Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Framework Laptop 16 2nd Gen im Test: Der perfekte Laptop für Nerds

Beim Framework Laptop 16 tauschen wir Tastatur , Trackpad, Grafikkarte und Anschlüsse aus – ein Konzept, das die neue Generation erweitert.
/ Oliver Nickel
30 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Der Framework Laptop 16 ist ein Traum für Individualisten. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
Der Framework Laptop 16 ist ein Traum für Individualisten. Bild: Oliver Nickel/Golem.de

Der Framework Laptop 16 geht mit dem Fokus auf Individualisierung noch einmal einen Schritt weiter als der schon gut anpassbare Framework Laptop 13. Die neue Version mit AMDs Ryzen-AI-300-Serie auf Zen-5-Basis ist da keine Ausnahme. Seit der Einführung des 16-Zoll-Modells hat der Hersteller sogar einige neue Kacheln und Adapter entwickelt. Der Framework Laptop 16 wird so zum wohl individuellsten Laptop auf dem Markt.

Das Grundkonzept bleibt: Wir können uns aussuchen, welche Kombination aus Tastatur, Trackpad, Nummernblock oder Macropad wir nutzen möchten. Auch gibt es eine LED-Matrix und Seitenkacheln in diversen Farben und Designs. So können wir einen knallbunten oder seriös-schwarzen Laptop entwickeln.

Thinkbook Plus Gen6 Rollable - Eckdaten
CPU Intel Core Ultra 7 258V (4P/4E, 17 Watt)
GPU integriert (Intel Arc 140V)
RAM 32 GByte DDR5 SODIMM (integriert)
SSD 1-TByte-NVMe-SSD (Samsung MZ-Series)
Anschlüsse 2x USB-C (Thunderbolt 4)
Display 14" (35,6 cm) POLED (2.000 x 1.600 Pixel, 120 Hz) oder16,7" (42,42 cm) POLED (2.000 x 2.350 Pixel, 120 Hz)
Maße 303,5 x 230,6 x 14,1 mm, 1,69 kg
Preis 3.560 Euro (Testmuster)

Die einzelnen Kacheln sind auf das ausgeklügelte Stecksystem des Framework Laptop 16 ausgelegt. Tastatur, Trackpad und Co. werden dabei magnetisch befestigt und stellen eine Verbindung über flache Metallkontakte her. Dieses modulare System hat den Vorteil, dass wir etwa die Tastatur nach links oder rechts versetzt und direkt daneben einen Nummernblock unterbringen können. Auch das Trackpad-Modul lässt sich versetzt auflegen und der übriggebliebene Platz mit Metallkacheln verkleiden.

Flexibel und unflexibel

Wir hatten gehofft, dass Framework dieses Konzept mit der neuen Generation des Laptop 16 etwas flexibler macht. Allerdings passen die meisten Teile weiterhin nur an bestimmte Stellen auf der nutzbaren Fläche. Das Trackpad und seine Metallverkleidungen können etwa nur an der Unterseite platziert werden, während Macro-Pad, Nummernblock, LED-Matrix und alle anderen funktionalen Add-ons nur neben der Tastatur Platz finden.

Man kann deshalb immer nur eines der größeren Module nutzen. Der Nummernblock passt etwa nicht direkt neben das Trackpad. Auch gibt es für die untere Hälfte keine Alternativen zu den metallfarbenen Abdeckungen, während die Auswahl für bunte Verkleidungen neben der Tastatur mittlerweile sehr groß ist. Neben schwarzen Kunststoffplättchen gibt es auch orangfarbene, pinke und sogar mit Pixelmuster bedruckte Varianten.

Zusammen mit der Auswahl eines farbigen Displayrands können wir den Framework Laptop 16 so gestalten, dass er beim Aufklappen definitiv zum auffälligen Hingucker wird. Da stellen wir uns schon einmal auf interessante Gespräche mit unseren Mitnerds und Geeks ein. Denn nicht nur können wir die äußere Erscheinung des Framework Laptop 16 ändern.

