Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Freie Werkstätten: Tesla muss Reparaturanleitungen herausrücken

Werkstätten müssen Anleitungen und Diagnosesoftware für Tesla-Reparaturen bekommen, doch dafür sind hohe Kosten fällig.
/ Andreas Donath
28 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Model S (Bild: Tesla)
Model S Bild: Tesla

Auf Druck des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) bei der EU-Kommission in Brüssel muss Tesla freien Werkstätten den Zugang zu Wartungs- und Reparaturhandbüchern(öffnet im neuen Fenster) gewähren. So können auch Fachbetriebe, die nicht von Tesla zertifiziert wurden, Reparaturen vornehmen und die Fahrzeuge im Auftrag ihrer Kunden warten.

Nach Angaben des Verbandes muss Tesla auch den Zugang zu Diagnose- und Programmierungssoftware gewähren, denn ohne diese Anwendungen sind kaum größere Reparaturen möglich. Allerdings verlangt Tesla hohe Gebühren für die Software und für den Zugriff auf die Wartungsinformationen, die nur online abrufbar sind.

Laut ZDK fallen 125 Euro pro Stunde für die Nutzung dieser Software an. Wer nur die Wartungsinformationen über Teslas Informationsportal benötigt, muss für den Zugriff immerhin 30 Euro pro Stunde zahlen.

Streitbarer Verband gegen Teslas Gebühren

Die Gebühr für die Nutzung der Software ist dem ZDK zu hoch. Der Verband sieht darin einen Verstoß gegen die in der Typgenehmigungsverordnung (EU) 2018/858 festgelegte Anti-Diskriminierungsklausel. Diese besagt, dass es unabhängigen Fachbetrieben möglich sein müsse, ihren Kunden ein ähnliches Angebot wie Vertragswerkstätten zu machen.

"Wir werden daher auch dieses Problem an die zuständigen Stellen bei der Europäischen Kommission kommunizieren, um eine Verbesserung zu erwirken", kündigte ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk an.

Tesla-Reparaturhandbücher schon einmal kostenlos verfügbar

Auf der chinesischen Tesla-Website war es gegen Ende des vergangenen Jahres möglich, sich zu registrieren und dann unentgeltlich Zugriff auf die gewünschten Informationen zu erhalten. Die Freigabe scheint ein Fehler gewesen zu sein, denn wenig später war ein Download nicht mehr möglich. Mittlerweile wurden die Daten aber von zahlreichen Nutzern kopiert und lassen sich Leserberichten zufolge schon in Tauschbörsen finden.


Relevante Themen