Freier CPU-Befehlssatz: Red Hat tritt Risc-V-Foundation bei

Nach dem Mutterkonzern IBM schließt sich nun auch Red Hat offiziell der Risc-V-Foundation an. Davon verspricht sich das Unternehmen mehr Kontrolle über die Hardware.

Artikel veröffentlicht am , Kristian Kißling/Linux Magazin
Red Hat unterstützt künftig auch offiziell die Weiterentwicklung von RISC-V.
Red Hat unterstützt künftig auch offiziell die Weiterentwicklung von RISC-V. (Bild: Joaquim Rocha, flickr.com/CC-BY 2.0)

Der Linux-Distributor und Open-Source-Spezialist Red Hat ist der RISC-V-Foundation beigetreten. Der Branchenverband koordiniert die Entwicklung des gleichnamigen freien CPU-Befehlssatzes. Der Schritt von Red Hat überrascht dabei nicht. Wenn überhaupt ist die Tatsache überraschend, dass der offizielle Beitritt vergleichsweise erst so spät erfolgt. Denn Red Hat beschäftigt sich bereits seit einiger Zeit mit RISC-V. Die von Red Hat unterstützte Linux-Distribution Fedora unterstützt seit Version 28 auch RISC-V-Boards. Einer der Gründe: Mehr Transparenz. Ein anderer: Keine Lizenzgebühren wie bei ARM.

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Bereits Ende 2018 erklärte Entwickler DJ Delorie im Red-Hat-Blog, dass der Open Core von RISC-V es einfacher mache, Sicherheitslücken wie Meltdown und Spectre zu entdecken und vor allem zu patchen. Nutzer der Chips von AMD und Intel seien bislang auf Versicherungen der Unternehmen angewiesen, was solche Patches angeht.

ARM versus RISC-V

Die derzeit im Embedded-Bereich, etwa in Smartphones, Tablets, TV-Geräten und Ähnlichem häufig eingesetzte ARM-Architektur setzt wie RISC-V ebenfalls auf RISC-Prozessoren (Reduced Instruction Set Computer). Allerdings ist die Architektur proprietär: ARM lizenziert die angepassten Architekturen. Bei RISC-V sind solche Lizenzierungen nicht nötig, jeder Hardware-Hersteller kann seine eigenen RISC-V-Chips auf den Markt bringen. Weil auch Raspberry Pi mittlerweile ein RISC-V-Mitglied ist, gibt es Spekulationen, dass die Macher des Minirechners in Zukunft womöglich die bisherige ARM-Architektur durch RISC-V ersetzen könnten.

Der Post von DJ Delorie verschweigt allerdings auch nicht die Nachteile einer offenen CPU: Es sei mehr Arbeit nötig, um die restliche Hardware an die CPU anzupassen. Eine Fragmentierung der veröffentlichten Hardware könnte dank angepasster Kerne ein Problem werden.

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Einige dieser Probleme treibt auch die RISC-V-Foundation um, die mittlerweile 275 Mitglieder zählt. Diese arbeiten gemeinsam an einer Instruction Set Architecture (ISA) für RISC-V und am Software- und Hardware-Ökosystem rund um die Architektur. Dabei orientiert sich die RISC-V-Foundation auch an der Linux Foundation, mit der eine Kollaboration besteht.

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