Apropos Display: Das fällt durch einen farbigen Rand nicht nur auf. Es leuchtet mit gemessenen 468 cd/m² im Schnitt auch für die meisten Situationen hell genug. Die Farbabdeckung ist ebenfalls solide: Es werden 99,6 Prozent SRGB, 83 Prozent Adobe RGB und 97,1 Prozent DCI-P3 abgedeckt. Das reicht für die meisten Medienprofis aus, wenn sie nicht genau auf Farben im Adobe-RGB-Farbraum achten müssen. Mit einer Größe von 16 Zoll, einer Auflösung von 2.560 x 1.600 Pixeln und einer Bildfrequenz von 120 Hz eignet sich das entspiegelte IPS-Panel auch für Games und andere Anwendungen.

Wir können auch bestimmen, welche Anschlüsse wir nutzen möchten, und bei Bedarf eine dedizierte Grafikkarte nachrüsten. Neu mit dabei ist zudem ein Dual-M.2-Adapter, den wir statt des Grafikkartenmoduls verwenden können. Hier lassen sich anschließend zwei weitere NVMe-SSDs einsetzen. Allerdings verzichten wir dann auf eine dedizierte Grafikkarte, was für viele User sicher die bessere Alternative ist – zumal die Nvidia Geforce RTX 5070 Laptop im Vergleich zur älteren AMD Radeon RX 7700S noch einmal mehr Leistung bietet.

Dabei gilt: Alle neuen Zubehörteile, Mainboards mit AMD-Chip, Grafikkartenmodule und Anschlüsse können auch einzeln gekauft und in ein vorhandenes Chassis des Framework Laptop 16 der letzten Generation eingebaut werden.

Der Laptop mit der austauschbaren Grafikkarte

Auch die neue Generation des Framework Laptop 16 ist ausschließlich mit AMD-Chip konfigurierbar. Das Unternehmen hat sich bei unserem Testmuster für den Ryzen AI 9 HX 370 entschieden. Mit zwölf Zen-5-Cores und 24 Threads ist diese APU für die meisten Anwendungen sehr gut geeignet. Allerdings ist diese Option mit 2.030 Euro nicht gerade günstig. Eine preiswertere Variante ist der Ryzen AI 7 350 mit 16 Threads zum Startpreis von 1.690 Euro. Der dürfte den meisten Usern ebenfalls ausreichen.

Als Alternative bietet Framework zudem weiterhin die Vorgängergeneration an. In unseren Benchmarks zeigt sich generell, dass der Vorsprung unseres neuen Modells zwar spürbar, aber nicht allzu gravierend ausfällt. Die Ur-Version aus dem Jahr 2023 (Test) bleibt deshalb eine valide Option, wenn wir auch auf die bessere Leistung der integrierten Grafikeinheit verzichten können.

Für den Test haben wir das neue Modell im Cinebench R23 und Cinebench 2024 ausprobiert, um Vergleichswerte zum Framework Laptop 16 und anderen Laptops zu erhalten. In Cinebench R23 erreicht der Ryzen 9 HX 370 19.839 Punkte. Das sind 25 Prozent mehr als beim Ryzen 9 7940HS. In Cinebench 2024 kommt das neue Modell auf 1.127 Punkte. Hier lässt sich der Ryzen AI 9 HX 370 in etwa mit dem Apple M5 im Macbook Pro (Test) vergleichen.

Integrierte GPU bereits sehr gut

AMDs APU hat zudem eine solide integrierte Grafiklösung zu bieten. Die Radeon 890M überzeugte schon im Framework Laptop 13. Die 16-Zoll-Version holt durch die größere Kühllösung noch einmal ein wenig mehr Leistung heraus. In Geekbench 6 messen wir etwa 44.574 Punkte. Der Framework Laptop 13 mit identischem Chip kommt hier auf 36.819 Punkte. Im Blender-Benchmark mit Monster-Preset messen wir etwa 132 Punkte, was in etwa auf dem Niveau der 13-Zoll-Version (139 Punkte) liegt.

