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Freenet: Viele Nutzer finden 5G-Tarife zu teuer

Freenet möchte Zugang zum 5G -Netz günstiger einkaufen. Doch das Problem des MVNO ist auch hausgemacht.
/ Achim Sawall
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Freenet hat kein eigenes Netz. (Bild: Freenet)
Freenet hat kein eigenes Netz. Bild: Freenet

Freenet kritisiert offenbar, dass die Netzbetreiber ihre 5G-Netze nicht ausreichend für MVNOs (Mobile Virtual Network Operator) öffnen. Das hat Golem.de aus unternehmensnahen Kreisen erfahren. "Grundsätzlich gehen der schwache Mobilfunkwettbewerb und die hohen Endkundenpreise darauf zurück, dass sich die Netzbetreiber davor sperren, netzunabhängigen Mobilfunkanbietern den diskriminierungsfreien Zugang zu den 5G-Netzen zu verkaufen."

Dadurch teilten sich Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica auch über drei Jahre nach dem Vermarktungsstart den 5G-Markt fast komplett untereinander auf. Die Netzbetreiber verfügten über die Preissetzungsmacht auf dem Endkundenmarkt, betonte unsere Quelle.

United Internet sei dabei, ein eigenes Netz aufzubauen. Freenet sei als Serviceprovider ohne eigenes Netz übriggeblieben. Überleben sei da schwierig, betonte der damalige Aufsichtsratschef von Freenet, Helmut Thoma, im Mai 2022 .

"Das Ziel muss sein, sich aus dieser absoluten Abhängigkeit von den großen Netzgesellschaften zu befreien. Das Wohlwollen von Vodafone und Deutscher Telekom über Boni und Provisionen entscheidet über unser Schicksal" , sagte Thoma.

Umfrage: 5G für viele zu kostspielig

Laut einer Studie, die Meinungsforscher von Infas quo im Auftrag von Freenet durchführten, können sich den 5G-Zugang nur wenige leisten, sagen mehr als ein Drittel der Befragten (37,3 Prozent). Familien mit Kind (77,7 Prozent) beziehungsweise Haushalte mit mehr als drei Personen (74,3 Prozent) bewerten die derzeitige Marktsituation besonders kritisch.

Knapp die Hälfte sprach sich für größere Anbietervielfalt aus, damit durch mehr Wettbewerb auch die Preise sinken (49,1 Prozent). Mehr als jeder zweite Befragte nimmt zwar die Mobilfunkunternehmen in die Pflicht, wünscht sich aber gleichzeitig, dass die Politik den Wettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt gesetzlich regelt (53,8 Prozent). Fast jeder achte Befragte sieht nur die Politik in der Pflicht (12,3 Prozent). Rickmann von Platen, Vorstand Partnerbeziehungen (CCO) bei Freenet, erklärte: "Die oligopolistischen Strukturen des Mobilfunkmarktes" böten kein tragfähiges Fundament für eine lebendige Anbieterlandschaft.


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