Frameworks: Nokia soll Qt verkaufen wollen
Nokia will seinen noch bestehenden Anteil des Qt-Frameworks verkaufen. Das schreibt der ehemalige Nokia-Angestellte und Qt-Entwickler Atlant Schmidt in einer Nachricht an die Qt-Mailingliste(öffnet im neuen Fenster) . Er habe das von einer zuverlässigen Quelle erfahren.
Demnach soll der Nokia-Vize und Chef der Qt-Abteilung Sebastian Nyström die Order erhalten haben, sich nach einem Käufer für das von Nokia nicht benötigte Framework umzusehen. Bereits im September 2011 hatte Nokia den kommerziellen Teil des Frameworks an Digia verkauft(öffnet im neuen Fenster) .
Entwicklungsbüro aufgelöst
Erst gestern hatte Nokia bekanntgegeben, dass es die Entwicklungsabteilung für Qt in Brisbane auflösen will(öffnet im neuen Fenster) . Dort wird an den Modulen Qt3D, QtDeclarative, QtMultimedia, QtSensors und QtSystems gearbeitet.
Dazu passt auch die Nachricht, dass Nokia das Linux-basierte Betriebssystem Meltemi eingestellt hat. Der Meego-Nachfolger wurde nie offiziell vorgestellt. Es soll für den Einsatz in mittelpreisigen Mobiltelefonen zum Einsatz kommen.
Qt braucht Nokia nicht mehr
Entwickler freier Projekte, die Qt einsetzen – etwa KDE SC -, sehen die Zukunft Qts gelassen. Einige sind der Meinung, Qt brauche Nokia längst nicht mehr. Denn es gebe ein viel zu großes Interesse an Qt, etwa in Skype, dem VLC-Player und nicht zuletzt im KDE-Projekt selbst.
Qt kommt auch in kommerziellen Produkten zum Einsatz, etwa in der Benutzeroberfläche der Adobe Software Elements oder in der 3D-Animationssoftware Maya von Autodesk(öffnet im neuen Fenster) .
Nokia hatte Qt-Entwickler Trolltech 2008 erworben. Für die kommerzielle Nutzung sind Gebühren an Digia fällig. Qt selbst steht unter der LGPL. Bleibt zu hoffen, das Nokia Qt einer Open-Source-Organisation überlässt, etwa der Apache oder Linux Foundation.
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