Abo
  • IT-Karriere:

Fraunhofer SIT: Volksverschlüsselung startet ohne Quellcode

Mit der Volksverschlüsselung soll jeder verschlüsseln können - also zumindest jeder, der einen E-Perso, einen Telekom-Festnetz-Account oder einen Registrierungscode besitzt. Zum offiziellen Start des Projektes gibt es aber weder Quellcode noch ein Written Offer im Sinne der GPL.

Artikel von veröffentlicht am
Die Volksverschlüsselung ist da - den Quellcode konnten wir bislang nicht finden.
Die Volksverschlüsselung ist da - den Quellcode konnten wir bislang nicht finden. (Bild: Fraunhofer SIT)

Das Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie hat heute den Start der Volksverschlüsselungssoftware bekanntgegeben. Nutzer können sich die entsprechende Software ab sofort kostenfrei herunterladen und sich einen eigenen Schlüssel erstellen. Eigentlich sollte auch der Quellcode zur Inspektion verfügbar sein, bislang ist das aber nicht der Fall. Auch sonst gibt es nur wenige Details.

Inhalt:
  1. Fraunhofer SIT: Volksverschlüsselung startet ohne Quellcode
  2. Ein bisschen Open Source und wenig technische Details

Erklärtes Ziel der Entwickler ist es, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung massentauglich machen. Die Handhabung soll deutlich einfacher sein als zum Beispiel beim Einsatz von PGP oder S/MIME. Anders als beim von der Bundesregierung vorangetriebene De-Mail-Projekt bietet die Volksverschlüsselung tatsächlich eine durchgehende Verschlüsselung der Inhalte.

Doch im Gegenzug lassen sich mit dem neuen Projekt keine rechtsverbindlichen Unterschriften für offizielle Dokumente erstellen. Für den Versand von Mails fallen dafür keine Kosten an. Trotzdem darf bezweifelt werden, ob das Projekt erfolgreicher wird als die ungeliebte De-Mail.

Derzeit eine deutsche Insellösung

Denn wer selbst ein Zertifikat erstellen will, muss sich authentifizieren. Dazu kann entweder der kaum verbreitete neue Personalausweis genutzt werden, wenn der Chip aktiviert ist. Alternativ kann ein Telekom-Festnetz-Account oder eine persönliche Registrierung, etwa bei Messen, genutzt werden. Als nächstmöglichen Termin gibt Fraunhofer die IT-Security Messe ITSA in Nürnberg an - die vom 18. bis zum 20. Oktober stattfindet. Andere Verfahren wie Postident seien in Planung. Langfristig sollen auch Registrierungen außerhalb Deutschlands möglich sein.

Stellenmarkt
  1. Kisters AG, Karlsruhe
  2. AWO gemeinnützige Gesellschaft für soziale Einrichtungen und Dienste in Nordhessen mbH, Kassel

Die Volksverschlüsselung ist nicht mit dem etablierten Verfahren Pretty Good Privacy (PGP) kompatibel. Fraunhofer schreibt dazu: "Die beiden Verfahren S/MIME und OpenPGP zum Signieren und Verschlüsseln von E-Mails sind vom Prinzip her zwar ähnlich, aber leider nicht kompatibel, da sie unterschiedliche Formate für Schlüssel, Zertifikate und verschlüsselte Daten verwenden. Das heißt, Sender und Empfänger müssen das gleiche Verfahren nutzen, wenn sie signierte oder verschlüsselte Nachrichten austauschen wollen."

Es müssen also immer beide Kommunikationspartner die Volksverschlüsselungssoftware installieren. Nach Angaben von Fraunhofer wird das erstellte Zertifikat nicht zentral gespeichert. Geht es verloren, müssen Nutzer demnach ein neues beantragen. Die Software gibt es bislang nur für Windows. MacOS, Linux und mobile Betriebssysteme sollen folgen.

Ein bisschen Open Source und wenig technische Details 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 999€ (Vergleichspreis 1.111€)
  2. 88€
  3. 579€

led02 06. Jul 2016

Schafft es jemand, einen schweren Fehler in der Software zu finden, bevor der Quelltext...

led02 06. Jul 2016

Irgenwo hab ich gelesen, dass die Telekom die Infrasturktur betreibt... was auch immer...

EQuatschBob 04. Jul 2016

Die haben ebenfalls das Ziel Windows- und Android-Nutzern End-to-end-Kryptographie auf...

phixom 01. Jul 2016

Hallo Golem, Diese Aussage: "Anders als beim von der Bundesregierung vorangetriebene De...

led02 01. Jul 2016

https://dl1.volksverschluesselung.de/VV-Private-Client-Quelltext.zip https://dl2...


Folgen Sie uns
       


Linksabbiegen mit autonomen Autos - Bericht

In Braunschweig testet das DLR an zwei Ampeln die Vernetzung von automatisiert fahrenden Autos und der Verkehrsinfrastruktur.

Linksabbiegen mit autonomen Autos - Bericht Video aufrufen
Black Mirror Staffel 5: Der Gesellschaft den Spiegel vorhalten
Black Mirror Staffel 5
Der Gesellschaft den Spiegel vorhalten

Black Mirror zeigt in der neuen Staffel noch alltagsnäher als bisher, wie heutige Technologien das Leben in der Zukunft katastrophal auf den Kopf stellen könnten. Dabei greift die Serie auch aktuelle Diskussionen auf und zeigt mitunter, was bereits im heutigen Alltag schiefläuft - ein Meisterwerk! Achtung, Spoiler!
Eine Rezension von Tobias Költzsch

  1. Streaming Netflix testet an Instagram erinnernden News-Feed
  2. Start von Disney+ Netflix wird nicht dauerhaft alle Disney-Inhalte verlieren
  3. Videostreaming Netflix will Zuschauerzahlen nicht länger geheim halten

Wolfenstein Youngblood angespielt: Warum wurden diese dämlichen Mädchen nicht aufgehalten!?
Wolfenstein Youngblood angespielt
"Warum wurden diese dämlichen Mädchen nicht aufgehalten!?"

E3 2019 Der erste Kill ist der schwerste: In Wolfenstein Youngblood kämpfen die beiden Töchter von B.J. Blazkowicz gegen Nazis. Golem.de hat sich mit Jess und Soph durch einen Zeppelin über dem belagerten Paris gekämpft.
Von Peter Steinlechner


    Digitaler Knoten 4.0: Auto und Ampel im Austausch
    Digitaler Knoten 4.0
    Auto und Ampel im Austausch

    Auf der Autobahn klappt das autonome Fahren schon recht gut. In der Stadt brauchen die Autos jedoch Unterstützung. In Braunschweig testet das DLR die Vernetzung von Autos und Infrastruktur, damit die autonom fahrenden Autos im fließenden Verkehr links abbiegen können.
    Ein Bericht von Werner Pluta

    1. LTE-V2X vs. WLAN 802.11p Wer hat Recht im Streit ums Auto-WLAN?
    2. Vernetztes Fahren Lobbyschlacht um WLAN und 5G in Europa
    3. Gefahrenwarnungen EU setzt bei vernetztem Fahren weiter auf WLAN

      •  /