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Freebuds Pro 2 im Test: Huawei hat den besten Airpods-Pro-Killer

Die Airpods Pro sind zwar toll, haben aber Einschränkungen. Mit den Freebuds Pro 2 gibt es erstmals Bluetooth-Hörstöpsel , die keine gravierenden Kompromisse erfordern.
/ Ingo Pakalski
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Freeubds Pro 2 im Test (Bild: Huawei)
Freeubds Pro 2 im Test Bild: Huawei

Das erleben wir selten: Huawei hat sich die meisten Kritikpunkte an einem Produkt zu Herzen genommen und mit den Freebuds Pro 2 die derzeit besten ANC-Hörstöpsel geschaffen. Bluetooth-Hörstöpsel alias True Wireless In-Ears mit einem guten Klang und einer hohen ANC-Leistung gibt es viele am Markt. Einige davon liefern auch in puncto Akkulaufzeit und Sprachqualität bei Telefonaten vorzügliche Ergebnisse.

Aber wenn es um eine praktische und vollständige Bedienung geht, wird die Auswahl kleiner. Gleiches gilt für die Anforderungen Bluetooth-Multipoint und Windresistenz - und noch viel mehr, wenn kein Schritthall erwünscht ist. Bisher hatten wir noch keine Bluetooth-Hörstöpsel mit Active Noise Cancellation (ANC) im Test, die all das erfüllen.

Huawei ist das mit den Freebuds Pro 2 nun aber gelungen. Es sind die ersten Bluetooth-Hörstöpsel, die uns in allen Punkten überzeugen konnten. In allen, bis auf einen: Uns fehlt eine Funktion, die bei der Konkurrenz aber ebenfalls meist vergessen wird. Und in einer weiteren Disziplin dürften die Freebuds Pro 2 gern noch etwas besser abschneiden.

Freebuds Pro 2 im Vergleich mit vier Konkurrenzgeräten

Im Test haben wir die Freebuds Pro 2 gegen vier andere Bluetooth-Hörstöpsel antreten lassen, die bei Tests gut abgeschnitten haben: Huaweis Freebuds Pro der ersten Generation , die Link Buds S von Sony , die Momentum True Wireless 3 von Sennheiser und die Airpods Pro von Apple , die bis heute in gewissen Bereichen Maßstäbe setzen.

Die Freebuds Pro 2 ähneln den bisherigen Freebuds Pro, das neue Modell ist aber insgesamt kleiner geworden. Erneut gibt es das Stiel-Design, bei dem ein Stiel nach unten aus dem Ohr ragt. Im Stiel hat Huawei wieder die Knöpfe und Sensorflächen zur Steuerung integriert.

Freebuds Pro 2 sitzen angenehm im Ohr

Geblieben ist auch der Tragekomfort der Freebuds Pro - das Nachfolgemodell sitzt bequem im Ohr. Wir können die Stöpsel mehrere Stunden lang tragen, ohne dass es schmerzt oder unangenehm wird. Noch minimal besser schneiden etwa die Airpods Pro ab, die bei uns noch bequemer sitzen. Je nach Ohrform kann das Tragegefühl anders ausfallen. Die Hörstöpsel sind nach IP54 zertifiziert, so dass sie gegen Spritzwasser geschützt sind und auch bei Regen getragen werden können.

Die Freebuds Pro 2 machen erfreulicherweise keine Probleme mehr unter einer Mütze und das ist schon etwas sehr Besonderes. Sie werden - anders als beim Vorgängermodell - nicht schmerzhaft ins Ohr gedrückt. Auch bei Kopfbewegungen gibt es keine unangenehme Geräuschentwicklung mehr, was beim Vorgängermodell noch ein Problem ist.

Freebuds Pro 2 lassen sich toll bedienen

Bereits bei den ersten Freebuds Pro waren wir von der Steuerung begeistert. Das gilt auch für das neue Modell. Wie bei den Airpods Pro wurde im Stielbereich eine Druckknopfbedienung integriert. Eine solche Steuerung ist nicht so fehleranfällig wie eine Sensorsteuerung, bei der Gesten immer mal wieder falsch verstanden werden.

