Abo
  • IT-Karriere:

FreeBSD: Fehlerhafte Zufallszahlen gefährden private Schlüssel

Die Zufallszahlenfunktion im Kernel von FreeBSD hatte vier Monate lang einen schwerwiegenden Fehler. Kryptographische Schlüssel sind dadurch gefährdet. Betroffen ist allerdings nur die Entwicklerversion FreeBSD-Current.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
FreeBSD hat Probleme mit Zufallszahlen - allerdings nur in der Entwicklerversion.
FreeBSD hat Probleme mit Zufallszahlen - allerdings nur in der Entwicklerversion. (Bild: John Lasseter/Collage: Hanno Böck)

Nutzer, die eine aktuelle Entwicklerversion von FreeBSD einsetzen, sollten dringend ihren Kernel aktualisieren. FreeBSD-Entwickler John-Mark Gurney hat im aktuellen Code des Kernels eine schwerwiegende Sicherheitslücke im Zufallszahlengenerator entdeckt. Die Initialisierungsfunktion des Zufallszahlengenerators wurde nicht aufgerufen. Dadurch wird die Ausgabe des Zufallszahlengenerators vorhersehbar.

Private Schlüssel in Gefahr

Stellenmarkt
  1. Evangelische Bank eG, Kassel
  2. Advantest, Böblingen

Vor allem kryptographische Anwendungen benötigen sichere und durch einen Angreifer nicht prognostizierbare Zufallszahlen. Alle FreeBSD-Anwender, die in den vergangenen Monaten eine der betroffenen FreeBSD-Versionen genutzt und damit kryptographische Schlüssel erzeugt haben, sollten diese unbedingt ersetzen.

Selbst Schlüssel, die nur unter einem verwundbaren System genutzt werden, können in Gefahr sein, das hängt allerdings vom Algorithmus ab. Der DSA-Algorithmus und der ECDSA-Algorithmus haben eine Eigenschaft, die ihre Nutzung bei schlechten Zufallszahlen besonders gefährlich macht. Sie benötigen für jede Signatur eine sichere Zufallszahl. Wird auch nur ein einziges Mal eine Signatur mit einer einem Angreifer bekannten Zufallszahl durchgeführt, kann der private Schlüssel gebrochen werden. DSA wird nur noch selten eingesetzt, es kommt aber noch ab und zu auf SSH-Servern zum Einsatz. Auch ältere PGP-Keys nutzen häufig DSA.

ECDSA, ein Verfahren auf Basis elliptischer Kurven, ist auch heute noch verbreitet. Beispielsweise basiert Bitcoin auf dem Einsatz von ECDSA. Fehlerhafte Bitcoin-Clients hatten in der Vergangenheit schon dazu geführt, dass aufgrund dieses Problems Bitcoins gestohlen wurden.

Wer auf einem betroffenen FreeBSD-System kryptographische Anwendungen mit DSA oder ECDSA verwendet hat, sollte daher zur Sicherheit seine Schlüssel ebenfalls ersetzen. Ob Schlüssel wirklich brechbar sind, hängt allerdings auch von der jeweiligen Anwendung ab. Es gibt Varianten von DSA und ECDSA, die deterministische Signaturen einsetzen und von dem beschriebenen Problem nicht betroffen sind.

Code für Zufallszahlen neu geschrieben

Im Oktober hatten die FreeBSD-Entwickler große Teile des Codes für den Zufallszahlengenerator neu geschrieben. Dabei hatte sich der Fehler offenbar eingeschlichen. Betroffen sind alle Kernel-Versionen ab r273872, behoben wurde der Fehler in r278907. Er betraf dabei ausschließlich die Entwicklerversion FreeBSD-Current. Alle Anwender, die offizielle Releases von FreeBSD einsetzen, sind nicht betroffen. In FreeBSD-Current werden aktuelle Entwicklungen des Systems getestet und neue Funktionen eingebaut.

