Free-to-Play: Kostenlos skaten, ballern und klicken

Das große Geschäft mit Free-to-Play-Spielen ist längst zum Verdrängungswettbewerb geworden. Die großen, teilweise schon mehrere Jahre alten Spiele wie Genshin Impact, Fortnite und Clash of Clans haben ihr Publikum mehr oder weniger fest an sich gebunden. Wer neu mitmischen will, braucht Glück, frische Ideen – und ein riesiges Marketingbudget.
Wer genug von den altbekannten Gratis-Games auf PC und Konsole hat, findet vielleicht bei den Neuerscheinungen der vergangenen Monate etwas Spannendes. Immerhin gab es da erstaunlich viele hochkarätige Titel.
Aber zur Erinnerung: Free-to-Play heißt nicht unbedingt, dass man nichts ausgibt. Die meisten kostenlosen Spiele holen sich ihr Geld durch Mikrotransaktionen, Lootboxen oder sonstige Tricks von ihrem Publikum – und das nicht zu knapp. Trotzdem viel Spaß mit unserer Rundschau!
Destiny Rising: mobiles Destiny
Destiny, der von Bungie entwickelte Loot-Shooter auf Konsolen und PC, nähert sich langsam, aber sicher dem Greisenalter. Vielleicht mit ein Grund, warum die Feuergefechte jetzt auch auf iOS- und Android-Geräten einen Start versuchen, und zwar als Destiny Rising(öffnet im neuen Fenster) .
Das vom chinesischen Free-to-Play-Spezialisten Netease entwickelte und betriebene Mobile-Spinoff spielt im selben Universum wie Destiny und wurde sehnsüchtig erwartet. Über zehn Millionen Nutzer registrierten sich weltweit vorab für das Spiel.
Ende August 2025 startete Destiny Rising, und die Resonanz war positiv: Auch wenn das kleine dem großen Destiny in vielerlei Hinsicht nicht das Wasser reichen kann, macht der Shooter alten und neuen Fans Spaß.
Als Gacha-Spiel dreht sich alles um die besten Pulls, also den Zufallserwerb rarer Helden und Charms, die man erspielen oder per In-App-Kauf mit viel Glück erwerben kann.
Destiny Rising bietet aber auch ohne Geldeinwurf vor allem anfangs viele Stunden beeindruckende Space Opera für die Hosentasche – per Android-Emulation auch am PC.
Erhältlich auf iOS, Android und Windows-PC (via Emulation).
Skate: Auf Rollen durch San Vansterdam
EA bringt mit Skate(öffnet im neuen Fenster) eine Neuerfindung seiner beliebten Skateboarding-Serie, die seit rund 15 Jahren verwaist war. Und zwar in ungewohnter Form: als Free-to-Play-Titel, und das erstmals auch auf Windows und im Early Access.
Die fiktive Stadt San Vansterdam dient als Open-World-Multiplayer-Sandbox, in der man sein skatendes Alter Ego nach Belieben gestalten und ausstatten darf. Grafisch und in Sachen Mechaniken macht das schon jetzt einen zumindest soliden Eindruck; so richtig begeistert ist man in der Community aber nicht.
Die Stadt ist auf oberflächliche Art und Weise hübsch – aber steril. Statt subversiver Skaterkultur gibt es Ausverkauf mit jeder Menge In-App-Käufen und Loot-Boxen.
Die Missionen werden schnell eintönig, und vor allem Fans der alten Spiele haben Grund, sich über die neue Ausrichtung des Spiels zu beklagen. Wer nur ein bisschen zum Spaß skaten will, kann aber ausreichend Freude haben. Wer weiß, ob EA im Early Access noch die Kurve kriegt.
Erhältlich für Windows-PC, Playstation 4 und 5 sowie Xbox One und Series X/S.
Idle Pixel Fantasy: unkomplizierter Reichtum
Es gibt auch sympathisch monetarisierte Gratisspiele: Wer Spaß am kleinen Gratisgame Idle Pixel Fantasy(öffnet im neuen Fenster) hat, kann den Entwickler durch den Kauf einer Handvoll supergünstiger Mini-DLCs unterstützen. Das Idle-Game im Pixel-Look ist nicht nur deswegen ein kleiner Überraschungserfolg.
Kleine Bauern spawnen Kisten voller Gold, die von kleinen Rittern aufgehackt werden – so simpel fängt es an.