Schnell haben wir uns daran gewöhnt, auf welcher Höhe des Stiels wir drücken müssen. Dabei wird dieser Bereich von beiden Seiten zusammengedrückt und wir spüren und hören ein leises Knackgeräusch zur Bestätigung - das ist gut gelöst. Mit einem einfachen Druck wird ein Anruf angenommen, Musik angehalten oder fortgesetzt. Beim Doppeldrücken wird ein Lied vorgesprungen und beim dreifachen Drücken geht's ein Musikstück zurück.

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Huawei gab zur Vorstellung der Freebuds Pro 2 an, dass sich die Gesten neuerdings anpassen lassen. Das ist allerdings nur sehr eingeschränkt möglich: Die einzelnen Befehle lassen sich bei Bedarf zwar deaktivieren, aber es lassen sich keine anderen Funktionen zuweisen.

Pressen wir den Druckknopf etwas länger, können wir zwischen ANC-Betrieb und Transparenzmodus wechseln. Dabei wird der entsprechende Modus angesagt, allerdings nur auf Englisch. Für diese Geste sind einige wenige Anpassungen möglich. Wer etwa darüber den Sprachassistenten aufrufen möchte, muss auf die ANC-Steuerung verzichten.

Von den Freebuds Pro wurde auch die praktische Lautstärkeregelung übernommen. Dazu wischen wir einfach von oben oder unten über den Steg und können mit einer leicht erlernbaren Geste die Lautstärke verändern. Damit ist die Lautstärkeregelung besonders komfortabel umgesetzt und es gibt keine Konflikte mit der Knopfsteuerung.

Weiterhin ist eine Lautstärkeregelung in einem Telefonat möglich - und diesmal mit weniger Nachteilen. Beim Vorgängermodell hört die Gegenseite unangenehm laute Schabgeräusche, wenn wir über den Stiel wischen. Diese kommen nur noch sehr vereinzelt und viel leiser vor und stören die Gegenseite damit nicht mehr. Eine kleine, aber wichtige Verbesserung, die Huawei vorgenommen hat.

Für uns ist das eine gute Art der Lautstärkeregelung. Viele Hersteller vergessen eine Lautstärkeregelung am Stöpsel ganz, wie etwa Apple. Allerdings funktioniert das auch beim neuen Modelle nicht mehr, wenn normale Handschuhe getragen werden. Bei kalten Temperaturen ist die Steuerung also beschränkt.

Freebuds Pro 2 erlauben zwei Bluetooth-Verbindungen

Die Freebuds Pro 2 arbeiten mit Bluetooth 5.2, zu den unterstützten Bluetooth-Codecs gehören SBC, AAC sowie LDAC. Wer LDAC nutzen möchte, muss aber zunächst die passende Einstellung in der App finden. Denn leider zählt Huawei zu den Herstellern, die keine vernünftige Anleitung bereitstellen und es den Kunden überlassen, Funktionen und Einstellungen selbst zu entdecken.

Die LDAC-Aktivierung ist in der mitgelieferten App in einem Menüpunkt mit dem Titel "Soundeffekte" versteckt. Dort findet sich unter anderem ein Equalizer, den wir dort auch erwarten. Grundlegende Einstellungen wie eine LDAC-Zuspielung würden wir aber an einer anderen Stelle verorten, schließlich gibt es einen Menüpunkt für Einstellungen.

Die Freebuds Pro 2 gehören zu den wenigen Bluetooth-Hörstöpseln am Markt, die Bluetooth-Multipoint unterstützen. Wir können also etwa ein Smartphone und ein Tablet parallel betreiben. So können wir nahtlos zwischen den Geräten wechseln und etwa beim Schauen eines Videos auf dem Tablet einen Anruf am Smartphone annehmen. Diese Mehrgerätenutzung funktioniert mit beliebigen Bluetooth-fähigen Geräten.

Widmen wir uns nun der Klangqualität der Freebuds Pro 2 - und später den ANC-Eigenschaften.

