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Freebuds 3 im Test: Huawei ahmt Fehler der Airpods nach und macht neue

Sie sehen den normalen Airpods von Apple sehr ähnlich, die Freebuds 3 von Huawei. Huaweis Bluetooth-Hörstöpsel sind aber zusätzlich mit Active Noise Cancelling versehen. Das klingt vielversprechend, bei der Umsetzung macht Huawei jedoch zu viel falsch.

Ein Test von veröffentlicht am
Huaweis Freebuds 3 im Test
Huaweis Freebuds 3 im Test (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Ein Blick genügt und es wird offensichtlich, wo sich Huawei die Inspiration für die Freebuds 3 geholt hat: Der chinesische Hersteller will an die Erfolge der Airpods von Apple anknüpfen. Die Bauform und die Nutzung im Ohr ist bei den normalen Airpods und den Freebuds 3 identisch. Es gibt keine Aufsätze und die Hörstöpsel werden nicht ins Ohr hineingedreht, sondern eingehängt.

Inhalt:
  1. Freebuds 3 im Test: Huawei ahmt Fehler der Airpods nach und macht neue
  2. Probleme mit der Software und kurze Akkulaufzeit
  3. Verfügbarkeit und Fazit

Bei den Airpods der ersten und der zweiten Generation ist es Apple gelungen, die Hörstöpsel so zu bauen, dass sie schmerzfrei in viele Ohren passen, ohne herauszurutschen. Vor versehentlichem Herausrutschen sind sie dennoch nicht ganz gefeit, unter anderem wegen ihrer sehr glatten Oberfläche. Huawei begeht den gleichen Fehler: Auch die Freebuds rutschen sehr leicht aus dem Ohr. Beide Modelle sind daher nicht für sportliche Aktivitäten geeignet.

Für Huawei wäre es eine bessere Entscheidung gewesen, nicht auch auf eine möglichst glatte Klavierlackoptik zu setzen. Bei einer etwas weniger rutschigen Oberfläche würden die Stöpsel sicherer im Ohr halten und Huawei hätte sich damit einen Vorteil gegenüber den Airpods verschaffen können - aber das Gegenteil ist der Fall.

Freebuds 3 rutschen bei der Bedienung aus dem Ohr

Das Tragegefühl im Ohr gefällt uns bei den Airpods besser. Wir haben bei den Freebuds 3 wirklich ständig das Gefühl, sie würden gleich aus dem Ohr rutschen. Die Airpods sitzen etwas sicherer und fester im Ohr. Da es keinerlei Aufsätze gibt, um die Stöpsel bei Bedarf an andere Ohrformen anzupassen, haben Nutzer das Nachsehen, bei denen die Stöpsel eben nicht sitzen und immer gleich herausfallen. Bei den Freebuds 3 ist also nicht gewährleistet, dass sie in jedem Ohr sicher halten. Das fällt allerdings erst nach dem Kauf auf, und aus hygienischen Gründen ist ein Umtausch meist nicht möglich.

  • Links das Ladeetui der Airpods 2, in der Mitte das Ladeetui der Freebuds 3 und rechts das Ladeetui der Airpods Pro (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Links die Airpods 2 im Ladeetui, in der Mitte die Freebuds 3 im Ladeetui und rechts die Airpods Pro im Ladeetui (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Huaweis Freebuds 3 im Ladeetui (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Ladeetui der Freebuds 3 hat einen USB-C-Anschluss. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Huaweis Freebuds 3 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Huaweis Freebuds 3 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Links die Freebuds 3, in der Mitte die Airpods 2 und rechts die Airpods Pro (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Huaweis Freebuds 3 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Huaweis Freebuds 3 im Ladeetui (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
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Die Airpods können wir mit Touchgesten bedienen, ohne dass die Hörstöpsel aus dem Ohr rutschen. Das ist bei den Freebuds 3 nicht möglich: Sobald wir von außen auf die Stöpsel tippen, verrutschen sie und drohen sogar aus dem Ohr zu fallen. Bei jeder Bedienung müssen wir die Stöpsel also festhalten. Das ist sehr unkomfortabel und viel schlechter gelöst als beim Apple-Produkt.

Beim Einsatz unter einer Mütze erreichen die Freebuds 3 hingegen die gleichen guten Ergebnisse aller Airpods-Modelle: Von einer Mütze werden die Stöpsel weder schmerzhaft ins Ohr gedrückt noch treten unangenehme Schabe- oder Raschelgeräusche auf. Bei sehr vielen Konkurrenzmodellen ist das anders, was die Nutzung der Produkte unter einer Mütze so gut wie unmöglich macht.

Zu starke Bassbetonung

Wir haben die Freebuds 3 beim Klang vor allem mit den Airpods Pro sowie den normalen Airpods verglichen. Auffällig ist, dass die Huawei-Stöpsel einen sehr intensiven Tiefbass liefern. Allerdings ist der Bass derartig überbetont, dass es zulasten des Gesamtklangbildes geht. Gesangsstimmen sind weniger gut zu verstehen und der an sich gute Mittenbereich wird durch den intensiven Bass übertönt.

Huawei erlaubt keine Anpassung des Klangbildes. Möglicherweise würden die Freebuds 3 deutlich besser abschneiden, wenn wir den Bassanteil bei Bedarf herunterregeln könnten. Uns gefällt die intensive, aber angemessene Bassabmischung bei den Airpods und den Airpods Pro deutlich besser. Die Apple-Stöpsel liefern ein ausgewogeneres Klangbild als die Huawei-Geräte.

Telefonate sind angenehmerweise in beiden Hörstöpseln zu hören und die Anrufqualität war auf einem guten Niveau. Wir wurden von Anrufern gut verstanden und wir konnten deren Gespräche ebenfalls gut hören.

