Free Electrons: ISP Free setzt Markenrecht gegen Linux-Beratung durch

Der französische Internet Server Provider (ISP) und Telekommunikationsanbieter Free hat offenbar eine Namensänderung des auf Embedded-Entwicklungen unter Linux spezialisierten Beratungsunternehmens Free Electrons erzwungen. Das schreiben die Linux-Hacker in ihrem Blog,(öffnet im neuen Fenster) in dem sie auch ankündigen, künftig den Namen Bootlin zu verwenden.
Demzufolge wirft Free den Linux-Hackern die Verletzung der Markenrechte in drei Fällen vor, was sich sowohl auf die Verwendung des Wortes "free" als auch den Domain- und den Unternehmensnamen beziehe. Der ISP fordert demnach die Zahlung einer "Gesamtsumme von 107.000 Euro aus verschiedenen Gründen" , "Free Electrons umzubenennen, den Domainnamen free-electronics.com innerhalb von 15 Tagen zu löschen und die Nutzung der Marke Free Electrons, aber auch des Begriffs free allein oder in Kombination mit anderen Bezeichnungen in allen Bereichen einzustellen, in denen Free SAS tätig ist, oder für alle Güter und Dienstleistungen für seine früheren Marken" .
Das Management von Free Electrons sowie dessen Gründer Michael Opdenacker halten die Anschuldigungen schon allein deshalb für haltlos, weil die beiden Unternehmen nicht verwechselt werden könnten. So agieren beide in völlig unterschiedlichen Geschäftsbereichen. Die Linux-Hacker kommunizieren fast ausschließlich auf Englisch und richten sich an internationale Geschäftskunden. Der ISP Free ist bisher nur im französischen Markt vertreten und richtet sich an Endkunden.
Umbenennung statt Rechtsstreit
Der ISP "Free hat jedoch mehr als 100 Widersprüche und Klagen von Bezirksgerichten gegen Marken oder Namen eingereicht, die free enthalten. Angesichts der Ressourcen, die notwendig sind, um diesen Fall zu bekämpfen, hat Free Electrons beschlossen, seinen Namen zu ändern, ohne auf die Entscheidung des Bezirksgerichts zu warten" . Das Beratungsunternehmen wolle sich so besser auf seine laufenden Projekte konzentrieren können, "anstatt im Kampf eines langen Rechtsstreit zu ermüden" .
Als neuen Namen hat das Team nun also Bootlin gewählt, an den Projekten und der Arbeitsweise soll sich nichts ändern. Auch das Logo mit den zwei Pinguinen als Maskottchen bleibt erhalten, allerdings natürlich mit der neuen Wortmarke.
Domainname, URLs und auch E-Mail-Adressen hat das Team bereits geändert und soweit möglich Weiterleitungen eingerichtet. Wie lange diese aufrechterhalten werden können, hängt aber von dem laufenden Rechtsstreit ab. Denn möglicherweise verlieren die Linux-Hacker die Rechte an ihrem alten Namen.



