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Huawei macht den Transparenzmodus besser und schlechter

Im Transparenzmodus werden die Geräusche der Umgebung gezielt aufgenommen, um das Umfeld akustisch mitzubekommen oder sich mit anderen unterhalten zu können. Dabei klingen die Freebuds Pro 5 so natürlich wie keine anderen Huawei-Hörstöpsel bisher. Allerdings kommen sie nicht an die vorbildliche Natürlichkeit der Airpods-Pro-Modell heran.

Bei den Freebuds Pro 5 gibt es kein lästiges Grundrauschen mehr, was beim Vorgängermodell ohnehin nur in leisen Umgebungen ohne Musikzuspielung störend aufgefallen war. Ärgerlicher ist es, dass die Technik zur Reduzierung von pfeifenden Windgeräuschen wieder weggelassen wurde. Hier schneiden die Freebuds Pro 4 besser ab.

Beim neuen Modell können wir den Transparenzmodus auf Zuruf aktivieren. Die Idee dahinter ist, dass wir Musik hören und uns ohne weiteres Zutun mit anderen unterhalten können. Das funktioniert aber nicht. Zwar aktiviert sich der Transparenzmodus, sobald wir sprechen, doch die Musik läuft in unveränderter Lautstärke weiter, so dass wir die Musik doch wieder anhalten müssen.

Neuer Adaptiv-Transparenzmodus

Weiterhin wird die Musik weder angehalten noch leiser gestellt, wenn wir mittels Gesten den Transparenzmodus einschalten. Die Bose-Funktion Active Sense greifen andere Hersteller bisher nicht auf, obwohl sie so praktisch ist, dass wir sie gern bei allen ANC-Produkten hätten.

Huawei hat einen neuen Adaptiv-Modus in die Freebuds Pro 5 integriert, der ähnlich funktioniert wie bei den Airpods-Produkten: Der Transparenz- und ANC-Modus laufen parallel. Damit sind die Umgebungsgeräusche zwar zu hören, aber ein wenig reduziert, folglich muss Musik nicht unbedingt lauter gestellt werden.

Bei den Freebuds Pro 5 sind wir mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Der Hersteller geht davon aus, dass Durchsagen in Bussen oder Bahnen besser zu verstehen sind. Das ist nicht der Fall, wir können solche Ansagen mit dem normalen Transparenzmodus besser verstehen. Immerhin ist der Adaptiv-Betrieb so gut, dass wir damit Musik und die Umgebung hören können, ohne die Musik lauter einstellen zu müssen.

Schlecht gemacht: Nur in der Huawei-App können wir zwischen normalem Transparenzmodus und Adaptiv-Betrieb wechseln. Am Stöpsel ist kein Wechsel vorgesehen. Das macht die Nutzung beider Modi entsprechend unkomfortabel.

Lautstärke-Automatik ohne Effekt

Etwas überraschend für ein ANC-Produkt ist, dass Huawei die Lautstärke-Automatik der Open-Ear-Clips Freeclip 2 auch in die Freebuds Pro 5 integriert hat. Die Automatik ist dafür gedacht, dass die Lautstärke von Musik im Transparenzmodus nicht manuell geregelt werden muss, wenn die Umgebung lauter oder leiser ist.

Bei den Freeclip 2 ist die Lautstärke-Automatik zwar als experimentelle Funktion implementiert, funktioniert allerdings ziemlich gut. Während der Fahrt mit der S-Bahn wird ein Podcast lauter, beim Halt im Bahnhof leiser. Die Automatik reagiert immer etwas verzögert, so dass wir selbst eingreifen müssen, wenn es plötzlich lauter wird.

Bei den Freebuds Pro 5 ist die Lautstärke-Automatik ganz normal implementiert, daher haben wir erwartet, dass diese hier noch besser umgesetzt wurde. Das Gegenteil ist der Fall: Die Automatik hatte mit den Freebuds Pro 5 nie den gewünschten Effekt, trotz lauter Umgebung blieb die Lautstärke unverändert.

Vorzügliche Sprachqualität bei Telefonaten

Ebenso wie mit den Freebuds Pro 4 können wir mit dem neuen Modell überall telefonieren und die Gegenseite bekommt vom Lärm um uns herum nichts mit. Vorbeifahrende Autos sind unhörbar, das gilt auch für das Wühlen in einem Besteckkasten. Wir können sogar an einer lärmenden Baustelle telefonieren.

Gelegentlich nimmt die Klarheit bei lauten Geräuschen minimal ab, dennoch bleiben wir gut zu verstehen. Sprechen andere im gleichen Raum, hört die Gegenseite davon nichts. Selbst wenn es keine signifikanten Unterschiede zu der Leistung des Vorgängermodells gibt, hängt Huawei damit einen Großteil der Konkurrenz wie Apple, Bose und Technics in dieser Disziplin ab.