Freebuds Pro 2 liefern eine tolle Klangqualität

Im Klangvergleich mit den Freebuds Pro der ersten Generation schneidet das neue Modell deutlich besser ab. Die Freebuds Pro waren uns zu bassbetont und der Höhenbereich war etwas zu schwach ausgeprägt. Huawei hat die Abstimmung bei den Freebuds Pro 2 deutlich verbessert. Der Klang ist klarer, Stimmen sind deutlich präsenter und der Mittenbereich kommt stärker zur Geltung. Auch die Freebuds Pro 2 haben einen intensiven Bass, der aber weniger stark betont wird als beim Vorgängermodell.

Die Freebuds Pro 2 gefallen uns besser als die Airpods Pro 2, das Klangbild der Huawei-Stöpsel ist breiter. Auch wenn die Freebuds Pro 2 nicht an die Ausgewogenheit der Momentum True Wireless 3 von Sennheiser heranreichen, so gibt es damit doch einen tollen Klang mit vielen Details.

Mit den Freebuds Pro 2 werden drei unterschiedlich große Kunststoffaufsätze mitgeliefert, damit diese möglichst gut in jedes Ohr passen. Die mitgelieferte App hilft dabei, die passende Größe zu finden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass ein kleinstmöglicher Aufsatz gewählt wird. Wenn die Aufsätze stark abdichten, erzeugt das einen Druck im Ohr, der zu Schritthall führt.

Freebuds Pro 2 haben eine gute ANC-Leistung

Mit einem zu großen Aufsatz kann es folglich zu starkem Schritthall kommen. Dann hören wir jeden einzelnen Schritt beim Laufen als dumpfes Auftreten im Ohr - das ist unangenehm und mindert den Musikgenuss. Wenn wir den kleinstmöglichen Aufsatz nehmen, lässt die Intensität des Schritthalls spürbar nach. Er ist zwar noch ganz leicht wahrzunehmen, stört aber nicht mehr. Das war bei den Freebuds Pro der ersten Generation, die einen besonders starken Schritthall haben, noch ganz anders.

Mittels Active Noise Cancellation (ANC) soll erreicht werden, dass störende Umgebungsgeräusche gedämmt werden. Der primäre Einsatzzweck sind Flugreisen, aber auch in öffentlichen Verkehrsmitteln oder beim Spazieren an einer viel befahrenen Straße kann ANC Störgeräusche verringern.

Wir haben wie üblich getestet, wie stark die Stöpsel Störgeräusche dämmen, ohne dass wir dabei Musik hören. Wir haben uns neben eine Dunstabzugshaube und neben einen Staubsauger gestellt und beide waren mit ANC etwas leiser als ohne. In Flugzeugen wurde der Lärmpegel ebenfalls ein wenig reduziert, das Gleiche gilt in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Im Vergleich zu den Freebuds Pro der ersten Generation hat sich die ANC-Leistung etwas verschlechtert. Die Geräuschreduzierung der Freebuds Pro 2 ist eher auf dem Niveau der Airpods Pro, die ebenfalls eine eher mittelmäßige ANC-Leistung aufweisen. Bei beiden genügt die ANC-Leistung aber, um die Umgebungsgeräusche soweit verringert zu bekommen, dass sie den Musikkonsum weniger stark stören. An die ANC-Leistung großer ANC-Kopfhörer etwa von Sony, Bose oder Apple kommt die ANC-Leistung der Stöpsel nicht heran - das schaffen aber auch keine anderen ANC-Stöpsel.

Mehrere ANC-Modi verfügbar

Die ANC-Technik der Freebuds Pro 2 ist angenehm rauscharm. In der zugehörigen App können wir zwischen drei ANC-Stufen wählen, das ist auch beim Vorgängermodell so. Die Justage benötigen wir jedoch nicht, wir wollen bei einem ANC-Gerät eine möglichst effektive Geräuschreduzierung.

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Ebenfalls vom Vorgängermodell übernommen wurde die ANC-Automatik. Sie wechselt abhängig von der Geräuschkulisse zwischen den drei Modi. Der Moduswechsel reagiert vergleichsweise zügig, aber es passiert immer wieder, dass nicht die maximale ANC-Stufe gewählt wird, obwohl wir sie haben wollen. Für uns hatte die Automatik also keinen Nutzen und wir können ihr nicht viel abgewinnen.

