Fraunhofer-Institut: Batterie-Lkw werden bald wettbewerbsfähig
Das Fraunhofer-Institut System- und Innovationsforschung (ISI) fordert "den schnellen Aufbau von großskaligen Produktionsanlagen" , um die Markteinführung von Elektro-Lkw zu forcieren. "Unsere Analyse und der aktuelle Kenntnisstand zeigen, dass batterieelektrische Lkw die techno-ökonomische Wettbewerbsfähigkeit mit heutigen Diesel-Lkw für die meisten Anwendungsfälle in absehbarer Zeit erreichen dürften" , sagte Steffen Link, Hauptautor einer Fraunhofer-Studie zur Kostenentwicklung emissionsfreier Lkw.
In der Studie (öffnet im neuen Fenster) untersuchte das Institut die künftige Kostenentwicklung für Schlüsselkomponenten von emissionsfreien Lkw, insbesondere von Batterien und Brennstoffzellen. Dazu wurden laut Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) "unterschiedliche Kostenentwicklungen aus der Literatur im Rahmen einer Meta-Analyse herangezogen und im Hinblick auf Robustheit, zeitliche Stabilität und Ambitionsniveau diskutiert" . Eine auf dieser Basis entwickelte Gesamtkostenrechnung (TCO) vergleicht die Kosten für die unterschiedlichen Antriebsarten in den Jahren 2020, 2030 und 2040.
Das Resultat: Die Kosten für Batterie- und Brennstoffzellensysteme für schwere Lkw dürften deutlich schneller sinken, als in früheren Studien erwartet. Die Studie rechnet damit, dass Batteriesystemkosten bald unter 200 Euro pro Kilowattstunde (kWh) fallen werden und in den späten 2040er Jahren auf 100 Euro/kWh sinken könnten. Die Kosten für Brennstoffzellensysteme sollen demnach in den späten 2030er Jahren vermutlich auf rund 150 Euro/kWh sinken. Die Batteriesystemkosten sind deutlich höher als die kWh-Preise für Batteriezellen, die für das Jahr 2020 mit 120 Euro angegeben werden (PDF)(öffnet im neuen Fenster) .
Die Frage, wann die Kostenparität mit Diesel-Lkw erreicht wird, beurteilen die herangezogenen Studien unterschiedlich. Die angegebenen Werte liegen im Bereich von 120 bis 200 Euro/kWh. Voraussetzung ist dabei die Verfügbarkeit von Schnellladepunkten.
Der Fraunhofer-Studie zufolge stellt der batterieelektrische Lkw mit hoher Sicherheit die Technik mit den höchsten Erfolgsaussichten dar, um mindestens das Kostenniveau von heutigen Diesel-Lkw zu erreichen. "Gleichzeitig benötigen sie dafür auch weniger finanzielle Unterstützung als Brennstoffzellen-Lkw, die vermutlich gegen Wasserstoffknappheit und hohe Preise anzukämpfen haben" , heißt es weiter. Darüber hinaus zeigten weitere Studien, "dass batterieelektrische Lkw auch technisch – in Bezug auf erforderliche Reichweiten oder die Nutzlast – für die meisten Anwendungsfälle in der Logistik bereits heute geeignet sind" .
Die Autoren räumen ein, dass der erforderliche Umstieg auf emissionsfreie Antriebe durch Infrastrukturausbau, Netzerweiterungen, Anpassungen im Produktportfolio, Vorschriften zur CO 2 -Regulierung oder mögliche Subventionen "viel Zeit und Geld" kostet. Jedoch sollten "solche Unsicherheiten weder Maßnahmen noch Investitionsentscheidungen in neue Technologien verzögern" .
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