Freedom Hosting II: Ein Fünftel des Darknets ist verschwunden

Es sollte nur ein kleiner Ausflug ins Darknet werden, doch dann nahm ein Hacker rund 20 Prozent der Onion-Seiten vom Netz. Viele davon sollen Kindesmissbrauchsdarstellungen verbreitet haben. Der Hacker sagt: "Es war mein erster Hack überhaupt. Ich hatte einfach die richtige Idee."

Artikel veröffentlicht am ,
Ein fünftel aller Darknet-Seiten ist vom Netz genommen worden.
Ein fünftel aller Darknet-Seiten ist vom Netz genommen worden. (Bild: David Bates/Golem.de)

Ein Hoster von Tor-Hidden-Services ist offenbar erfolgreich angegriffen worden. Freedom Host II soll Schätzungen zufolge rund 15 bis 20 Prozent aller Hidden-Services, auch als Darknet bekannt, ausliefern. Alle bei Freedom Host II gespeicherten Seiten leiten derzeit auf eine Erpresserbotschaft um. Insgesamt sind rund 10.000 Seiten betroffen.

Stellenmarkt
  1. Gruppenleiter Firmware (m/w/d)
    Basler AG, Ahrensburg (Home-Office möglich)
  2. Delphi Entwickler (m/w/d)
    medavis GmbH, Karlsruhe
Detailsuche

In der Nachricht wird den Betreibern der Seite vorgeworfen, Darstellungen von Kindesmissbrauch ("Kinderpornographie") gehostet zu haben, obwohl viele der Seiten angeben, dass sie eine Null-Toleranz-Politik fahren würden. Außerdem würden viele betrügerische Scam-Seiten gehostet.

Weiter heißt es, dass die gesamten Dateien kopiert seien, insgesamt 74 Gbyte, zudem eine 2,3 Gbyte große Datenbank. Die Dateien sollen für einen geringen Betrag von 0.1 Bitcoin verkauft werden, was rund 100 Euro entspricht. Ob die Auktion ernst gemeint ist, ist unklar. Eine vollständige Liste aller betroffenen Seiten hat die Forscherin Sarah Jamie Lewis zusammengetragen.

Hacker hat sich von Seite zu Seite vorgearbeitet

Nach Informationen von Engadget sollen die Informationen an Sicherheitsforscher und Ermittlungsbehörden weitergegeben werden. Der Angreifer soll zunächst Kontrolle über eine Seite gehabt und sich dann durch manipulierte Konfigurationsdateien zu weiteren Seiten vorgearbeitet haben.

Golem Karrierewelt
  1. Masterclass Data Science mit Pandas & Python: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    29./30.09.2022, Virtuell
  2. Java EE 8 Komplettkurs: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    20.-24.06.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Der mutmaßliche Hacker sagte Motherboard: "Es war mein erster Hack, jemals." Eigentlich habe er sich den Server nur ansehen und nicht aus dem Netz nehmen wollen. Dann habe er aber mehrere Webseiten mit Darstellungen von Kindesmissbrauch gefunden und sich anders entschieden. Tor-Nutzer werden immer wieder durch Exploits in der Long-Term-Support-Version von Firefox angegriffen, auf der der Tor-Browser basiert.

Das FBI ermittelt seit Jahren im Tor-Netzwerk und setzt dafür auch Malware ein. Dabei hat die US-Polizeibehörde teils kreative Argumentationen, etwa dass Tor-Nutzer kein Recht auf Privatsphäre hätten, weil sie ihre IP-Adresse mit den Nodes freiwillig teilten. Außerdem entschied sich das FBI, einen mutmaßlichen Pädokriminellen laufen zu lassen, um die selbst entwickelten Exploits und die Malware zu schützen. Dass auch Drogenhändler im Darknet nicht immer viel Ahnung von Sicherheit haben, zeigen ihre gefährlichen Anonymitätstipps.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Celald 08. Feb 2017

die statistische Wahrscheinlichkeit variert. Wenn du "blond", "blauäugig" bist und...

Eichhorn73 08. Feb 2017

Finde ich auch... Plausibel ist das alles nicht und stinkt zum Himmel

der_wahre_hannes 07. Feb 2017

Im Artikel steht nur, dass die Seiten auf eine "Erpresserbotschaft umgeleitet" werden...

Projektor 07. Feb 2017

Das heißt aber noch lange nicht, dass sich jeder an die Ethik des CCC zu halten hat...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
"Macht mich einfach wahnsinnig"
Kelber beklagt digitale Inkompetenz von VW

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber hat vor einem Jahr ein Elektroauto bei VW bestellt. Und seitdem nichts mehr davon gehört.

Macht mich einfach wahnsinnig: Kelber beklagt digitale Inkompetenz von VW
Artikel
  1. Nancy Faeser: Der wandelnde Fallrückzieher
    Nancy Faeser
    Der wandelnde Fallrückzieher

    Angeblich ist Nancy Faeser Bundesinnenministerin geworden, um sich für den hessischen Landtagswahlkampf zu profilieren. Das merkt man leider.
    Ein IMHO von Friedhelm Greis

  2. Unikate: Deutsche Post verkauft eine Milliarde Matrixcode-Briefmarken
    Unikate
    Deutsche Post verkauft eine Milliarde Matrixcode-Briefmarken

    Die Deutsche Post begann im Februar 2021, Briefmarken mit Matrixcode zu verkaufen. Nun wurden bereits eine Milliarde Stück verkauft.

  3. Agile Softwareentwicklung: Einfach mal so drauflos programmiert?
    Agile Softwareentwicklung
    Einfach mal so drauflos programmiert?

    Ohne Scrum wäre das nicht passiert, heißt es oft, wenn etwas schiefgeht. Dabei ist es umgekehrt: Ohne agiles Arbeiten geht es nicht mehr. Doch es gibt drei fundamentale Missverständnisse.
    Von Frank Heckel

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Xbox Series X bestellbar • Samsung schenkt 19% MwSt. • MindStar (u. a. AMD Ryzen 9 5950X 488€) • Cyber Week: Jetzt alle Deals freigeschaltet • LG OLED TV 77" 62% günstiger: 1.749€ • Bis zu 35% auf MSI • Alternate (u. a. AKRacing Core EX SE Gaming-Stuhl 169€) [Werbung]
    •  /