''Weibliche Werte sind wichtig''

In ihrem Studienjahrgang waren nur 14 Frauen. Anna Lundemo erinnert sich, dass ein Professor ihr öfter mal das Gefühl gab, eine dumme Frage gestellt zu haben. "Ich denke, es sind schon diese kleinen Dinge, die gefährlich sind, und die erklären, warum es weniger Frauen im Tech-Bereich gibt", sagt sie. "Wir wachsen mit der Vorstellung auf, dass Frauen emotional und Männer gut in Technik sind." Deshalb müsse eine Frau in der Tech-Welt erst mal gegen Vorurteile angehen - genauso wie ein Mann gegen Vorurteile kämpfen müsse, wenn er mit Kindern oder in der Altenpflege arbeiten möchte.

  • "Software-Entwicklung ist wie das erfolgreiche Zusammenstellen einer Packliste für den Familienurlaub", sagt Anita Schüttler. (Foto: privat)
  • "Wir können es uns in der IT-Welt nicht leisten, auf weibliche Werte zu verzichten", ist Anna Lundemo überzeugt. (Foto: privat)
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  • Die App-Entwicklerin und Geisteswissenschaftlerin Mira Jago nutzt die Grundlagen der Philosophie, um Apps zu entwickeln. (Foto: privat)
  • "Je weniger mir Leute zutrauen, desto höher ist meine Motivation", sagt die Software-Ingenieurin Sarah Ansellem. (Foto: We Shape Tech)
  • "Programmieren ist wie ein Gedicht schreiben", sagt Saskia Lund. (Foto: privat)
"Wir können es uns in der IT-Welt nicht leisten, auf weibliche Werte zu verzichten", ist Anna Lundemo überzeugt. (Foto: privat)
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Lundemo interessierte sich schon während der Schulzeit in Schweden für logisches Denken und war Fan des Fachs Mathematik. Nach dem Abitur wollte sie ihr Interesse an Logik vertiefen und begann, Ingenieurwesen und technische Physik in Stockholm zu studieren. Ein Besuch eines obligatorischen Java- und Python-Kurses während des Studiums weckte Lundemos Interesse an Software-Entwicklung: "Anders als in Mathematik sieht man sofort das Ergebnis seiner logischen Operationen. Nachdem man eine Anwendung entwickelt hat, erscheint sie sofort auf dem Bildschirm."

Als Data Scientist zog Anna Lundemo nach Deutschland und arbeitete in einer Beratungsfirma. Hier war sie für die Optimierung von Datenströmen innerhalb eines Unternehmens zuständig. In der Backend-Programmierung arbeitete sie mit Python im Framework Flask und kümmerte sich um Textanalyse und NLP. Doch nach anderthalb Jahren entschloss sie sich wegen des Arbeitsklimas, die Firma zu verlassen. Obwohl ihr die Software-Entwicklung an sich sehr viel Spaß bereitete. Die Arbeitsatmosphäre sei, so sagt sie, von Schweigen geprägt gewesen. Es sei vermieden worden, Schwierigkeiten zu besprechen.

"Wenn es Probleme gibt, muss man reden, man muss kommunizieren", so Lundemo. "Wenn im Unternehmen kein Wert auf diese traditionell weiblichen Attribute wie Empathie oder wertschätzende Kommunikation gelegt wird, ist das sehr schade." Gerade in der Software-Entwicklung seien Teamarbeit und die damit verbundenen Sozialkompetenzen wichtig. "Wir können uns in der IT-Welt nicht leisten, auf diese Werte zu verzichten."

Jetzt sucht Lundemo nach einer neuen Stelle, in der das Menschliche mit dem Technischen im Unternehmensziel vereint ist. "Ethik von künstlicher Intelligenz, Medizin- oder Umwelttechnologie, das kann ich mir jetzt gut vorstellen", sagt sie.

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Kleba 10. Jun 2021

Da kann ich mir nur anschließen. Danke für die Ausführung!

leed 20. Mär 2020

Auf der positiven Seite gebe ich dir absolut recht. Auf der negativen Seite, sehe ich...

BLi8819 19. Mär 2020

"Wenn es Probleme gibt, muss man reden, man muss kommunizieren", so Lundemo. "Wenn im...

Clown 19. Mär 2020

Das ist ein sehr schöner Schlussabsatz. Am Ende ist jeder für sich selbst verantwortlich...

Eheran 18. Mär 2020

Das kannst du ja sicherlich mit ein paar Links auch so belegen...?


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