Die erste Informatikerin: Ada Lovelace

Dass Frauen die Fähigkeit zum logischen Denken abgesprochen wurde, führte dazu, dass man sie in Europa bis ins 20. Jahrhundert gar nicht erst auf Universitäten zuließ und ihnen somit weiterführende Bildung im Bereich Mathematik verwehrte. Eine der ersten Frauen, die durch Zufall dieses Stereotyp in der Erziehung durchbrach, war Anne Byron, die Frau des englischen Dichters Lord Byron.

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Entsetzt von den sexuellen Eskapaden und cholerischen Anfällen ihres berühmten Literatengatten, ließ sie sich nur wenige Wochen vor der Geburt ihrer Tochter Ada von ihm scheiden. Sie glaubte, die egomanischen Anfälle des Lords seien auf seine überbordende Beschäftigung mit Geisteswissenschaften zurückzuführen. Deswegen ließ sie Ada hauptsächlich Privatunterricht in Naturwissenschaften und Mathematik zukommen, eine absolut unübliche Bildung für Frauen, die jedoch bei Ada fruchtete: Im Jahr 1843 kommentierte sie die Schriften des Mathematikprofessors Charles Babbage, der die ersten Skizzen einer Analytical Engine veröffentlicht hatte.

  • Ada Lovelace (geborene Byron, 1815-1852) um 1840. Nach ihr ist die Programmiersprache ADA benannt. (Bild: Hulton Archive/Getty Images)
  • Betty Holberton (geborene Snyder, rechts) programmiert gemeinsam mit Glen Beck den ENIAC. (Bild: U.S. Army Photo auf Wikimedia Commons/Public domain, Link:  https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eniac.jpg)
  • Grace Murray Hopper und Kollegen am UNIVAC (Bild: Smithsonian Institution auf Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY 2.0, Link: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Grace_Hopper_and_UNIVAC.jpg)
  • Deborah Estrin, Tochter einer bekannten Informatikerin, ist heute selbst eine renommierte Computerwissenschaftlerin. (Bild: Scientist-100 auf Wikimedia Commons/Public domain, Link:  https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Deborah_Estrin.jpg)
  • Delphine Reinhardt ist Professorin für Computersicherheit und Privatheit an der Universität Göttingen. (Bild: Vincent Muller)
  • Die Informatikerin Claudia Eckert ist Mitglied der "Rates des Cyberweisen"... (Bild: TUM/Eckert)
  • ... ebenso wie Angela Sasse, Professorin an der Ruhr-Universität Bochum. (Bild: Fotostudio 4D - Miriam Kirchner)
Ada Lovelace (geborene Byron, 1815-1852) um 1840. Nach ihr ist die Programmiersprache ADA benannt. (Bild: Hulton Archive/Getty Images)

Die Analytical Engine war das erste theoretische Modell eines Computers. Das haushohe Gerät sollte sämtliche logische Operationen berechnen können: Division, Multiplikation, Addition und Subtraktion. Als mechanische Rechenmaschine sollte die Analytical Engine mit Assemblersprache funktionieren, die auf Lochkarten vorgestanzt war. Noch bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurde Softwarecode auf Lochkarten gespeichert und ausgelesen, bevor sie von Magnetstreifenbändern und Siliziumchips abgelöst wurden.

Eine Frau mit Visionen

Lovelace entwarf einen Plan, wie die Analytical Engine mit der rekursiven Berechnung von Bernoulli-Zahlen umgehen oder wie sich die Maschine bei "if-then"-Abfragen verhalten würde. "Sie notierte detailliert, wie eine Berechnung der Analytical Engine von A bis Z aussehen würde", sagt Graham Horton von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, deren Fakultätsgebäude für Informatik deswegen nach ihrer Person benannt wurde.

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Während für Babbage die Maschine bloße Rechenoperationen ausführen sollte, beschrieb Lovelace die überwältigenden Möglichkeiten der Maschine: Die gespeicherten Daten der Analytical Engine könnten stellvertretend für Objekte und Anwendungen stehen und damit Programme ausführen. "Was heute jeder Computer täglich macht, war für damalige Verhältnisse eine visionäre Vorstellung", sagte Horton, der eine ganze Website zur Forschung von Lovelace angelegt hat, im Gespräch mit Golem.de.

Entwicklerin Lovelace fabrizierte in ihren Kommentierungen auch schon den ersten Bug, weil sie zwei Variablen vertauschte. Die Analytical Engine von Babbage und Lovelace hätte nach heutigen Berechnungen ohne den Bug funktioniert, die Maschine wurde jedoch nie gebaut, weil die britische Regierung keine Notwendigkeit für einen finanziellen Zuschuss sah.

Ada Lovelace' Biografie bestärkt die Theorie, dass Erziehung und nicht die biologische Konstitution für den Erfolg einer mathematischen Karriere ausschlaggebend sein können.

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 Frauen in der Technik: Von wegen keine Vorbilder!Von der Analytical Engine bis zur ENIAC-Maschine: Betty Holberton macht Karriere 
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Clown 17. Feb 2020

Deine Überheblichkeit spricht nicht für Dich. Bei dieser 100% Geschichte hast Du auf...

wurstdings 12. Feb 2020

logisch Da wurde doch eigentlich immer gut bezahlt, früher noch eher als heute. Hm, die...

wurstdings 12. Feb 2020

Hi, ich bin einer von denen die es nicht verstehen. Warum wäre es denn ein Problem...

Garius 12. Feb 2020

Nein, er unterstellt der Autorin mit keinem Wort Monokausalität. Und das mangelnde...



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