Abo
  • Services:

Fraunhofer IOSB: Roboter kann Porträts zeichnen

Das Fraunhofer IOSB zeigt auf der Cebit einen Roboter, der Besucher porträtiert. Die Technik wurde aber eigentlich dafür entwickelt, die Reflexionseigenschaften von Oberflächen zu testen.

Artikel veröffentlicht am ,
Zeichnender Roboter: Linienzeichnung nach einem Digitalfoto
Zeichnender Roboter: Linienzeichnung nach einem Digitalfoto (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Stillsitzen - aber nur ein bisschen: Zwar dauert die Porträtsession mit dem Roboter etwa 10 Minuten. Aber der Porträtierte muss nur für ein Foto posieren: Eine Kamera, die auf dem Roboterarm sitzt, nimmt es auf. Ein Bildbearbeitungsalgorithmus verwandelt dann das Foto in eine Linienzeichnung, die der Roboter auf eine Tafel malt. Anschließend präsentiert er das Bild dem Publikum, wischt die Tafel sauber und der Nächste kann Modell sitzen.

Stellenmarkt
  1. ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH, München
  2. BAUER Aktiengesellschaft, Schrobenhausen

Der Roboter sei ein ganz normaler Industrieroboter des deutschen Herstellers Kuka, wie er in vielen Fabrikhallen eingesetzt werde, erklärt Martina Richter vom Fraunhofer Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) im Gespräch mit Golem.de. Allerdings sei das Zeichnen nur eine Messeanwendung - im heimischen Ettlingen bei Karlsruhe dient der Roboter einem anderen Zweck: Er wird für BRDF-Messungen eingesetzt. BRDF steht für Bidirektionale Reflektanzverteilungsfunktion. Diese Funktion beschreibt die Reflexionseigenschaften einer Oberfläche.

Bewegliche Lichtquelle

Die Untersuchung findet in einem komplett abgedunkelten Raum statt. Ein Gegenstand wird auf einen dreh- und hebbaren Tisch gelegt und von einer beweglichen Lichtquelle aus den verschiedensten Winkeln angeleuchtet. Der Roboterarm mit der Kamera hängt unter der Decke und misst das reflektierte Licht.

  • Zeichnender Roboter beim Fraunhofer IOSB (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Roboter zeichnet ein Linienbild, ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... das ein Algorithmus aus einem Digitalfoto erstellt hat. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Zeichnender Roboter beim Fraunhofer IOSB (Foto: Werner Pluta/Golem.de)

Eine solche Messung sei recht umfangreich, erzählt Richter. Bei einer einfachen Messung werden 200 Punkte beleuchtet und die Reflexion bestimmt. Es könnten aber auch 10.000 und mehr Messpunkte genommen werden. Die BRDF-Messung läuft dann ohne Unterbrechung etwa vier bis fünf Tage.

Reflexion testen

Getestet werden unterschiedliche Materialien, deren Reflexionseigenschaften wichtig sind, etwa Verkehrsschilder, Reflektoren für Fahrräder, Schulranzen beziehungsweise Sicherheitskleidung oder auch neue Lacke für Autos. Der Hersteller bringt sein Produkt nach Ettlingen, wo die Fraunhofer-Forscher dann die BRDF-Messung vornehmen. Seit etwa einem Jahr bietet das Fraunhofer IOSB diese in Deutschland einzigartige Dienstleistung an.

Denkbar sei auch, das Verfahren dazu einzusetzen, realistischere 3D-Computergrafiken, etwa für Spiele, zu erstellen. Computerspielehersteller erzeugten zwar Reflexionsmodelle von Gegenständen. Dabei werde aber der Einfallswinkel des Lichts nicht variiert. Ihr Messverfahren ermögliche aber realistischere Simulationen, sagt Richter.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Vengeance LPX DDR4-3200 16 GB CL16-18-18-36 für 159,99€ statt ca. 195€ im...
  2. (u. a. HD143X FHD-Projektor für 399,99€ statt 479€ im Vergleich und UHD300X UHD-Projektor für...
  3. (u. a. Overwatch GOTY für 22,29€ und South Park - Der Stab der Wahrheit für 1,99€)
  4. 134,98€ (beide Artikel in den Warenkorb legen, um 60€ Direktabzug zu erhalten. Einzelpreise im...

jorgento 07. Mär 2012

Eben, deswegen sehe ich nicht, warum die Person die 10 Minuten da sitzen muss (man...

Raketen... 06. Mär 2012

http://en.wikipedia.org/wiki/Plotter

omo 06. Mär 2012

Das hat der Anbieter zu nutzen. ÖDler sollen das unterstützen - die sind Arbeitnehmer des...


Folgen Sie uns
       


E3 2018, wenig Hardware, mehr Spiele - Livestream

Neue Hardware (PC, Konsolen, Handhelds) sind auf der diesjährigen E3 in Los Angeles wohl nicht zu erwarten, oder doch? Diese und andere spannende Fragen zur Messe diskutieren die Golem.de-Redakteure Peter Steinlechner und Michael Wieczorek im Livestream.

E3 2018, wenig Hardware, mehr Spiele - Livestream Video aufrufen
CD Projekt Red: So spielt sich Cyberpunk 2077
CD Projekt Red
So spielt sich Cyberpunk 2077

E3 2018 Hacker statt Hexer, Ich-Sicht statt Dritte-Person-Perspektive und Auto statt Pferd: Die Witcher-Entwickler haben ihr neues Großprojekt Cyberpunk 2077 im Detail vorgestellt.
Von Peter Steinlechner


    Kreuzschifffahrt: Wie Brennstoffzellen Schiffe sauberer machen
    Kreuzschifffahrt
    Wie Brennstoffzellen Schiffe sauberer machen

    Die Schifffahrtsbranche ist nicht gerade umweltfreundlich: Auf hoher See werden die Maschinen der großen Schiffe mit Schweröl befeuert, im Hafen verschmutzen Dieselabgase die Luft. Das sollen Brennstoffzellen ändern - wenigstens in der Kreuzschifffahrt.
    Von Werner Pluta

    1. Hyseas III Schottische Werft baut Hochseefähre mit Brennstoffzelle
    2. Roboat MIT-Forscher drucken autonom fahrende Boote
    3. Elektromobilität Norwegen baut mehr Elektrofähren

    Deutsche Siri auf dem Homepod im Test: Amazon und Google können sich entspannt zurücklehnen
    Deutsche Siri auf dem Homepod im Test
    Amazon und Google können sich entspannt zurücklehnen

    In diesem Monat kommt der dritte digitale Assistent auf einem smarten Lautsprecher nach Deutschland: Siri. Wir haben uns angehört, was die deutsche Version auf dem Homepod leistet.
    Ein Test von Ingo Pakalski

    1. Patentantrag von Apple Neues Verfahren könnte Siri schlauer machen
    2. Siri vs. Google Assistant Apple schnappt sich Googles KI-Chefentwickler
    3. Digitaler Assistent Apple will Siri verbessern

      •  /