Abo
  • Services:
Anzeige
Tenant Assured will Mieter auf sozialen Medien durchleuchten.
Tenant Assured will Mieter auf sozialen Medien durchleuchten. (Bild: Tenant Assured/Screenshot: Golem.de)

Unproblematisch, weil freiwillig?

Tenant Assured rechtfertigt die Invasion in die Privatsphäre der Nutzer damit, dass der Dienst freiwillig sei und die Nutzer der Datenerhebung individuell zustimmen müssen. Doch gerade in attraktiven Wohnmärkten könnte diese Freiwilligkeit schnell gekippt werden, wenn eine besonders attraktive Wohnung vermietet wird und der Besitzer Wohnungen dann "bevorzugt" an die Personen vermietet, die bereit sind, an einem solchen Programm teilzunehmen.

Anzeige

Das Unternehmen Tenant Assured hingegen sieht die Vorteile nicht allein bei den Vermietern. Unternehmenschef Thornhill ist nach Angaben der Washington Post davon überzeugt, dass Nutzer mit seinem Programm ein sehr viel detailliertes, realistischeres Bild über sich selbst vermitteln können, als dies mit normalen Background-Checks und klassischen Score-Werten möglich wäre.

Erlaubte Datenabfrage wird schon heute oft überschritten

Schon heute fragen Vermieter und Makler immer wieder mehr Informationen ab, als sie eigentlich dürfen. So fordern viele Vermieter, dass potenzielle Mieter ihre vollständigen Unterlagen bereits zu einem Besichtigungstermin mitbringen - quasi als Eintrittskarte. Das ist jedoch nicht legal, erst wenn eine Person konkretes Interesse an der Anmietung zeigt, darf der Vermieter eine Auskunft bei der Schufa oder einer anderen Auskunftei anfordern.

Immer wieder wird von Vermietern auch gefordert, dass eine "Schufa-Auskunft mit Angabe des Score-Wertes" vorgelegt wird. Das Problem: Eine solche Auskunft können Verbraucher selbst gar nicht einholen, weil der detaillierte Bogen zur persönlichen Verwendung neben dem Score-Wert auch Informationen über Konten und Kredite enthält, die ein Vermieter nicht einsehen darf, wie uns die Berliner Beauftragte für den Datenschutz auf Anfrage mitteilte. Vermieter können eine entsprechende Anfrage aber selbst direkt bei der Schufa stellen.

Immer wieder wecken Social-Media-Daten Begehrlichkeiten

Score Assured ist nicht das einzige Unternehmen, das Daten aus sozialen Netzwerken auswerten will. Die Schufa hatte vor einigen Jahren im Rahmen eines gemeinsam mit dem Potsdamer Hasso-Plattner-Institut durchgeführten experimentellen Programms angekündigt, künftig auch Daten aus sozialen Netzwerken zu nutzen, um den Kreditscore einzelner Menschen zu berechnen. Nach massiven Protesten wurde das Projekt aber eingestellt, bevor es durchgeführt wurde.

Andere Dienste wie Klout setzen ebenfalls darauf, dass Nutzer möglichst viele Accounts verbinden und berechnen den sogenannten Kloutscore - einen Wert, der den Status innerhalb sozialer Netzwerke angeben soll. In den USA ist das System deutlich weiter verbreitet als in Deutschland und wird dort unter anderem auch von Arbeitgebern genutzt, die vorab wissen wollen, ob künftige Angestellte in den Netzen einflussreich sind oder nicht. Auch einige Bonusprogramme setzen auf Klout, so gewähren einige Fluggesellschaften Nutzern mit einem hohen Wert (meist über 60) kostenfreien Zugang zu ihren Lounges, weil sie sich erhoffen, dass Nutzer positive Erlebnisse dort teilen und so einen Werbeeffekt erzielen.