Freebuds Pro 2 können auch draußen verwendet werden

Einer der größten Nachteile der Freebuds Pro der ersten Generation ist neben der Schritthall-Problematik die starke Windempfindlichkeit: Sobald uns ein wenig Wind um die Nase bläst, hören wir das als lautes Pfeifen im Hörstöpsel und das stört den Musikgenuss ungemein. ANC-Produkte sind für solche Windprobleme anfällig, wenn Hersteller keine Gegenmaßnahmen treffen.

Da bei den Freebuds Pro der ersten Generation bereits leichter Wind für laute Pfeifgeräusche sorgt, haben wir draußen quasi immer Windgeräusche im Ohr. Huawei hat erfreulicherweise etwas dagegen unternommen und wir können die Freebuds Pro 2 draußen verwenden, ohne dass es beim Hören von Musik im Ohr pfeift.

Einigermaßen zufrieden sind wir auch mit der Leistung im Transparenzbetrieb und die App ist ebenfalls gut.

Transparenzmodus der Freebuds Pro 2 klingt nicht ganz natürlich

Der Transparenzmodus klingt recht natürlich, allerdings werden Umgebungsgeräusche etwas zu stark mit verstärkt. Hier ist die Konkurrenz zum Teil schon etwas besser. Es gibt eine zuschaltbare Stimmenverstärkung, die aber keine deutliche Verbesserung bringt. Erfreulicherweise gibt es auch im Transparenzmodus einen Windschutz, der aber nicht ganz so gut agiert wie im ANC-Betrieb.

Im Transparenzmodus gibt es nur selten und nur leichte Pfeifgeräusche zu hören, es stört kaum. Nerviger ist dann schon das Grundrauschen des Transparenzmodus, hier schneiden die Apple-Stöpsel deutlich besser ab. Die Musik wird weder leiser gemacht noch angehalten, wenn wir den Transparenzbetrieb aktivieren.

Huawei bietet auch in den Freebuds Pro 2 eine Ohrerkennung. Sobald wir einen oder beide Stöpsel aus dem Ohr nehmen, unterbricht die Musikwiedergabe. Sie wird fortgesetzt, sobald wieder beide Stöpsel im Ohr stecken. Allerdings dürfen sie nicht länger als drei Minuten aus dem Ohr genommen werden, dann wird die Musikwiedergabe nicht fortgesetzt - eine für uns unnötige und unpraktische Beschränkung. Die Ohrerkennung kann bei Bedarf deaktiviert werden.

Gute Sprachqualität bei Telefonaten

Beim Telefonieren liefern Freebuds Pro 2 in Innenräumen eine sehr gute Sprachqualität, wir sind für die andere Seite ausgesprochen zu verstehen. Das gilt sogar, wenn wir dabei Dinge erledigen, die Geräusche verursachen, die andere Seite hört es nur leise. Die Telefonqualität verringert sich etwas, wenn wir draußen sind und dort entsprechend viele Störgeräusche vorhanden sind. Dann sind wir etwas schwerer zu verstehen, allerdings sind Störgeräusche draußen deutlich leiser als bei den meisten Konkurrenzprodukten.

Deutlich besser wird die Sprachqualität, wenn wir die Option "HD-Anrufe" einschalten. Diese Option ist wie die LDAC-Aktivierung unsinnigerweise im Menüpunkt "Soundeffekte" zu finden. Wenn HD-Anrufe aktiviert sind, sind Störgeräusche für andere nur noch leise zu hören und wir sind viel besser zu verstehen. Wenn wir beim Telefonieren etwas erledigen, das Krach macht, ist dies für die andere Seite noch leiser zu hören. Draußen können wir uns an einer viel befahrenen Straßen unterhalten, ohne dass es für die Gegenseite lästig wird. Mit der Option schlagen die Freebuds Pro 2 etwa die Airpods Pro ganz deutlich. Wenn HD-Anrufe aktiviert ist, verringert sich die Akkulaufzeit.

