 2013 eröffnete Kickstarter-Kampagne scheiterte ebenfalls. Unter dem Namen Thorium Core sollte dann eine kommerzielle Version von ReactOS über Kickstarter finanziert werden. Auch diese Kampagne im Januar 2014 blieb ohne Erfolg.

Anfang April 2014, wenige Tage vor dem letzten Patchday für Windows XP, kündigte ReactOS eine "(R)evolution" an, die am 3. April 2014 begonnen hat. Diesmal hat das ReactOS-Projekt eine Spendenkampagne über Indiegogo gestartet. Finanziert werden soll diesmal eine Community Edition. Diejenigen, die Geld spenden, dürfen sich eine Anwendung wünschen, die unter ReactOS laufen soll. Das eingenommene Geld darf ReactOS auch dann behalten, wenn das anvisierte Ziel von 50.000 US-Dollar nicht erreicht wird.

Auch wenn das Projekt noch weit davon entfernt ist, auch nur annähernd als produktives Betriebssystem eingesetzt zu werden, sind die funktionierenden Versionen in den virtuellen Maschinen schon recht brauchbar, wenn auch nicht besonders ansehnlich. Für die noch nicht terminierte Version 0.4 soll vor allem die Benutzeroberfläche nochmals überarbeitet werden. Vielleicht gibt das Ende von Windows XP dem Projekt einen Schub.


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felyyy 09. Apr 2014

Sehe ich ähnlich. Die meisten Leute, die zu diesem Zeitpunkt immernoch Win XP nutzen sind...

karuso 09. Apr 2014

..so wie bei Linux Firmen wie IBM, RedHat und co. die Geld in die Entwicklung stecken um...

Kasabian 09. Apr 2014

... laufen unter Linux oder einem anderen Unix-System. Dies nicht nur wegen der Kosten...

Kasabian 09. Apr 2014

z.B. für Wine unter Linux. Es ist und war niemals ein produktives System!!! Aber die...

a user 09. Apr 2014

mehr ist vom post nicht hängengeblieben?



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