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FreeBSD-Entwickler: Linux-Foundation sponsert NTPD-Alternative

Die NTP-Standardimplementierung ist zu alt, zu groß und schlecht gepflegt. Die Linux-Foundation finanziert deshalb seit Monaten eine mögliche Neuentwicklung durch einen bekannten FreeBSD-Entwickler. Erster Code steht nun bereit.

Artikel veröffentlicht am ,
Die komplexe Mechanik einer astronomischen Uhr
Die komplexe Mechanik einer astronomischen Uhr (Bild: Jorge Royan/CC-BY-SA 3.0)

Nach der Untersuchung der über 300.000 Zeilen Code von NTPD, der Referenzimplementierung des Network Time Protocols, ist der FreeBSD-Entwickler Poul-Henning Kamp zu dem Entschluss gekommen, dass das Programm zwar gerettet werden könne. Ein kompletter Neuanfang sei aber wirtschaftlicher, schneller und effizienter. Finanziert werden diese Bemühungen seit September dieses Jahres durch die Linux Foundation.

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Der nun durch Kamp veröffentlichte Code zu Ntimed steht damit in keiner direkten Verbindung zu den am Wochenende bekanntgewordenen kritischen Fehlern in NTPD. Vielmehr einigten sich nach dem desaströsen Heartbleed-Bug verschiedene Techfirmen darauf, Kernbestandteile der Internetinfrastruktur künftig besser finanzieren zu wollen. Aus dem Geld dieser Initiative wird wohl auch Kamp bezahlt.

Klare Trennung der Funktionen

Zunächst steht nur eine erste Testversion eines NTP-Clients bereit, doch diese umfasst derzeit lediglich knapp 3.700 Zeilen Code, auch wenn noch einige Funktionen fehlten. Wenn der Client je mehr als 10.000 Zeilen umfasse, habe er aber etwas falsch gemacht, schreibt Kamp.

Sollte das Projekt auf das nötige Interesse stoßen, werde Kamp noch Slave-Server, Refclocks oder andere Protokolle wie PTP hinzufügen. Kamp habe sich darüber hinaus bereits mit der Network Time Foundation darauf geeinigt, mit dem NTPD-Projekt zusammenzuarbeiten und Ntimed vorerst parallel dazu weiterzuentwickeln. Genaue Details zu dem Vorgehen stehen aber noch aus.

Konkurrenz belebt das Geschäft

Zur NTP-Implementierung von OpenBSD schreibt Kamp, dass diese nicht in seinen Plan passe, "eine größere Familie von Programmen zur Zeiterfassung" zu erstellen. Deshalb habe er den Code nicht übernehmen können. Zwar plant Kamp mit Ntimed eine große Plattformunabhängigkeit, er habe aber Verständnis dafür, falls OpenBSD sein Programm nicht verwende.

Zu der NTPD-Alternative Chrony möchte sich Kamp nicht weiter äußern. Er gibt lediglich an, dass er Ntimed nicht begonnen hätte, wenn er mit Chrony zufrieden gewesen wäre. Zudem sei ein großes Problem von NTPD die fehlende Konkurrenz, so dass alles in diese Anwendung hineingestopft worden sei. Ein Wettbewerb sei demnach eine gute Sache, glaubt Kamp.

NTPD mischt Zeitserver, -client und viele damit verbundene Tätigkeiten in einem einzigen Programm. Eine Trennung soll das System weniger anfällig und übersichtlicher gestalten. Aus einer ähnlichen Argumentation heraus bietet das Systemd-Projekt einen eigenen NTP-Client in seiner Userspace-Sammlung an.



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bstea 23. Dez 2014

Wieso ich plädiere ja nicht für starre Codegrenzen, die scheinbar mehr Sicherheit bieten...


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