Frankreich: Razzia bei Nvidia wegen wettbewerbswidriger Praktiken

Die französische Wettbewerbsbehörde hat Räumlichkeiten des Grafikkartenherstellers Nvidia durchsucht, weil sie befürchtet, das Unternehmen könne wettbewerbswidrigen Praktiken nachgegangen sein. Das berichtet unter anderem The Verge(öffnet im neuen Fenster) unter Verweis auf einen Beitrag des Wall Street Journals(öffnet im neuen Fenster) (WSJ).
Die französische Behörde nennt Nvidia zwar nicht namentlich, bestätigt aber durchaus(öffnet im neuen Fenster) , dass eine "unangekündigte Untersuchung" im Grafikkartensektor durchgeführt wurde. Demnach haben Ermittler der Wettbewerbsbehörde eine Razzia in den Geschäftsräumen eines Unternehmens durchgeführt, das im Verdacht stehe, wettbewerbswidrige Praktiken im Bereich der Grafikkarten angewandt zu haben.
Ferner betont die Behörde, dass die im Morgengrauen durchgeführten Razzien nicht das Vorhandensein eines Rechtsverstoßes voraussetzen, "der dem an den mutmaßlichen Praktiken beteiligten Unternehmen angelastet werden könnte" . Ein tatsächlicher Verstoß könne nur durch eine umfassende Untersuchung des Sachverhalts festgestellt werden.
Frankreich untersucht Cloud-Computing-Unternehmen
Weiter erklärt die Wettbewerbsbehörde, die Durchsuchungsaktion sei auf eine umfassendere Untersuchung des Cloud-Computing-Sektors zurückzuführen. Einem Reuters-Bericht(öffnet im neuen Fenster) zufolge gehe es dabei um Bedenken, dass Cloud-Computing-Unternehmen ihren Zugang zu Rechenleistung nutzen könnten, um kleinere Wettbewerber auszuschließen.
Dem WSJ zufolge sollen die französischen Behörden gezielt Nvidia ins Visier genommen haben. Die Nachfrage nach den Chips des Unternehmens ist in den letzten Monaten sprunghaft angestiegen. Zu den Abnehmern zählen viele namhafte Konzerne, darunter auch Microsoft und OpenAI, die bei Nvidia zuletzt unzählige Chips für ihre KI-Anwendungen gekauft haben.
Durch die gestiegene Nachfrage verzeichnete Nvidia im zweiten Geschäftsquartal , das am 30. Juli endete, einen Rekordumsatz in Höhe von 13,51 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg von 101 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Eine offizielle Stellungnahme des Konzerns zu den in Frankreich durchgeführten Razzien gibt es wohl bisher nicht. Und auch die französische Wettbewerbsbehörde erklärte in ihrer Mitteilung, sich weder zu dem Unternehmen noch zu den fraglichen Praktiken weiter äußern zu wollen.