Frank Appel: Post-Chef schlägt Robotersteuer vor
Die mit der Digitalisierung und der Industrie 4.0 verbundenen Veränderungen sind nach Ansicht des Chefs der Deutschen Post, Frank Appel(öffnet im neuen Fenster), eine Chance – auch wenn Jobs verloren gingen. "Wollen wir denn wirklich auch in 50, 100 Jahren noch Arbeitsplätze anbieten, deren Inhalt darin besteht, einen einzigen Prozessschritt bei der Montage eines Handys zu erledigen?", sagte Appel der Welt am Sonntag(öffnet im neuen Fenster). Menschen sollten Aufgaben übernehmen, bei denen sie unentbehrlich seien – etwa Altenpflege.
Appel schlägt vor, eine Robotersteuer auf Produkte zu erheben, die von Robotern zusammengebaut wurden. Damit sollten staatliche Aufgaben finanziert werden. Im Gegenzug solle Arbeit, die von Menschen geleistet wurde, mehrwertsteuerfrei sein. Als Beispiel für eine ähnliche Subvention nannte er den geringeren Mehrwertsteuersatz auf Lebensmittel.
Menschen müssten auch künftig einen regulär entlohnten Job haben können. Man dürfe die Bürger bei der Digitalisierung der Arbeit nicht alleine lassen, sondern müsse Ausbildungs- und Weiterbildungsangebote machen.
Postboten will Appel künftig mit Datenbrillen ausstatten. In den Lagerhallen des Unternehmens würden sie bereits eingesetzt, damit Mitarbeiter Produkte leichter finden könnten. Briefträger in neuen Zustellgebieten könnten sich durch solche Brillen besser zurechtfinden.
In Österreich wird eine Maschinensteuer zur Finanzierung des Sozialsystems seit Jahren diskutiert. Sozialminister Alfred Dallinger formulierte diese bereits in den 1980er Jahren. Die Diskussion darum flammte vor dem Hintergrund der Industrie-4.0-Thematik nun wieder auf. Gewinner einer solchen Wertschöpfungsabgabe wären beschäftigungsintensive Unternehmen, Verlierer Branchen mit hohem Kapitaleinsatz, analysierte der österreichische Kurier(öffnet im neuen Fenster).
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