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Freenet: "Wir müssen jeden Tag kämpfen"

Fiberdays
Freenet -Chef Christoph Vilanek sehnt sich in die guten alten Zeiten zurück, in denen die Netzbetreiber attraktive Angebote machen mussten. Jemand müsse rote Karten vergeben.
/ Achim Sawall
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Freenet-Chef Christoph Vilanek auf den Fiberdays 23 in Wiesbaden (Bild: Breko)
Freenet-Chef Christoph Vilanek auf den Fiberdays 23 in Wiesbaden Bild: Breko

Freenet-Chef Christoph Vilanek hat die gegenwärtigen Bedingungen für den MVNO (Mobile Virtual Network Operator) als zu eng bezeichnet. Das Geschäftsmodell, "das wir heute haben, ist auskömmlich, aber wir müssen jeden Tag kämpfen" , sagte Vilanek am 16. März 2023 auf den Fiberdays in Wiesbaden(öffnet im neuen Fenster) . Die Netzbetreiber gäben Freenet "immer nur so viel, wie ihr uns zugesteht, und wenn ihr nicht zu dritt wäret, dann würden wir abgespeist werden" .

Weil man als einziger alle drei Netze habe, könne der Discounter Freenet eine gewisse "Balance of Power" im Markt herstellen.

"Der Mobilfunk kann ein Rollenmodell sein" verglich Vilanek die Situation mit dem Festnetz und Open Access. "Wir hatten viele Jahre eine Diensteanbieterverpflichtung für die Netzbetreiber. Das hat es sicherlich gefördert, dass eine hohe Anzahl von Spielern zu gleichen Rahmenbedingen in den Markt gegangen sind." Doch davon seien nur noch anderthalb übrig.

Klagen gehört dazu

Eine Diensteanbieterverpflichtung bedeute, dass "ich nicht schlechter gestellt werden darf als der eigene Vertrieb des Netzbetreibers. Doch dieses Privileg ist bei der vorletzten Auktion gefallen" , klagte Vilanek. Geblieben sei eine unverbindliche Verhandlungspflicht. Doch es müsse jemand da sein, der eine gelbe und auch eine rote Karte vergeben könne, forderte er. Ob das die Bundesnetzagentur oder eine andere Instanz sein solle, wurde nicht ganz deutlich.

So eine Regelung sei wettbewerbsfördernd und sonst entstünden Abhängigkeiten statt attraktiver Preise für den Endverbraucher und schnellere Penetration der Netze. "Bei der nächsten Frequenzauktion sollten wir wieder eine Diensteanbieterverpflichtung eingehen" , forderte Vilanek. Die Profitabilität von Freenet sei zuletzt erneut gewachsen.

"Klagen gehört so ein bisschen zum Geschäft bei denen, die bei uns Vorleistungspreise einkaufen" , erklärte Telekom-Chef Tim Höttges am 23. Februar 2023 . "Wir sind mit ihm bilateral in allen Verhandlungen, damit er uns auch als wichtiger Partner erhalten bleibt." Mit "allen Verhandlungen" dürfte Höttges auch Gespräche über den Zugang zu 5G-Produkten der Telekom durch Freenet meinen.

Offenlegung: Golem.de hat auf Einladung des Breko an der Veranstaltung in Wiesbaden teilgenommen. Die Reisekosten wurden von dem Branchenverband komplett übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.


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