Bei Bedarf kann auch nur ein Stöpsel genutzt werden. Am Stöpsel können wir die Mikrofone während eines Telefonats ärgerlicherweise weder aus- noch wieder einschalten. Das gilt zwar auch für die meisten Konkurrenzprodukte, bleibt aber ein Ärgernis.

Gute App für Freebuds Pro 2

Seit einiger Zeit bietet Huawei die AI-Life-App zur Konfiguration ihrer Kopfhörer-Produkte auch für die iOS-Plattform an. Als die Freebuds Pro auf den Markt kamen, wurde nur eine Android-Version der App angeboten. Es ist erfreulich, dass Huawei nicht mehr eine Smartphone-Plattform benachteiligt. Derzeit ist die Installation der AI-Life-App unter iOS einfacher als unter Android, weil die AI-Life-App in der aktuellen Version nur abseits des Play Store zu bekommen ist. Am einfachsten ist es, die AI-Life-App über die Huawei-Webseite(öffnet im neuen Fenster) herunterzuladen und zu installieren. Dafür muss man die Installation der App zustimmen und der App erlauben, Updates zu installieren.

Die Huawei-App benötigt erfreulicherweise weder eine GPS-Aktivierung noch ein Nutzerkonto. Sie ist schnell gestartet und verbindet sich zügig mit den Stöpseln. Das alles ist bei der Konkurrenz leider nicht selbstverständlich und daher entsprechend lobenswert. In großen Teilen ist die App gut strukturiert, aber manche Einstellungen wie etwa LDAC oder HD-Anrufe sind durch die sonderbare Kategorisierung nur schwer zu finden.

In der App können wir den ANC-Modus ändern, den Transparenzbetrieb anpassen, die Ohrerkennung umschalten und Bluetooth-Multipoint an- oder abschalten. Zudem können wir festlegen, ob ein Gerät im Rahmen von Bluetooth-Multipoint priorisiert werden soll. Wir sehen in der App den Ladestand von Stöpseln sowie Ladeetui; es steht ein Passtest zur Verfügung, mit dem sich prüfen lässt, ob die Stöpsel korrekt im Ohr sitzen. Es lassen sich Firmware-Updates vornehmen, die schnell installiert und bei Bedarf nur manuell vorgenommen werden. Zudem können wir die Stöpsel aus der App heraus piepen lassen, falls sie verlegt wurden.

Die iOS-App bietet nicht den vollen Funktionsumfang, es fehlt die Konfiguration für Bluetooth-Multipoint samt der Priorisierung eines bestimmten Geräts. Immerhin ist Bluetooth-Multipoint standardmäßig aktiv, so dass Käufer die Funktion auch dann nutzen können, wenn sie kein Android-Gerät nutzen. Das ist ein Vorteil gegenüber den Airpods Pro 2, bei dem manche Komfortfunktionen wie eine Ohrerkennung mit Android gar nicht genutzt werden können.

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Bei der Akkulaufzeit ist Huawei nicht führend

Bei der Entwicklung der Freebuds Pro 2 hat Huawei vieles besser gemacht als beim Vorgängermodell. Die Akkulaufzeiten gehören leider nicht dazu. Auch das neue Modell verstummt bei der Musikwiedergabe über AAC bei aktiviertem ANC nach etwas mehr als vier Stunden - wie es der Hersteller angibt. Dabei waren die Hörstöpsel permanent einer Geräuschkulisse wie von einer Dunstabzugshaube ausgesetzt.

Wer seine Musik lieber mit besserer Qualität mit LDAC-Codec hören will, muss die Stöpsel schon nach etwas mehr als drei Stunden wieder in das Ladeetui packen. Immerhin sind die Stöpselakkus bereits nach 40 Minuten vollständig geladen und können dann nochmal einige Stunden genutzt werden. Sind die Stöpselakkus leer, können sie nach einer Ladezeit von fünf Minuten für etwa 50 Minuten verwendet werden. Auch hier werden die gleichen Werte wie beim Vorgängermodell erreicht und das ist ein passabler Wert.

