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Freedom of Information Act: Klage gegen Jahrzehnte alte Software des FBI

Das FBI sucht von Bürgern angefragte Dokumente nur mit einem Programm von 1995. Neuere Software sei "Ressourcenverschwendung". Nun klagt Ryan Shapiro dagegen, dass alle seine Anfragen mit "Keine Dokumente vorhanden" beantwortet werden.

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Das FBI will keine moderne Suchsoftware einsetzen, und wird nun dafür verklagt.
Das FBI will keine moderne Suchsoftware einsetzen, und wird nun dafür verklagt. (Bild: Wikimedia)

Der MIT-Doktorand Ryan Shapiro verklagt das US-Justizministerium, zu dem das FBI gehört, weil dieses sich weigert, seine Software zur Bearbeitung von Informationsfreiheitsanfragen zu aktualisieren. Mit dem derzeit verwendeten Programm sei das Finden angefragter Dokumente überaus unwahrscheinlich, argumentiert Shapiro in seiner Klage, und nennt das "Failure by Design".

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Laut amerikanischem Freedom of Information Act ist eine Behörde verpflichtet, von Bürgern angefragte Dokumente mit „zumutbarem Aufwand" zu suchen. Das Justizministerium nutzt dem britischen Guardian zufolge für solche Suchen aber die Uralt-Software "Automated Case Support System" (ACS), die systematisch unzureichende Ergebnisse produziere, und daher den gesetzlichen Anforderungen nicht gerecht werde.

FBI-Software aus Windows 3.11-Ära

ACS ist seit 1995 im Einsatz und baut auf alter Mainframe-Technologie aus den 1980ern auf. Es war ursprünglich nur als Backup-System zu den damals üblichen Papierordnern gedacht und gespeicherte Informationen konnten weder geändert noch aktualisiert werden. IT-Experten der 9/11-Untersuchungskommission kritisierten ACS daher als "bereits obsolet, als es in Betrieb genommen wurde" und beklagten: "Vor 9/11 hatte das FBI nicht einmal die Fähigkeit, zu wissen was es wusste."

Trotzdem ist ACS offenbar noch heute in Betrieb. Ein erster Versuch das System mit aktuellerer Software zu ersetzen scheiterte 2005, als die Verantwortlichen die Entwicklung des Nachfolgeprogramms "Virtual Case File" einstellen mussten. Es wurde trotz eines Gesamtbudgets von über 100 Millionen US-Dollar noch vor Inbetriebnahme wegen grundlegender Designfehler entsorgt.

Nutzung moderner Software „Ressourcenverschwendung"

Seit 2012 arbeitet das FBI nun mit "Sentinel", dem offiziellen Nachfolger von ACS, das nach 2005 mit einem Budget von über 450 Millionen US-Dollar entwickelt wurde. Berichten zufolge scheint das System für die Mehrheit der FBI-Agenten gut zu funktionieren.

Dennoch nutzt das FBI zur Bearbeitung von Informationsfreiheitsanfragen laut Shapiro weiterhin das unzureichende, alte ACS. Offizielle Begründung der Behörde: Eine Suche mit dem modernen Sentinel-System wäre eine "unnötige Wiederholung der ACS-Standardsuche des FBI und eine Verschwendung von FBI-Ressourcen."

Für Shapiro ist das ein Beleg für die gezielte Behinderung von Informationsfreiheitsanfragen durch das Justizministerium und das FBI. Nun muss das Gericht in Washington entscheiden, ob Sentinel wirklich besser ist als sein Vorgänger aus der Windows 3.11-Ära.

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