Framework Laptop 16 Gen2 versus Gen1 - Benchmarkergebnisse
Framework Laptop 16 Gen2 (Ryzen AI 9 HX 370, Nvidia Geforce RTX 5070 Laptop) Framework Laptop 16 Gen2 (Ryzen AI 9 HX 370, AMD Radeon 890M iGPU) Framework Laptop 16 Gen1 (Ryzen 9-7940HS, AMD Radeon RX 7700S)
Cinebench R23 (Multi) 19.839 cb 19.839 cb 15.914 cb
Cinebench 2024 (Multi) 1.127 cb 1.127 cb -
Geekbench 6 CPU Multi 15.453 Punkte 15.453 Punkte 12.922 Punkte
Geekbench 6 GPU Vulkan 110.679 Punkte 43.681 Punkte -
Shadow of the Tomb Raider (FHD) fps medium/high 165/156/153 fps 61/44/43 fps -/107/104 fps
Counter-Strike 2 (FHD) fps low/medium/high 213/196/145 fps 96/78/45 fps -/228/177 fps
Cyberpunk 2077 (FHD) fps low/medium/high 118/115/105 fps 50/43/31 fps -/94/78 fps
Baldurs Gate 3 (FHD) fps low/medium/high 78/70/68 34/29/25 fps -
Puget Bench Adobe Premiere - - 5.373 Punkte
Blender Benchmark (Monster-Preset) 1.376 Punkte 154 Punkte 430,42 Punkte
Akkulaufzeit in PCMark 10 Modern Office 7:46 Stunden 7:46 Stunden 7:02 Stunden

Schauen wir auf die Spieleperformance, die eine etwas praktischere Anwendung darstellt, dann sind auch hier bessere Werte messbar. In Shadow of the Tomb Raider in Full-HD-Auflösung kommt der Framework Laptop 16 auf 61 fps bei niedrigen und 43 fps in hohen Details. Das merklich anspruchsvollere Cyberpunk 2077 ist immerhin noch mit 50 und 31 fps spielbar.

Diese Werte ändern sich drastisch, sobald wir die dedizierte Grafikkarte nutzen. Sie kommt in einem separaten Modul, das sich in die Rückseite des Framework Laptop 16 einschieben lässt. Ganz so einfach wie simples Plug-and-Play ist das zwar nicht: Wir müssen diverse Schrauben und ein Flachbandkabel lösen, bevor wir die Grafikkarte einbauen können. Allerdings dauert diese Montage nur wenige Minuten.

Leistungsboost durch Nvidia

Die Geforce RTX 5070 von Nvidia kann auch sehr leicht über die Treibersoftware abgeschaltet werden. Mittels Nvidia Optimus erkennt die App zudem, wenn ein Spiel oder eine andere grafisch anspruchsvolle Anwendung startet, und schaltet die Nvidia-GPU automatisch ein oder aus.

Das optimiert vor allem die Akkulaufzeit, ohne dass wir die Grafikkarte manuell im Gerätemanager abschalten müssen. Wir messen 7:46 Stunden, was dem Vorgängermodell mit integrierter Grafikkarte (7:50 Stunden) entspricht.

Der große Vorteil der Nvidia-GPU ist schlicht ihre rohe Leistung. In Geekbench 6 kommt sie beim Vulkan-Benchmark auf 110.679 Punkte. Im Blender-Benchmark mit Monster-Preset sind es 1.376 Punkte. Generell liegt die Leistung etwas unterhalb der Desktopversion der Geforce RTX 5060 und etwas mehr als doppelt so hoch wie die integrierte Grafiklösung.

In unseren Spielebenchmarks wird das repliziert. Shadow of the Tomb Raider kommt auf maximal 165, Cyberpunk 2077 auf 118 fps. Für einige Menschen könnte sich der Aufpreis für die RTX 5070 Laptop also lohnen – vorausgesetzt, wir wollen den Erweiterungsschacht nicht für das eingangs erwähnte M.2-Modul benutzen.