Für Score Assured soll der Mietmarkt nur der erste Schritt sein - künftig will das Unternehmen entsprechende Auswertungen auch an Unternehmen verkaufen, damit diese Kandidaten im Bewerbungsprozess "genauer kennenlernen" können. Welche Informationen das Unternehmen zu diesem Zweck auswerten will, ist derzeit noch nicht bekannt. Auf Basis der bisherigen Ergebnisse des Unternehmens kann aber bezweifelt werden, ob die Informationen tatsächlich relevante Rückschlüsse auf den Bewerber zulassen.

 'Wer ein normales Leben führt, hat nichts zu befürchten'

eye home zur Startseite
SchreibenderLeser 27. Okt 2016

1. Spiele ich Advocatus Diaboli. ;-) 2. Der Mieter hat gegenüber den Vermieter sowieso...

sofries 20. Okt 2016

Also so sucht man definitiv keine Wohnungen. Kaltmieten zu vergleichen ist ziemlicher...

Makatu 20. Okt 2016

Das war auch mein erster Gedanke, aber ich hätte es nicht so schön formulieren...

Makatu 20. Okt 2016

Das lernt man schon in der Grundvorlesung VWL: bei der Veteilung knapper Güter kommt man...

ObjectID 19. Okt 2016

Richtig erkannt! Wenn mit wagen Behauptungen und Scores sich mehr als 12% Gewinn...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Storch-Ciret Business Services GmbH, Wuppertal
  2. TechniData TCC Products GmbH, Karlsruhe, Möglingen bei Stuttgart
  3. GERMANIA Fluggesellschaft mbH, Berlin
  4. CCV Deutschland GmbH, Au i.d. Hallertau


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 629€ + 5,99€ Versand
  2. 269,90€ + 3,99€ Versand (Vergleichspreis 297€)

Folgen Sie uns
       


  1. Fifa 18 im Test

    Kick mit mehr Taktik und mehr Story

  2. Trekstor

    Kompakte Convertibles kosten ab 350 Euro

  3. Apple

    4K-Filme in iTunes laufen nur auf neuem Apple TV

  4. Bundesgerichtshof

    Keine Urheberrechtsverletzung durch Google-Bildersuche

  5. FedEX

    TNT verliert durch NotPetya 300 Millionen US-Dollar

  6. Arbeit aufgenommen

    Deutsches Internet-Institut nach Weizenbaum benannt

  7. Archer CR700v

    Kabelrouter von TP-Link doch nicht komplett abgesagt

  8. QC35 II

    Bose bringt Kopfhörer mit eingebautem Google Assistant

  9. Nach "Judenhasser"-Eklat

    Facebook erlaubt wieder gezielte Werbung an Berufsgruppen

  10. Tuxedo

    Linux-Notebook läuft bis zu 20 Stunden



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
E-Paper-Tablet im Test: Mit Remarkable machen digitale Notizen Spaß
E-Paper-Tablet im Test
Mit Remarkable machen digitale Notizen Spaß
  1. Smartphone Yotaphone 3 kommt mit großem E-Paper-Display
  2. Display E-Ink-Hülle für das iPhone 7

Parkplatz-Erkennung: Bosch und Siemens scheitern mit Pilotprojekten
Parkplatz-Erkennung
Bosch und Siemens scheitern mit Pilotprojekten
  1. Community based Parking Mercedes S-Klasse liefert Daten für Boschs Parkplatzsuche

Optionsbleed: Apache-Webserver blutet
Optionsbleed
Apache-Webserver blutet
  1. Apache-Sicherheitslücke Optionsbleed bereits 2014 entdeckt und übersehen
  2. Open Source Projekt Oracle will Java EE abgeben

  1. Re: Nicht mal auf Macs..

    mfreier | 00:58

  2. Geht's nur mir so oder is dieses mal das Klima...

    ManMashine | 00:45

  3. Und 12% wollen einen unbezahlbaren?

    arthurdont | 00:43

  4. Re: Speedtest Geschummel - Nicht repräsentativ

    ML82 | 00:37

  5. Re: Bandbreite allein ist ein schlechter...

    ML82 | 00:30


  1. 18:13

  2. 17:49

  3. 17:39

  4. 17:16

  5. 17:11

  6. 16:49

  7. 16:17

  8. 16:01


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel