Freier Videocodec: Realtek stellt ersten SoC mit AV1-Decoder vor

Als erster Hardwarehersteller des Konsortiums Alliance for Open Media (Aomedia) hat Realtek ein SoC angekündigt(öffnet im neuen Fenster) , das über einen Hardware-Decoder für den freien Videocodec AV1 verfügt. Der SoC RTD1311 ist für den Einsatz in Set-Top-Boxen gedacht und unterstützt 4K-UHD-Auflösungen.
Weitere Details zur Unterstützung von AV1 nennt Realtek zwar nicht, es ist aber davon auszugehen, dass zumindest das Main Profile(öffnet im neuen Fenster) mit einer Farbunterabtastung von 4:2:0 bei 8 und 10 Bit Farbtiefe unterstützt wird. Mit Blick auf das Streaming sollte auch das Level 5 unterstützt werden, also UHD bei 30 Bildern je Sekunde. Offiziell verifiziert ist das vonseiten des Herstellers zwar nicht, aber insbesondere die großen Inhalte-Anbieter wie Amazon oder Netflix unterstützen die Entwicklung von AV1, um langfristig über eine Alternative für die hohen Kosten und die komplizierte Patentsituation von HEVC zu verfügen. HEVC wird bisher hauptsächlich für Inhalte mit UHD-Auflösung und HDR verwendet, AV1 unterstützt das ebenfalls.
Das SoC nutzt als Grundlage eine nicht näher spezifizierte ARM-CPU, unterstützt das Encoding von HEVC in 1080p, "alle HDR-Standards" sowie HDMI 2.1, USB 3.0 und PCIe. Hinzu kommen die Unterstützung für eine Bluetooth-Fernbedienung und WLAN sowie ein DVB-C-Demodulator. Realtek will den Chip seinen Kunden auf der Messe Broadcast Asia näher vorstellen.




Die Ankündigung des SoC mit AV1-Decoder passt perfekt in den von der Aomedia vor über einem Jahr veröffentlichten Support-Zeitplan . Das Konsortium ist davon ausgegangen, dass 2019 erste Hardware-Implementierungen als IP-Cores für Chips verschiedener Geräteklassen zur Integration bereitstehen. Im kommenden Jahr 2020 sollen dann Geräte für Endnutzer mit Hardwarebeschleunigung für AV1 zur Verfügung stehen.