Wie im Klicker-Genre üblich, startet man bescheiden, um dann in verschiedenen Aufbaustufen immer mehr Währung einzusammeln, die man für neue Einheiten und zur Verbesserung der Effizienz ausgibt.
Was simpel beginnt, wird durch mehrere Layer und nette Synergieeffekte zum angenehm niederschwelligen Zeitvertreib nebenbei für einen Nachmittag.
Erhältlich für Windows-PC.
Mecha Break, Arena Breakout und Stormgate
Mecha Break: schwere Roboter
Riesige Kampfroboter, die sich mit Raketen und Lasern bekämpfen: Das kennt man aus japanischen Anime und dem Battletech-Universum. In Mecha Break(öffnet im neuen Fenster) darf man sich als Mecha-Pilot gemeinsam mit Freunden in Multiplayer-Schlachten stürzen.
Das Third-Person-Spiel lockt mit verschiedenen Spielmodi: In Operation Storm ist man in klassischer Extraction-Shooter-Manier im Team unterwegs, in Operation Verge geht es in rasante 6v6-Matches, und in Ace Arena spielen Dreierteams gegeneinander.
Der Reiz von Mecha Break liegt in den Robotern, die Abwechslung und ein bisschen Taktik bieten. Neue Designs lassen sich per In-App-Kauf, aber auch durchs Spielen selbst freischalten.
Wer mit einem neuen Robotertyp liebäugelt, darf diesen sogar eine Zeit lang Probespielen, bevor es an die Kreditkarte geht. Ein rasanter Nischentitel für Mecha-Fans.
Erhältlich für Windows-PC und Xbox Series X/S; Playstation 5 in Vorbereitung.
Arena Breakout – Infinite: spaßige Flucht
Extraction-Shooter haben sich in der Nachfolge des Battle-Royale-Hypes als heimliche Favoriten vieler Spieler etabliert. Nach den Klassikern Escape from Tarkov und Hunt Showdown sowie vielen Copycats sucht nun auch Arena Breakout – Infinite(öffnet im neuen Fenster) den Kick im drohenden Verlust.
Immerhin geht es hier ums Einsammeln von möglichst viel Loot und die erfolgreiche Flucht. Wer im Einsatz stirbt, büßt nicht nur die Beute, sondern auch die mitgebrachte Ausrüstung ein. Das garantiert Nervenkitzel und jede Menge Adrenalin.
Nach einem Jahr im Early Access ist Arena Breakout – Infinite vor kurzem final erschienen und nun auch auf Steam verfügbar. Das große Tarkov war eindeutig die Inspiration, nur gibt es hier kürzere Matches, kleinere Maps und eine signifikant flachere Lernkurve.
Wer immer schon Lust hatte, den Reiz des Extraction-Shooter-Genres zu erleben, macht nichts verkehrt. Nur die (immerhin völlig optionale) Monetisierung löst mit monatlich wiederkehrenden Zahlungen, etwa für sicheren Storage-Space, Stirnrunzeln aus.
Erhältlich für Windows-PC, iOS und Android.
Stormgate: Missionsziel nicht erreicht
Es hätte so schön sein können: Die früheren Blizzard-Entwickler Tim Morten und Tim Campbell wollten den Zauber von klassischer Echtzeitstrategie der Marke Starcraft mit ihren neu gegründeten Frost Giant Studios zurückbringen.
Seit 2020 arbeiten die Amerikaner an ihrem Erstling Stormgate(öffnet im neuen Fenster) . Zwei Millionen US-Dollar sammelten die beiden schon via Kickstarter ein, zusätzliche Finanzspritzen und ein bezahlter Early-Access seit dem Sommer 2024 führten zu einem eigentlich fürstlichen Entwicklungsbudget für das vielversprechende Old-School-RTS, in dem Dämonen gegen Kampfroboter antreten.
Mit dem 1.0-Release im August dieses Jahres startete Stormgate sein Leben als Free-to-Play-Spiel – und verursachte Ärger und Enttäuschung. Die lang erwartete Kampagne ist auch für Early-Access-Backer ein happiger Zusatzkauf mit mäßiger Inszenierung.
Auch technische Probleme und eine schwindende Zahl an Onlinespielern lösten Unmut aus. Schade drum! Starcraft-2-Nostalgiker sollten trotzdem einen Blick riskieren.
Erhältlich für Windows-PC.



