Frankreich: Geheimdienst greift auf alle Daten von Orange zu
Der französische Geheimdienst DGSE arbeitet einem Medienbericht zufolge illegal und sehr eng mit dem früheren französischen Staatsunternehmen France Télécom zusammen. Wie die Tageszeitung Le Monde unter Berufung auf Dokumente aus dem Archiv des US-Informanten Edward Snowden sowie eigene Recherchen berichtet(öffnet im neuen Fenster) , verfügt der Geheimdienst über direkten Zugang zu den Netzen des Telekomunternehmens, das seit 2013 Orange heißt und an dem der Staat weiterhin mit 27,2 Prozent beteiligt ist. In dem Originaldokument des britischen Geheimdienstes GCHQ werde Orange zwar nicht ausdrücklich genannt. Aber die Dauer der Zusammenarbeit und das spezifische Know-how deuteten daraufhin, dass nur Orange gemeint sein könne.
Dem Bericht zufolge erfolgt die Kooperation zwischen Geheimdienst und Konzern teilweise außerhalb jeder Kontrolle. Dies ermögliche einen vollen Zugriff auf das komplette Netz und sämtliche Daten, nicht nur die Metadaten. Die Zusammenarbeit erstrecke sich nicht nur auf das Sammeln von Daten, sondern auch auf die Entschlüsselung von verschlüsselter Kommunikation. Von der Überwachung seien nicht nur französische Bürger, sondern auch Ausländer betroffen. Der DGSE gebe die Daten zudem an sein britisches Pendant GCHQ weiter. Der Unternehmen verfügte Ende 2012 nach eigenen Angaben über weltweit 230 Millionen Kunden.
Die französische Regierung wollte laut Le Monde keine Stellung zu dem Bericht nehmen. Ein früherer Geheimdienstchef sagte aber dem Blatt: "Die Beziehung zwischen der France Télécom und DGSE ist nicht vergleichbar mit der, die durch das Prism-Programm der NSA enthüllt wurde und auf vertraglichen Bindungen mit den Internetgiganten beruht." In Frankreich gehörten beide Einrichtungen "wesensgleich" zusammen. Es gebe ein enges Geflecht von Mitarbeitern, die zwischen DGSE und Orange wechselten und die Kooperation seit 30 Jahren weitertrügen. Nach Angaben von Orange liegt die Kooperation innerhalb des rechtlichen Rahmens.
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