  • Links das Ladeetui der Airpods 2, in der Mitte das Ladeetui der Freebuds 3 und rechts das Ladeetui der Airpods Pro (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Links die Airpods 2 im Ladeetui, in der Mitte die Freebuds 3 im Ladeetui und rechts die Airpods Pro im Ladeetui (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Huaweis Freebuds 3 im Ladeetui (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Ladeetui der Freebuds 3 hat einen USB-C-Anschluss. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Huaweis Freebuds 3 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Huaweis Freebuds 3 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Links die Freebuds 3, in der Mitte die Airpods 2 und rechts die Airpods Pro (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Huaweis Freebuds 3 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Links die Airpods 2 im Ladeetui, in der Mitte die Freebuds 3 im Ladeetui und rechts die Airpods Pro im Ladeetui (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Die Freebuds 3 sind mit Active Noise Cancelling (ANC) versehen. Damit sollen störende Umgebungsgeräusche verringert werden, indem für diese ein passender Gegenschall erzeugt wird. Damit können vor allem niederfrequente Bereiche gut gefiltert werden, wenn das ANC entsprechend leistungsfähig ist. Wir haben die ANC-Leistung mit Apples Airpods Pro und Boses Noise Cancelling Headphones 700 verglichen.

Schwaches Active Noise Cancelling

Im Vergleich zur Konkurrenz ist die ANC-Leistung der Freebuds 3 deutlich geringer. Das liegt auch daran, dass das Design der Hörstöpsel Außengeräusche ungehindert hineinlässt. Hier hat Apple den nötigen Schritt gewählt und sich beim Modell mit ANC-Technik von dem bisherigen Airpods-Aufbau verabschiedet. Diesen Schritt hat Huawei nicht unternommen - mit den entsprechenden Folgen.

Wenn wir Musik hören, werden Außengeräusche nur sehr schwach gedämmt. Ein Großteil der Geräuschkulisse ist weiterhin gut hörbar. Die Freebuds 3 liegen bei der ANC-Leistung deutlich hinter den Airpods Pro und ganz weit abgeschlagen hinter den Bose-Kopfhörern. Wer mit den Freebuds 3 einfach nur Stille erzeugen will, schafft es damit nicht. Die Airpods Pro schaffen es auch nicht, kommen aber dichter heran.

Huawei scheint sich der geringen ANC-Leistung bewusst zu sein. Denn nach dem Einschalten der Freebuds 3 ist die ANC-Funktion immer deaktiviert. Bei den meisten übrigen ANC-Geräten ist diese Funktion sinnvollerweise standardmäßig eingeschaltet. Wir finden es sehr nervig, dass wir immer selbst daran denken müssen, ANC einzuschalten, wenn wir die Stöpsel aus dem Ladeetui nehmen und ins Ohr stecken. Auch wenn die ANC-Funktion ziemlich schwach ist: Ein wenig bringt sie doch. Ohne sie würden noch viel mehr Außengeräusche störend wahrgenommen werden.

Die Freebuds 3 kennen nur eine ANC-Stufe. In der App kann das Active Noise Cancelling mittels Drehrad angepasst werden. Huawei spricht davon, dass damit der ANC an den "persönlichen Hörkanal" angepasst werden könne. In Anbetracht der schwachen ANC-Leistung konnten wir damit keinen Vorteil erzielen, wir fanden es eher mühsam, eine optimale Einstellung zu finden. Hier ziehen wir ganz eindeutig das Konzept der Konkurrenz vor, einfach die maximale ANC-Leistung zur Verfügung zu stellen.

Bei leichtem Wind sind Freebuds 3 nicht mehr nutzbar

Im Außeneinsatz haben die Freebuds 3 erhebliche Probleme mit Windgeräuschen. Selbst wenn die ANC-Funktion deaktiviert ist, sind Windgeräusche sofort laut und vernehmlich zu hören. Der Musikgenuss wird damit stark gestört. Bei aktivierter ANC-Funktion sind die pfeifenden Geräusche noch stärker zu hören. Anders als etwa Apple hat Huawei nichts unternommen, um das Problem zumindest bei aktiviertem ANC zu unterbinden.

Einen Hear-Through-Modus oder Transparenzbetrieb bietet Huawei nicht an, dieser ist bei vielen ANC-Konkurrenzprodukten üblich - und etwa bei den Airpods Pro und den Noise Cancelling Headphones 700 besonders vorbildlich umgesetzt. Damit lässt sich die Umgebung hören, ohne den Kopfhörer absetzen oder die Hörstöpsel aus dem Ohr nehmen zu müssen. Beide Modelle bieten einen natürlich klingenden Hear-Through-Betrieb.

Bei der App-Unterstützung folgt Huawei den unrühmlichen Vorbildern von Samsung und Apple, indem nur für eine Plattform eine passende App angeboten wird. Aber es gibt weitere Schwächen.

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Kommentator2019 24. Nov 2019 / Themenstart

dann schau nochmal nach illegalen Staatssubventionen in dem Umfeld. Ggf. kombinieren mit...

continuous 24. Nov 2019 / Themenstart

Die Soundkritik verwundert mich auch. In den meisten Reviews wird der Bass kritisiert...

Tuxcracker 23. Nov 2019 / Themenstart

Wenn man sich die Ohren nicht wäscht, ist schwarzer Kunststoff noch viel...

demokrit 23. Nov 2019 / Themenstart

Hahhahahahha richtiger Altherren-Stammtisch-Schenkelklopfer!

Silbersulfid 23. Nov 2019 / Themenstart

Nein, doch, ohhhh!

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