Fraunhofer und Lantiq: VDSL und G.fast können nebeneinander arbeiten
Ein Fraunhofer-Institut hat zusammen mit der Intel-Tochter Lantiq daran gearbeitet, dass VDSL und G.fast im vorhandenen Kupferkabel vom Verteilerkasten bis zum Modem im Haus nebeneinander existieren können. Das gab das Fraunhofer-Institut für Eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik (ESK) bekannt.(öffnet im neuen Fenster) Dabei wurde zugelassen, dass sich beide Technologien im unteren Frequenzbereich überlagern.
Dies würde eigentlich zu deutlichen Störungen und somit Verlusten bei beiden Systemen führen. Jedoch fallen aufgrund der physikalischen Eigenschaften in den unteren Frequenzbereichen Dämpfung und Störungen durch Nebensprechen weniger stark aus. Dies wurde durch den Einsatz von Algorithmen verstärkt, die das jeweilige Sendesignal optimal anpassen. Sie sind in Kooperation mit der Technischen Universität München entstanden.
Die Problemstellung
Beide Technologien arbeiten in unterschiedlichen Frequenzbereichen und stören sich durch gegenseitige Wechselwirkungen der Signale im Kabelbündel, zum Beispiel durch das Nebensprechen. Die Datenübertragung dauert länger, die Qualität von Echtzeitdiensten wie Videostreaming oder Voice over IP lässt deutlich nach. Zur Analyse und Bewertung der Wechselwirkungen, die beim parallelen Betrieb beider Technologien auftreten können, hat das Fraunhofer ESK gemeinsam mit der Intel-Firma Lantiq Simulationen und Messungen durchgeführt. Simuliert wurden im Labor von Lantiq realistische Kabelmodelle, die die Projektpartner zusammen erarbeitet haben. "Die Modelle wurden mit den über die vergangenen Jahre gesammelten Messdaten des ESK abgeglichen und angereichert. Die Daten dienen zur Nachbildung der Übertragungseigenschaften von Kabeln, wie sie typischerweise in Deutschland vorzufinden sind" , erklärte das Fraunhofer-Institut.
Obwohl die Netzbetreiber hier noch keine Aussagen machen, wissen Fraunhofer und Lantiq, dass im Jahr 2016 voraussichtlich der Roll-out von G.fast in Deutschland erfolgen soll.
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