Framework: LTS-Support für Qt künftig nur noch gegen Bezahlung

Die Versionen mit Langzeitsupport des Frameworks Qt sowie den Offline-Installer wird es künftig nur noch mit einer kommerziellen Lizenz geben. Die Open-Source-Community diskutiert nun die Auswirkungen der Änderung.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Verfügbarkeit einiger Qt-Versionen und -Zweige wird im laufenden Jahr 2020 verändert.
Die Verfügbarkeit einiger Qt-Versionen und -Zweige wird im laufenden Jahr 2020 verändert. (Bild: Qt)

Das Qt-Unternehmen wird noch in diesem Jahr sein Lizenzmodell für das gleichnamige Framework verändern sowie die Verfügbarkeit im Vergleich zur bisherigen Vorgehensweise leicht anpassen, wie das Unternehmen in seinem Blog mitteilt. Die wohl wichtigste Änderung dabei betrifft die Versionen mit Langzeitsupport (LTS), die künftig nur noch kommerziellen Lizenznehmern angeboten werden sollen.

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Neue Versionen des Qt-Frameworks erscheinen üblicherweise im Rhythmus von sechs Monaten, diese werden dann etwa ein Jahr lang gepflegt. Zusätzlich dazu erhalten Versionen, die eineinhalb Jahre auseinander liegen, dann bis zu drei Jahre Support. Darunter fällt auch die kommende Version 5.15, die im Mai 2020 erscheinen soll. Zugriff auf den Langzeitsupport dieser Version sollen aber nur Kunden mit einer kommerziellen Lizenz erhalten. Die Open-Source-Version von Qt wird dementsprechend keinen Langzeitsupport mehr erhalten.

Wie der Entwicklungsleiter Lars Knoll auf der Mailing-Liste des Qt-Projects schreibt, sollen aber auch künftig weiterhin alle Bug-Fixes in dem offenen Entwicklungszweig für alle Nutzer landen. Lediglich die Backports auf die LTS-Version sollen kommerziellen Nutzern vorbehalten bleiben. Knoll schreibt, dass die LTS-Versionen bisher vor allem von großen Unternehmen genutzt wurden. Das Unternehmen erhoffe sich von der Änderung deshalb vor allem größere kommerzielle Unterstützung für die Weiterentwicklung von Qt.

Auswirkungen auf die Community sind wohl begrenzt

In der Diskussion auf der Mailing-Liste gibt es teils harsche Kritik an den Plänen, darüber hinaus herrscht zunächst aber auch Uneinigkeit über bestimmte Details bezüglich der Ankündigung. Der KDE-Entwickler Albert Astals Cid schreibt darüber hinaus jedoch in seinem Blog, dass diese Ankündigung wohl zunächst für Linux-Distributionen und die KDE-Community kaum große Nachteile haben wird. Das KDE-Projekt ist das wohl größte Open-Source-Projekt, das Qt nutzt.

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Demnach pflegen die Distributionen auch jetzt schon eigene Versionszweige und folgen nicht dem Veröffentlichungsrhythmus des LTS-Zweiges von Qt. Etwas problematisch werden könnte zwar der Wechsel von Qt 5.15 auf das geplante Qt 6, aber hier bringt der KDE-Entwickler einen eigenen Fork ins Gespräch. Dieser könnte für die Übergangszeit gepflegt werden, solange die KDE-Community den Port auf Qt 6 noch nicht abgeschlossen hat. Qt 6 soll Ende 2020 erscheinen, ein Umstieg für Entwickler aber vergleichsweise einfach werden.

Zusätzlich zu der Ankündigung in Bezug auf die LTS-Versionen hat das Unternehmen außerdem angekündigt, dass die von Qt selbst erstellten Binärdateien künftig nur noch per Login erhältlich sein sollen. Davon verspricht sich das Unternehmen mehr Beiträge zu dem Open-Source-Code sowie eine einfachere Möglichkeit, um mit kommerziellen Unternehmen in Kontakt zu treten, die die freie Version verwenden. Die Open-Source-Variante von Qt bleibt demnach aber auch weiterhin ohne Login verfügbar.

Für kleine Unternehmen oder Startups mit weniger als fünf Mitarbeitern und weniger als 100.000 US-Dollar Umsatz gibt es künftig außerdem eine vergünstigte kommerzielle Qt-Lizenz.

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rknall 31. Jan 2020

Mit Verlaub, dass denke ich nicht. Für kleinere Anwendungen mag das zutreffen, aber ich...

elcid 29. Jan 2020

Weil die ja bekanntlich keinen Umsatz haben - wie konnte mir das nur entgehen ^^

cb (Golem.de) 29. Jan 2020

Danke für Ihren Hinweis, wir haben den Artikel noch einmal überarbeitet.

janoP 29. Jan 2020

Ich glaube, es ging ihn um die Firmenpolitik der Qt Company.



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