Frankreich: Russische Onlinekampagne soll Bettwanzenproblem aufbauschen

Gibt es in Frankreich wirklich eine weit verbreitete Bettwanzenplage? Der Regierung zufolge hat Russland das Problem "künstlich verstärkt".

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Vor den Olympischen Spielen 2024 in Paris passt Frankreich die Bettwanzendebatte gar nicht.
Vor den Olympischen Spielen 2024 in Paris passt Frankreich die Bettwanzendebatte gar nicht. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Die französische Regierung wirft Russland vor, mithilfe der sozialen Medien eine angebliche Bettwanzenplage aufgebauscht zu haben. "Die Bettwanzendebatte [...] wurde in den sozialen Netzwerken von Konten, die nachweislich von Russland beeinflusst sind oder von dort stammen, künstlich verstärkt, wobei sogar eine falsche Verbindung zwischen der Ankunft ukrainischer Flüchtlinge und der Verbreitung von Bettwanzen hergestellt wurde", sagte der französische Europaminister Jean-Noël Barrot dem Sender TF1. Dies sei "sehr stark von mit dem Kreml verbundenen Konten verstärkt worden".

Vor allem mit Blick auf die im Sommer 2024 in Paris stattfindenden Olympischen Spiele hatte das Auftreten der Insekten eine große öffentliche Debatte über die hygienischen Zustände ausgelöst.

Laut Jean-Noël Barrot nahmen die russischen Cyberangriffe und Desinformationskampagnen seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine stark zu. Der Minister berief sich bei diesen Erkenntnissen auf den Dienst Viginum, den die französische Regierung im Jahr 2021 eingesetzt hatte. Aufgabe des Dienstes sei es, "Manöver zu erkennen, die darauf abzielen, die öffentliche Meinung in Frankreich zu destabilisieren und die öffentliche Unterstützung für die Ukraine zu schwächen".

Deepfake-Video zu Macron-Besuch

So soll im Februar 2024 in einem gefälschten Video behauptet worden sein, Staatspräsident Emmanuel Macron habe eine Reise nach Kiew abgesagt, nachdem der französische Geheimdienst ein geplantes Attentat auf ihn aufgedeckt hatte. Auch wenn die vom französischen Präsidenten angekündigte Reise in die Ukraine tatsächlich nicht stattgefunden habe, sei alles andere ein Deepfake mit "Einsatz von künstlicher Intelligenz", berichtete der französische Fernsehsender France 2024, dessen Beitrag in dem Video gefälscht wurde.

Neben Frankreich sieht sich auch die Bundesregierung im Fokus von russischen Desinformationskampagnen. So soll das Auswärtige Amt Anfang dieses Jahres 50.000 gefälschte Nutzerkonten auf X identifiziert haben. Diese sollen im Zeitraum vom 20. Dezember 2023 bis 20. Januar aktiv gewesen sein und mehr als eine Million deutschsprachige prorussische Tweets abgesetzt haben. Zuletzt schätzte die Bundesregierung die Veröffentlichung einer abgehörten Besprechung von Luftwaffenoffizieren als Mittel einer hybriden Kriegsführung ein, um die öffentliche Meinung in Deutschland zu beeinflussen.

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