Abo
  • Services:
Anzeige
Freenet ist ein P2P-Netzwerk für den anonymen Datentausch.
Freenet ist ein P2P-Netzwerk für den anonymen Datentausch. (Bild: Screenshot Golem.de)

Freenet: Das anonyme Netzwerk mit der Schmuddelecke

Freenet ist ein P2P-Netzwerk für den anonymen Datentausch.
Freenet ist ein P2P-Netzwerk für den anonymen Datentausch. (Bild: Screenshot Golem.de)

Freenet wird als P2P-Netzwerk für den anonymen Tausch von Informationen bezeichnet. Besonders anonym ist es ohne spezielle Einladung nicht. Schon beim Einstieg wird der Schmuddelfaktor des Netzwerks deutlich.
Von Jörg Thoma

Es ist langsam, die dort angebotenen Inhalte sind in der Mehrzahl moosalt und meist einfach nur schlüpfrig: Freenet gilt dennoch als eine der größeren Alternativen zu Tor und dem Invisible Internet Project (I2P). Es soll dem anonymen Tausch von Informationen dienen. Freenet leitet keine Daten aus dem Internet weiter, sondern speichert sie in seinem Netz. Es ist also vergleichbar mit Tors Hidden Services oder I2P.

Anzeige

Nachdem wir uns für den ersten Teil unserer Reihe über Alternativen zum als unsicher geltenden Tor-Netzwerk das Invisible Internet Project (I2P) angesehen haben, widmen wir uns daher nun im zweiten Teil Freenet.

Absolute Meinungsfreiheit

Das P2P-Netzwerk ist zwar verschlüsselt, die IP-Adressen der Teilnehmer können zumindest in dem halb öffentlichen Bereich, auch Opennet genannt, aber recht leicht erfasst werden. Deshalb gibt es in Freenet noch einen privaten Bereich. Dieses Darknet kann nur auf Einladung betreten werden.

Das Angebot des Anonymisierungsnetzwerks Freenet - nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Telekommunikationsunternehmen Freenet AG - dürfte so manchem unbedarften Surfer die Schamesröte ins Gesicht treiben. Teilweise sind die Inhalte sogar illegal. Bereits in der Präambel wird darauf hingewiesen: Bei Freenet gilt die Meinungsfreiheit als oberstes Gut. Es wird in Kauf genommen, dass die Freiheit auch missbraucht werden kann.

Prinzipiell ist Freenet ein großer verteilter Datenbestand. Die Inhalte werden in kleine Datenhappen aufgeteilt und landen verschlüsselt bei jedem Teilnehmer auf dem Rechner. Entsprechend müssen Anwender bei der Einrichtung dem Netzwerk einen Teil ihres Datenspeichers zur Verfügung stellen. Die Idee dahinter ist, dass niemand für die jeweiligen Daten zur Verantwortung gezogen werden kann, selbst wenn sie entschlüsselt werden, da sie von jedem im Netzwerk stammen könnten. Die meisten Inhalte sind aber längst nicht immer und oft sogar nicht mehr verfügbar, auch wenn die rudimentäre Suchmaschine des P2P-Netzwerks sie anzeigt.

Langsames Netzwerk mit begrenztem Speicherplatz

Dass nicht jeder immer im Freenet unterwegs ist, wird ebenfalls berücksichtigt. Kopien populärer Dateien werden auf anderen Knoten mehrfach zwischengespeichert. Das dient vor allem dem Zweck, dass sie schneller beim Nutzer landen. Denn Freenet ist alles andere als ein flinkes Netzwerk.

Es dauert meist einige Minuten, bis Inhalte auf den Rechner des Nutzers gelangen. Oft bricht der Download sogar mit der Fehlermeldung ab, die Datei sei nicht vorhanden. Denn unendlich ist der Speicherplatz im Freenet nicht. Je älter die Datei, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sie noch komplett verfügbar ist. Unseren Stichproben zufolge stammen viele Inhalte noch aus dem Jahr 2008, offenbar eine Hochphase der Nutzung von Freenet.