Unverständlich ist, dass sich auch beim neuen Huawei-Produkt das Mikrofon in einem Telefonat nicht abschalten lässt; in Anbetracht der vorzüglichen Sprachqualität ein Ärgernis.

Telefonate mit einem leichten Kopfnicken annehmen

Auch beim neuen Modell können Anrufe mit Kopfbewegungen angenommen oder abgelehnt werden. Seit dem Verkaufsstart der Freebuds Pro 4 hat Huawei diese Routine angepasst, wildes Kopfschütteln muss nicht mehr sein. Diese Verbesserungen gibt es auch für das alte Modell, damit wird die Bediengeste sinnvoller nutzbar.

Für die Freebuds Pro 5 hat Huawei die Steuerung unverändert gelassen. Es gibt wieder die Mischung aus Tasten- und Sensorsteuerung. Gelungen ist das mit Einschränkungen. Wie beim Vorgängermodell lässt sich die Lautstärke mit einer Wischgeste über den Steg des Stöpsels ändern.

Mit Handschuhen funktioniert das nicht. Gleiches gilt für alle übrigen Sensorbefehle, allein die Tastenbefehle funktionieren auch damit. Gut ist: Wird ein Stöpsel aus dem Ohr genommen, werden die Sensor- und Tastenbefehle wie auch beim Vorgängermodell gesperrt. Somit werden keine Befehle ungewollt ausgeführt.

Die Steuerung der Freebuds Pro 5 könnte besser sein

Die Tasten- und Sensorbelegung ist Huawei erneut nicht gelungen. Es gibt zu viele Funktionen, die mit unterschiedlichen Befehlen aufgerufen werden können. Leider ebenfalls unverändert ist die eingeschränkte Anpassung der Belegung.

Huawei vergeudet damit Potenzial. Die Befehle erlauben eigentlich eine umfassende und komfortable Steuerung – im Idealfall ebenso angepasst, wie es für Käufer am sinnvollsten ist.

Wir können die Lautstärke weiterhin während eines Telefonats verändern, ohne dass die andere Seite ein unangenehm lautes Schabgeräusch hört. Apple hat diese Lautstärkegeste seinerzeit von Huawei übernommen, aber bisher nicht daran gedacht, dieses Problem bei den Airpods-Pro-Modellen zu lösen.

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Die Freebuds Pro 5 haben wieder eine Ohrerkennung, die seit fünf Gerätegenerationen einen entscheidenden Nachteil hat. Sobald wir einen oder beide Stöpsel aus dem Ohr nehmen, unterbricht die Musikwiedergabe und wird fortgesetzt, wenn beide Stöpsel wieder im Ohr sind. Allerdings dürfen sie nicht länger als drei Minuten aus dem Ohr genommen werden, dann wird die Musikwiedergabe nicht fortgesetzt; eine unnötige Beschränkung.

Freebuds Pro 5 unterstützen HD-Codecs

Die neuen Freebuds Pro 5 arbeiten mit Bluetooth 6.0 und unterstützen die Bluetooth-Codecs SBC und AAC sowie die HD-Codecs LDAC und L2HC. Letzterer ist ein Huawei-eigener Codec, beide lassen sich in der App zum Gerät aktivieren. Die entsprechende Funktion ist nicht unbedingt selbsterklärend, eine bessere Beschreibung wäre sinnvoll. Auracast beherrschen auch die neuen Freebuds Pro nicht.

Mittels Bluetooth-Multipoint können die Stöpsel an bis zu zwei Geräten parallel verwendet werden, LDAC steht dabei uneingeschränkt zur Verfügung. Wir können nahtlos zwischen den Geräten wechseln und beim Schauen eines Videos auf dem Tablet einen Anruf am Smartphone annehmen. Weiterhin ist Technics der einzige Hersteller, der für mehrere Bluetooth-Hörstöpsel drei Geräteverbindungen gleichzeitig erlaubt.

Bei einer Multipoint-Verbindung ist die Huawei-App auf beiden Geräten zur selben Zeit nutzbar. Bei Bedarf lässt sich Bluetooth-Multipoint deaktivieren und ein Gerät kann priorisiert werden.

Die Freebuds Pro 5 sind nach IP57 zertifiziert, überstehen somit schadlos ein Untertauchen unter Wasser. Die Vorgängermodelle sind gemäß IP54 gegen Spritzwasser und Staub geschützt.

Für die Freebuds Pro 5 gibt es derzeit zwei unterschiedliche Apps zur Konfiguration der Hörstöpsel.


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