Generell können wir auch auf die Radeon RX 7700S zugreifen, wenn wir bessere Spiele- und Renderleistung haben wollen und nur 400 statt 740 zusätzliche Euro ausgeben möchten. Allerdings bietet die teurere Nvidia-GPU auch eine schnellere Aufladung über den zusätzlichen USB-C-Ladeanschluss auf der Rückseite. Bei der AMD-Version gibt es hier nur Displayport im Alt-Mode.

Die Modularität macht den Framework Laptop 16 zu einem sehr interessanten Gerät. Wir können uns aussuchen, welche Tastaturlayouts und Hardwarekomponenten wir verwenden wollen, und uns so unsere Lieblings-Workstation mit individualisierten Designelementen zusammenbauen – der perfekte Laptop für Nerds.

Framework Laptop 16 mit Ryzen AI – Verfügbarkeit und Fazit

Wie alle Framework-Geräte zuvor kann auch der neue Framework Laptop 16 als DIY-Edition oder bereits zusammengebaut bestellt werden(öffnet im neuen Fenster) . Der DIY-Bausatz startet ab 1.690 Euro und kommt mit Ryzen AI 7 350. Dazu müssen wir aber mit weiteren Kosten rechnen, da RAM, SSD, Betriebssystem und Anschlussmodule nicht im Preis inbegriffen sind.

Bringen wir diese Komponenten nicht selbst mit, kostet der Framework Laptop 16 in der günstigsten Variante mindestens 1.870 Euro. Das ist in Anbetracht des einzigartigen Modularkonzepts ein weiterhin guter Preis. Allerdings würden wir uns wünschen, dass Framework essenzielle Teile wie die schwarzen Kunststoffblenden seitlich des Tastaturcovers im Preis integriert.

Teuer wird es zudem, wenn wir auch funktionale Module dazu bestellen. Ein Nummernblock kostet 45 Euro, das programmierbare RGB-Macropad 90 Euro. Auch die LED-Matrix ist mit 55 Euro nicht gerade günstig. Die bedruckten Seitenkacheln, die uns der Hersteller zugesandt hat, sind aktuell noch nicht erhältlich. Generell wird die neue Version des 16-Zoll-Modells erst in Wellen ausgeliefert. Das kann also noch ein wenig dauern.

Fazit

Der Framework Laptop 16 ist der für uns mit Abstand interessanteste Laptop, der derzeit am Markt erhältlich ist. Der Hersteller hat das Konzept der Modularität genommen und für eine inhärent geschlossene Plattform wie den Laptop-Formfaktor umgesetzt.

Die zweite Generation bietet dabei noch einmal mehr Optionen und Individualisierungsmöglichkeiten. Wollen wir einen orangefarbenen Displayrand mit grünen Anschlüssen und LED-Blenden auf der Tastatur verbinden? Kein Problem. Wollen wir eine dedizierte Grafikkarte oder mehr Storage verwenden? Alles machbar und nur eine Frage des Geldes.

Nebenbei hat sich Framework für die aktuell besten CPUs für Windows- und Linux-PCs entschieden. Der Ryzen AI 9 HX 370 ist für die meisten Anwendungen schnell genug, für manche sogar Overkill. Die günstigere Option mit Ryzen AI 7 350 und das ältere Modell sind ebenfalls valide Alternativen.

Wir finden aber: Framework hätte vor allem bei dem Kachelsystem für Tastatur, Nummernblock, Trackpad und Co. etwas mehr Verbesserungen vornehmen können. Es ist etwa weiterhin nicht möglich, LED-Matrizen neben das Trackpad zu montieren oder die Metallblenden durch bunte Farbkacheln auszutauschen. Es wäre doch zum Beispiel interessant, wenn die Kacheln des Framework Desktop auch hier wiederverwendet werden könnten.

Das ist aber Meckern auf hohem Niveau. Der Framework Laptop 16 bleibt die beste Wahl für alle, die ihren Laptop möglichst stark individualisieren und ihn auch in Zukunft auf dem aktuellen Stand der Technik halten möchten. Das ist leider auf dem heutigen Laptopmarkt keine Selbstverständlichkeit mehr.


Relevante Themen