Mit dem Ladeetui können wir die Stöpselakkus viermal aufladen und erreichen so eine Laufzeit von rund 20 Stunden. Das ist etwas mehr als die 18 Stunden, die Huawei angibt. Wer die HD-Telefonfunktion verwendet, muss mit einer weiteren Verkürzung der Akkulaufzeit rechnen.

Verbesserungen am Ladeetui der Freebuds Pro 2

Deutliche Verbesserungen gibt es beim Umgang mit dem Ladeetui. Die Freebuds Pro der ersten Generation lassen sich nur schwer greifen und aus dem Ladeetui nehmen. Die Freebuds Pro 2 lassen sich besser greifen und leichter entnehmen. In beiden Fällen werden die Stöpsel mit Magnetkraft gehalten, damit sie nicht versehentlich herausfallen können.

Das Ladeetui ist etwas kleiner als das der Freebuds Pro und damit noch etwas angenehmer zu transportieren. Es gibt wieder eine USB-C-Buchse, und die Qi-Technik zum drahtlosen Aufladen wird unterstützt.

Huawei Freebuds Pro 2: Verfügbarkeit und Fazit

Huawei bietet Freebuds Pro 2(öffnet im neuen Fenster) zum Preis von 200 Euro. Wir haben die Freebuds Pro 2 in Silbergrau getestet, es gibt sie auch in Weiß und Blau.

Fazit

Huawei hat es geschafft, mit den Freebuds Pro 2 selbst etablierte Konkurrenten wie Apple, Sennheiser und Sony hinter sich zu lassen. Die Freebuds Pro 2 bieten (fast) alles, was wir von überzeugenden Bluetooth-Hörstöpseln mit Active Noise Cancellation (ANC) erwarten. Jedenfalls mehr als alle anderen. Einen guten Klang, ein angenehmes Tragegefühl, eine hohe ANC-Leistung und eine vorzügliche Sprachqualität bei Telefonaten bieten auch einige Konkurrenzprodukte.

Aber vor allem bei der Steuerung setzen viele Hersteller auf die fehleranfällige Sensorbedienung - und die meisten vergessen eine Lautstärkeregelung. In all diesen Punkten agiert Huawei gegen den Markttrend und liefert eine zuverlässige Knopfsteuerung mit einer pfiffigen und intuitiven Lautstärkeregelung am Stöpsel.

Die neuen Freebuds Pro 2 verursachen keinen Schritthall beim Laufen, sind draußen nicht windempfindlich und bieten Bluetooth-Multipoint. Außerdem sind sie uneingeschränkt mützentauglich. Diese Eigenschaften zusammen mit der vorzüglichen Spachqualität auch draußen gibt es sonst bei keinem anderen ANC-Hörstöpsel vereint. Überzeugend ist auch die Huawei-App für die Freebuds Pro, die schnell startet, kein Benutzerkonto und auch keine Standortaktivierung verlangt - und mittlerweile auch für iOS verfügbar ist.

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Uns fehlt an den Freebuds Pro 2, dass wir die Mikrofone in einem Telefonat nicht an- oder abschalten können - das bieten die meisten Bluetooth-Hörstöpsel der Konkurrenz allerdings ebenfalls nicht. Optimierungsbedarf sehen wir bei der Akkulaufzeit, die gerne länger sein dürfte. Erfreulicherweise hat das Ladeetui genug Reserven und die Stöpselakkus sind schnell geladen.

Diese Beschränkungen der Freebuds Pro 2 sind so geringfügig, dass sie derzeit für uns die besten Bluetooth-Hörstöpsel am Markt sein, weil wir eben bei wichtigen Funktionen keine gravierenden Kompromisse eingehen müssen. Bei der Konkurrenz haben wir im Alltag mehr Probleme: Wenn etwa eine ungenügende Steuerung nervt, wir in Telefonaten nur schwer zu verstehen sind oder Windgeräusche respektive Schritthall den Musikkonsum stören, ist das in der Praxis eine viel stärkere Einschränkung.


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