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"Fragwürdige Geschäftsmodelle": Rossmann-Chef wirbt für strenge Maßnahmen gegen Temu

Der Chef der Drogeriekette sieht in Deutschland eine "Narrenfreiheit für fragwürdige digitale Geschäftsmodelle" wie das von Temu .
/ Daniel Ziegener
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Temu ist nur ein Beispiel für "fragwürdige Geschäftsmodelle". (Bild: Jonathan Raa/NurPhoto via Reuters)
Temu ist nur ein Beispiel für "fragwürdige Geschäftsmodelle". Bild: Jonathan Raa/NurPhoto via Reuters

Eigentlich ging es in dem Interview um das Sterben der deutschen Innenstädte, trotzdem mischte sich Drogeriebesitzer Raoul Roßmann auch in die Debatte um den chinesischen Onlinehändler Temu ein: "Wenn Temu die Regeln nicht einhält, sollte es einfach abgeschaltet werden" , sagte der Chef der Rossmann-Kette.

Es gebe in Deutschland "eine Narrenfreiheit für fragwürdige digitale Geschäftsmodelle" , sagte Roßmann im Interview mit dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) .

Dabei bezog er sich nicht nur auf den umstrittenen Onlinehändler, sondern führte auch das soziale Netzwerk X an: "Immer wieder werden hier Inhalte rechtsradikaler oder verschwörungstheoretischer Natur abgesetzt, ohne Konsequenzen. Und trotzdem sind hier auch viele Bundestagsabgeordnete aktiv. Da fehlt mir ganz klar die kritische Distanz zu einer solchen Plattform."

Die Shopping-Plattform gewann in den letzten Monaten mit Gamification-Elementen und extrem billigen Angeboten nicht nur in Deutschland an Beliebtheit .

Kritik an Temu kommt aus Verbänden und Politik

Aus der Politik wurden zuletzt Stimmen lauter, die ein härteres Vorgehen gegen Temu forderten . Eine Sprecherin des Bundesverbraucherschutzministeriums nannte die Geschäftspraktiken von Temu beispielsweise "für Umwelt und Verbraucherinnen und Verbraucher überaus problematisch" .

Anfang des Jahres forderte der Handelsverband Deutschland eine Stärkung des Zolls , um strengere Kontrollen von Lieferungen über Plattformen wie Temu überhaupt kontrollieren zu können. Im März mahnte der Verbraucherzentrale Bundesverband Temu unter anderem wegen manipulativer Elemente in seiner App ab.

Geschadet hat das Temu bislang offenbar nicht: Einer Umfrage zufolge hat bereits ein Viertel der Deutschen schon einmal bei Temu bestellt.


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