Fehlerhafte Zufallszahlengeneratoren führen immer wieder zu Sicherheitsproblemen. Der wohl größte Vorfall dieser Art war ein Bug im Debian-Paket von OpenSSL, der 2008 entdeckt wurde. Zwei Jahre befand sich damals ein Fehler unentdeckt in allen Debian-Systemen und betraf viele Schlüssel von TLS-Servern.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Tropico 6 für 24,99€, PSN Card 10€ für 9,49€, PSN Card 20€ für 18,99€)
  2. (u. a. Switch-Spiele: Daemon X Machina für 49,99€, The Legend of Zelda: Link's Awakening; PS4...
  3. GRATIS im Ubisoft-Sale
  4. 329,00€

C00kie 19. Feb 2015

Sie müssen aber auch genügend Information enthalten, um zu vermitteln, worum es geht...

Ass Bestos 19. Feb 2015

DEFINITIV NEIN! wenn solche fragen nicht erlaubt sind und immer mit "du kannst ja...

Wimmmmmmmmy 18. Feb 2015

Irgendwie traue ich den Consolen-Generator schon seit Ewigkeiten schon nicht. Deshalb...


Folgen Sie uns
       


Bose Frames im Test

Die Sonnenbrille Frames von Bose hat integrierte Lautsprecher, die den Träger mit Musik beschallen können. Besonders im Straßenverkehr ist das offene Konzept praktisch.

Bose Frames im Test Video aufrufen
Elektromobilität: Die Rohstoffe reichen, aber ...
Elektromobilität
Die Rohstoffe reichen, aber ...

Brennstoffzellenautos und Elektroautos sollen künftig die Autos mit Verbrennungsantrieb ersetzen und so den Straßenverkehr umweltfreundlicher machen. Dafür sind andere Rohstoffe nötig. Kritiker mahnen, dass es nicht genug davon gebe. Die Verfügbarkeit ist aber nur ein Aspekt.
Eine Analyse von Werner Pluta

  1. Himo C16 Xiaomi bringt E-Mofa mit zwei Sitzplätzen für rund 330 Euro
  2. ADAC-Test Hohe Zusatzkosten bei teuren Wallboxen möglich
  3. Elektroroller E-Scooter sollen in Berlin nicht mehr auf Gehwegen parken

Zephyrus G GA502 im Test: Das Gaming-Notebook, das auch zum Arbeiten taugt
Zephyrus G GA502 im Test
Das Gaming-Notebook, das auch zum Arbeiten taugt

Mit AMDs Ryzen 7 und Nvidia-GPU ist das Zephyrus G GA502 ein klares Gaming-Gerät. Überraschenderweise eignet es sich aber auch als mobiles Office-Notebook. Das liegt an der beeindruckenden Akkulaufzeit.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Vivobook (X403) Asus packt 72-Wh-Akku in günstigen 14-Zöller
  2. ROG Swift PG35VQ Asus' 35-Zoll-Display nutzt 200 Hz, HDR und G-Sync
  3. ROG Gaming Phone II Asus plant neue Version seines Gaming-Smartphones

Probefahrt mit Mercedes EQC: Ein SUV mit viel Wumms und wenig Bodenfreiheit
Probefahrt mit Mercedes EQC
Ein SUV mit viel Wumms und wenig Bodenfreiheit

Mit dem EQC bietet nun auch Mercedes ein vollelektrisch angetriebenes SUV an. Golem.de hat auf einer Probefahrt getestet, ob das Elektroauto mit Audis E-Tron mithalten kann.
Ein Erfahrungsbericht von Friedhelm Greis

  1. Mercedes EQV Daimler zeigt elektrische Großraumlimousine
  2. Freightliner eCascadia Daimler bringt Elektro-Lkw mit 400 km Reichweite
  3. Mercedes-Sicherheitsstudie Mit der Lichtdusche gegen den Sekundenschlaf

    •  /