Immerhin versuchen die Entwickler, den Einstieg in Freenet so einfach wie möglich zu machen. Sobald die Software installiert und der Proxy-Server gestartet ist, erscheint eine Übersichtsseite mit Links zu einigen sogenannten Free Blogs oder abgekürzt Flogs. Darin werden etwa die jüngst hinzugefügten Inhalte aufgelistet. Im Februar 2015 waren es mehrere Dutzend neue und zahlreiche aktualisierte Daten. Unter dem Suchbegriff Ukraine haben wir aber kaum aktuelle Inhalte, etwa zur aktuellen Krise dort, entdeckt. Stattdessen bekamen wir ein 2004 populäres Fototagebuch der Tschernobyl-Besucherin Filatova Elena Vladimirovna namens Ghost Town zu sehen. Es taucht auch ein Link zur Freesite von Wikileaks auf. Die in HTML geschriebenen Webseiten werden im Freenet Freesites genannt.

Nichts wird gelöscht 

eye home zur Startseite
ArneBab 04. Mär 2015

Auf Twitter hat der Autor versprochen,¹ dass die im Artikel völlig fehlenden Foren und...

ArneBab 27. Feb 2015

Laut Gesetz ist das IIRC Jugendpornographie (und ganz böse). Selbst dann, wenn über 18...

azeu 27. Feb 2015

Wo kann ich spenden um Leuten wie Dir zu helfen?

azeu 27. Feb 2015

Man soll nicht immer von sich auf andere schliessen :) Studien haben auch schon...

Der Held vom... 26. Feb 2015

Darauf wollte ich hinaus. Ich kann mir schwer vorstellen, das das Freenet schmuddeliger...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. ViaMedia AG, Stuttgart
  2. Ratbacher GmbH, Montabaur
  3. BG-Phoenics GmbH, Hannover
  4. über Gfeller Consulting & Partner AG, Region Schaffhausen (Schweiz)


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. The Revenant, Batman v Superman, James Bond Spectre, Legend of Tarzan)
  2. (u. a. Fast & Furious 1-7 Blu-ray 24,29€, Indiana Jones Complete Blu-ray 14,76€, The Complete...
  3. 39,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       


  1. Square Enix

    Neustart für das Final Fantasy 7 Remake

  2. Agesa 1006

    Ryzen unterstützt DDR4-4000

  3. Telekom Austria

    Nokia erreicht 850 MBit/s im LTE-Netz

  4. Star Trek Bridge Crew im Test

    Festgetackert im Holodeck

  5. Quantenalgorithmen

    "Morgen könnte ein Physiker die Quantenmechanik widerlegen"

  6. Astra

    ZDF bleibt bis zum Jahr 2020 per Satellit in SD verfügbar

  7. Kubic

    Opensuse startet Projekt für Container-Plattform

  8. Frühstart

    Kabelnetzbetreiber findet keine Modems für Docsis 3.1

  9. Displayweek 2017

    Die Display-Welt wird rund und durchsichtig

  10. Autonomes Fahren

    Neues Verfahren beschleunigt Tests für autonome Autos



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Quantencomputer: Nano-Kühlung für Qubits
Quantencomputer
Nano-Kühlung für Qubits
  1. IBM Q Mehr Qubits von IBM
  2. Quantencomputer Was sind diese Qubits?
  3. Verschlüsselung Kryptographie im Quantenzeitalter

XPS 13 (9365) im Test: Dells Convertible zeigt alte Stärken und neue Schwächen
XPS 13 (9365) im Test
Dells Convertible zeigt alte Stärken und neue Schwächen
  1. Prozessor Intel wird Thunderbolt 3 in CPUs integrieren
  2. Schnittstelle Intel pflegt endlich Linux-Treiber für Thunderbolt
  3. Atom C2000 & Kaby Lake Updates beheben Defekt respektive fehlendes HDCP 2.2

Calliope Mini im Test: Neuland lernt programmieren
Calliope Mini im Test
Neuland lernt programmieren
  1. Arduino Cinque RISC-V-Prozessor und ESP32 auf einem Board vereint
  2. MKRFOX1200 Neues Arduino-Board erscheint mit kostenlosem Datentarif
  3. Creoqode 2048 Tragbare Spielekonsole zum Basteln erhältlich

  1. Re: Jetzt kann ich endlich mein Datenvolumen in...

    NaruHina | 17:30

  2. Re: Störende Kabel?

    HubertHans | 17:26

  3. Re: Gibt es noch Menschen die Analog schauen

    hansjoerg | 17:22

  4. Re: FF Remakes für Switch

    kayozz | 17:20

  5. Re: macht Tesla nicht übermäßig viel Miese mit...

    ArcherV | 17:16


  1. 16:55

  2. 16:46

  3. 16:06

  4. 16:00

  5. 14:21

  6. 13:56

  7. 12:54

  8. 12:41


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel