Freie Firmware: Linuxboot startet Windows

Es war eigentlich nur noch eine Frage der Zeit: Der bei Google angestellte Entwickler Chris Koch berichtet auf Twitter(öffnet im neuen Fenster) vom erfolgreichen Start eines kompletten Windows-Systems mittels eines Linux-Bootloaders in der Firmware. Erst vor knapp zwei Wochen hatte Koch ein erstes erfolgreiches Experiment verkündet , wodurch dies überhaupt erst möglich erschien.
Die Arbeiten sind Teil des Linuxboot-Projekts, das einen Großteil der bisher proprietären UEFI-Software durch Linux ersetzen will. Die Idee dazu stellte der Begründer des Coreboot-Projekts, Ronald Minnich, erstmals im Herbst 2017 vor . Inzwischen wird das Linuxboot-Projekt unter anderem mit Unterstützung von Facebook als Kollaborationsprojekt unter Führung der Linux Foundation geführt und erste Server-Hersteller unterstützen Linuxboot für ihre Hardware.
Ziel des Projekts ist es, große Teile der bisher proprietären UEFI-Implementierungen durch den Linux-Kernel und eine kleine Userspace-Umgebung zu ersetzen. Damit sollen die wenig getesteten UEFI-Komponenten und -Treiber durch die wesentlich stärker getesteten und frei verfügbaren Linux-Bestandteile ersetzt werden. Zusätzlich entfernt Linuxboot unnötigen Code und beschleunigt damit den Bootvorgang. Der in der Firmware eingesetzte Linux-Kernel fungiert dabei selbst als eine Art erster Bootloader, um ein weiteres System zu starten. Bisher war dies üblicherweise Linux, nun kann damit aber auch ein Windows-System gestartet werden.
Noch verfügt das Team lediglich über einen Zugriff per Systemkonsole. Das könnte für den Einsatz in Serverszenarien möglicherweise schon ausreichen. Das Team will laut Koch aber nun auch an einer Grafikunterstützung arbeiten. Zuständig für die Umsetzung ist der Entwickler Ofir Weisse. Koch schreibt dazu, Weisse sei in seinem ganzen Leben noch nie so beeindruckt von der Ipconfig-Ausgabe gewesen.



